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Daimler-Chrysler stoppt Russland-Projekt

Foto: Daimler-Chrysler

Daimler-Chrysler hat die Verhandlungen über den geplanten Bau eines Pkw-Werks in Russland überraschend abgebrochen. Derzeit würden die Rahmenbedingungen für eine lokale Fertigung für Pkw der Marke Mercedes-Benz nicht erfüllt, sagte am Mittwoch (2.11.) ein Konzernsprecher auf Anfrage.

02.11.2005

Vorstandschef Jürgen Schrempp hatte noch im Mai nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin einen baldigen Produktionsstart in Aussicht gestellt. Wie es aus Branchenkreisen hieß, hat ein Streit zwischen den Ministerien für Industrie sowie Wirtschaft zum Abbruch der Verhandlungen geführt. Während der Industrieminister die Investition von etwa 80 Millionen Euro der Stuttgarter begrüße, wolle sein Ressortkollege aus Wettbewerbsgründen die russische Autoindustrie schützen. Strittig sollen vor allem Zoll- und Steuerfragen sein.

Daimler-Chrysler wollte sich dazu nicht äußern. Der Sprecher sagte lediglich, sobald die gewünschten Rahmenbedingungen erfüllt seien, könnten die Verhandlungen wieder aufgenommen werden. Den Kreisen zufolge wird abgewartet, ob Putin möglicherweise ein Machtwort spricht und die bürokratischen Hindernisse beseitigt. Der russische Präsident hat sich in der Vergangenheit für deutsche Investitionen stets offen gezeigt und Milliardenprojekte von Eon und BASF gefördert.

Früheren Angaben zufolge sollen in der Fabrik bei St. Petersburg jährlich bis zu 25.000 Mercedes-Pkw vom Band laufen. Offiziell hat der Autokonzern noch keine Stückzahlen genannt. Wegen der komplizierten Zollfragen gehen immer mehr ausländische Autohersteller dazu über, ihre Wagen in Russland zu bauen oder zu montieren. BMW, Ford, GM, KIA und Renault haben bereits Fertigungsstätten in Russland, dessen Automarkt rasch wächst.

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