Daimler-Lkw-Sparte: Indien-Joint-Venture ist gescheitert

Das für die Produktion von Lastwagen in Indien gegründete Gemeinschaftsunternehmen von Daimler und der indischen Hero Group ist gescheitert. Daimler hält aber an seinen Plänen in Indien fest.

Angesichts der Wirtschaftskrise habe Hero seinen 40-prozentigen Anteil an dem Joint Venture zurückgegeben, teilte die Daimler AG am Mittwoch (15.4.) in Stuttgart mit. Die Stuttgarter Autobauer hält jetzt 100 Prozent an dem Unternehmen. "An unseren Plänen zur Lkw-Produktion in Chennai ändert sich nichts" sagte Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler.

Hero fehlt Geld - Daimler sucht neuen Partner

Offenbar ist dem indischen Mischkonzern Hero bei seinen Expansionsplänen finanziell die Luft ausgegangen. Von den ursprünglich geplanten 700 Millione Euro für den Aufbau der Lastwagenproduktion hätte Hero fast 500 Millionen Euro aufbringen müssen. Angesichts des rückläufigen Marktes "sowie unserer Finanzkraft" wolle Hero von einem Engagement im Nutzfahrzeugbereich Abstand nehmen, hieß es in einer Erklärung der Inder.

Nun muss Daimler die 700 Millionen in den kommenden vier Jahren alleine zahlen. Allerdings war in Konzernkreisen zu erfahren, dass man wieder auf Suche nach einem indischen Vertriebspartner gehen werde. Die Expansionspläne in Indien gehen die Stuttgarter aber angesichts der Wirtschaftskrise, die auch den Subkontinent erfasst hat, mit "gebremsten Schaum" an, wie es hieß. "Das gibt uns etwas Zeit, denn wir werden keine neuen Produkte in die Rezession hinein
positionieren", sagte Renschler.

Fabrikbau geht weiter

Der Bau der Fabrik in der Stadt Chennai geht aber wie geplant weiter. Dort sollten von 2010 an sollen bis zu 70.000 Lastwagen jährlich für den indischen Markt gebaut werden; später sollten auch andere Schwellenländer beliefert werden. Schon heute arbeiten in Chennai 300 Angestellte. Geplant waren für die Fabrik 2.000 Mitarbeiter.

Daimler und Hero hatten das Gemeinschaftsunternehmen im April 2008 gegründet. Der von der Familie Munjal gegründete Mischkonzern Hero erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von mehr als vier Milliarden US-Dollar (2,5 Mrd Euro). Das Joint Venture von Hero und Honda gilt als der weltgrößte Motorradhersteller. Hero wolle sich nun wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren, hieß es.

Kommentare
Bild vergrößern
dpa

Autor:

Anzeige
Top Artikel
Daimler: Mercedes eröffnet neues Werk in Indien

Daimler hat ein neues Produktionswerk in Indien eröffnet. Der neue Standort in Pune sei innerhalb von 13 Monaten errichtet worden, teilte das Unternehmen mit.


VW-Werkseröffnung: 580 Millionen Euro für Standort in Indien

VW hat sein Werk in Indien als bislang größte deutsche Einzelinvestition auf dem Subkontinent eröffnet. Die Gesamtkosten für das Werk in Chakan nahe der westindischen Stadt Pune liegen bei 580 Millionen Euro.


Newsletter
Kfz-Versicherungsvergleich

Bis zu 500 EUR sparen!

Über 180 Tarife anonym vergleichen und auf Wunsch sofort online abschließen

Ihr Ortskennzeichen:
WGV Beitragsrechner Kfz-Versicherung
ANZEIGE

Überzeugend gut, gnadenlos günstig!

Jetzt Auto bei der wgv versichern und mehrere hundert Euro im Jahr sparen!

Bild des Tages
Aktuelle Ausgabe
auto motor und sport - Heft 5/2012
Ab jetzt im Handel auto motor und sport - Heft 05/2012
Sportauto
Tuner 0-300-0 km/h 2011: Tuning-Elite beim High-Speed-Test

Acht getunte Sportmodelle mit 5.481 PS nahmen beim Beschleunigungs- und Bremsentest 0-300-0 km/h teil.

Tuning-Elite beim High-Speed-Test
Motor Klassik
Opel Diplomat B V8: Groß-Projekt - Aufbau statt Schrottplatz

Ein schleudernder Mercedes verwandelt Steffen Exners Opel Diplomat in einen Totalschaden. Doch Exner baut ihn wieder auf.

Groß-Projekt - Aufbau statt Schrottplatz
4WheelFun
Kälte-Chaos für Dieselfahrer: Was tun, wenn der Diesel streikt?

Eiseskälte in Deutschland, und immer mehr Diesel-Fahrzeuge bleiben liegen. Woher kommt das und was lässt sich dagegen tun?

Was tun, wenn der Diesel streikt?
Alle Autos von A-Z
  • Loading...
  • Loading...