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Daimler-Chrysler

Kleinaktionäre geben nicht nach

autouniversum - Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre erwägt Berufung gegen den Daimler-Chrysler-Optionsplan einzulegen.

15.06.2001

Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) will mit ihrer Klage gegen den Aktienoptionsplan von Daimler-Chrysler möglicherweise vor den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe ziehen. Das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart hatte am Mittwoch die Rechtmäßigkeit der Mitarbeiterbeteiligung in zweiter

Instanz bestätigt. "Wir müssen erst die Begründung des Gerichts abwarten, sind aber durchaus geneigt, auch zum BGH zu gehen", sagte SdK-Sprecherin Reinhild Keitel am Freitag der dpa. Aktienoptionspläne dürften nicht der Selbstbereicherung des Managements dienen.

Die Kläger hatten vor allem kritisiert, dass den Aktionären der Wert des Pakets auf der Hauptversammlung des Autokonzerns im April 1999 auch auf Nachfrage nicht genannt worden war. Der Optionsplan umfasst rund 96 Millionen Aktien. In den Genuss der Ausübung sollen bis zu 6.500 leitende Angestellte kommen, 15 Prozent des Pakets sind für den Vorstand reserviert. Allerdings ist die Ausübung nur möglich, wenn der Kurs der Aktie um 20 Prozent über dem Referenzwert von 62,30 Euro liegt. Am Freitagvormittag lag der Kurs von Daimler-Chrysler bei 51,95 Euro. Er hatte sich nach den Turbulenzen beim amerikanischen Konzernteil im vergangenen Herbst seit Jahresbeginn deutlich erholt.

Der als "Vorstandsschreck" bekannte Würzburger Wirtschaftsprofessor Ekkehard Wenger zeigte sich ebenfalls kampfesmutig: "Die Stuttgarter Justiz hat nach meinen Kenntnissen aktienrechtlich noch nie gegen Daimler-Chrysler entschieden." Das jüngste Urteil sei daher keine Überraschung, sagte Wenger, der die Klage gemeinsam mit den Aktionärsvertretern der SdK angestrengt hatte, auf Anfrage der dpa. Das OLG hatte in seinem Urteil mitgeteilt, die von den Klägern geforderte Orientierung des Optionsplans an einem Branchenindex sei nicht erforderlich. Das Stuttgarter Landgericht hatte bereits im Oktober 2000 zu Gunsten von Daimler-Chrysler entschieden.

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