Daimler mit Absatzrekord: Autoabsatz 2011 so gut wie nie

Der Autobauer Daimler hat im vergangenen Jahr so viele Wagen abgesetzt wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte. Der Dax-Konzern verkaufte von Januar bis Dezember exakt 1.362.908 Fahrzeuge der Pkw-Marken Mercedes-Benz, Smart, AMG und Maybach.

Diesen Rekord teilten die Schwaben am Donnerstag (5.1.) in Stuttgart mit. Die neue Bestmarke war bereits nach den Novemberzahlen absehbar.
 
Gegenüber dem Vorjahr 2010 ergibt sich ein Plus von 7,7 Prozent. "2012 werden wir unsere Produktoffensive konsequent fortsetzen und weitere attraktive Fahrzeuge auf den Markt bringen, die uns zusätzlichen Rückenwind geben werden", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche laut Mitteilung. Er sei "sehr zufrieden" mit den Zahlen.

Der Rekord versüßt Daimler das feierliche Jubiläumsjahr 2011 - denn exakt vor 125 Jahren (1886) hatte Carl Benz sein Automobilpatent eingereicht. Einziger Schönheitsfehler: Auf dem zentralen Pkw-Markt Westeuropa verbuchte Daimler 2011 ein Minus von einem Prozent.
 
Der für den Konzern überaus wichtige Verkaufsstandort Europa ist anders als die anderen Teilmärkte seit längerem rückläufig. Jedoch brummt es fern der Heimat so sehr, dass dieses Mini-Minus locker mehr als wettgemacht wird. Damit ist eins offensichtlich: Über Daimlers Wohl und Wehe dürften Boomregionen wie Amerika und Asien entscheiden.
 
Dennoch: Zum Jahresende tankte Daimler in allen Teilmärkten noch einmal kräftig auf und verbuchte überall Zuwächse: Insgesamt 132.045 abgesetzte Autos sind 14,1 Prozent mehr. Dabei legte der Bereich Mercedes-Benz Pkw (Mercedes, AMG, Maybach) um 15,1 Prozent zu, der Kleinstwagen Smart schaffte immerhin ein Plus von 0,8 Prozent. Daimler steigert damit seit inzwischen mehr als zwei Jahren den Monatsabsatz im Jahresvergleich ohne eine einzige Unterbrechung.

Absatz in Westeuropa rückläufig

Zugpferd für die gute Entwicklung bei dem schwäbischen Weltkonzern ist seit vielen Monaten die enorme Kaufkraft fern der Heimat, wo sich teils zweistellige Zuwächse ergeben. Auf Jahressicht notiert Daimler für die USA 13,3 Prozent Steigerung, für China sogar 30,6 Prozent.
 
Auf dem wichtigsten Teilmarkt Westeuropa ist der Absatz dagegen seit längerem leicht rückläufig. Dabei ist die Heimat für Daimler noch immer am wichtigsten: Gut 40 Prozent des globalen Pkw-Absatzes entfallen auf Westeuropa, wo die Verkäufe gegenüber 2010 um minus 1,0 Prozent nachließen. Deutschland verzeichnete minus 1,2 Prozent. Daimler setzte 2011 zwischen Alpen und Küste exakt 262.256 Pkw ab.
 
Erwähnenswert ist die Entwicklung in Japan: Trotz der verheerenden Naturkatastrophen und des Atom-Desasters wurden im vergangenen Jahr 7,1 Prozent mehr Fahrzeuge mit Stern verkauft.
 
Während Entwicklungen wie in China vor allem von der Konjunktur und dem Fortschritt des Wohlstandes abhängen, gilt es für Daimler daheim vor allem im harten Wettbewerb zu bestehen. Der Schlachtplan: Zehn neue Modelle sollen in den nächsten vier Jahren in die Autohäuser rollen. Die Hälfte davon sind Kompaktwagen. Schon 2014 will Daimler dem Vernehmen nach etwa 400.000 solcher Autos verkaufen.
 
Kern ist dabei bisher die neue Kompaktklasse: Die neue A-Klasse startet dieses Frühjahr, die neue B-Klasse gibt es seit kurzem. Die nach Daimler-Maßstäben günstigen Modelle sollen vor allem junge Käufer locken, sich für die Nobelmarke mit dem Stern zu entscheiden. Zur anstehenden Verkaufspremiere der neuen A-Klasse sagte Zetsche, sie werde "unsere Marke verstärkt für jüngere Zielgruppen öffnen".
 
Generell hat Konzernlenker Dieter Zetsche große Ziel ausgerufen: Bis zum Jahr 2020 sollen die Stuttgarter die Erzrivalen BMW und Audi überflügeln und die Krone im Oberklassesegment zurückerobern - sie wollen mehr Pkw absetzen und dabei auch noch profitabler sein.  

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dpa

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