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Daimler

Plan V - Sanierungskonzept für Mitsubishi

Foto: Mitsubishi

Mit einer Reduzierung der Produktpalette um zehn Modelle will Daimler-Chrysler seinen japanischen Partner Mitsubishi Motors (MMC) wieder auf Erfolgskurs bringen. Seit einigen Wochen ist unter der Leitung von Smart-Chef Andreas Renschler ein hochkarätig besetztes Expertenteam in Tokio, das auf Geheiß von Konzernchef Jürgen Schrempp einen Turnaround-Plan ausarbeiten soll.

29.03.2004

Die schnelle Eingreiftruppe aus Stuttgart ist rund ein Dutzend Personen stark, darunter befinden sich neben Renschler Top-Manager wie der im Juli in den Ruhestand wechselnde Mercedes-Entwicklungschef Hans-Joachim Schöpf, der ehemalige Mercedes-Produktionsvorstand Helmut Petri sowie AMG-Geschäftsführer Hubertus Troska, ein Spezialist für Vertrieb und Marketing.

Schrempps Auftrag: Alle Optionen prüfen, schlimmstenfalls auch den Ausstieg bei Mitsubishi. Doch Renschler hat schon signalisiert, dass es so weit nicht kommen muss. Sein intern als V-Konzept bezeichneter Plan sieht vor, mindestens zehn unprofitable Modelle aus dem Mitsubishi-Programm zu streichen, um danach in Kooperation mit Chrysler kostengünstigere neue Autos auf den Markt zu bringen.

Umgerechnet elf Milliarden Euro Schulden

Eine weitere Hürde sind die finanziellen Altlasten von Mitsubishi in Höhe von umgerechnet elf Milliarden Euro, die sich auf 60 Banken als Gläubiger verteilen. Daimler-Chrysler-Finanzchef Manfred Genz fliegt deshalb Ende März nach Japan. Er muss die Anteilseigner von MMC - Mitsubishi Heavy Industries, die Mitsubishi Corporation und die Bank of Tokyo-Mitsubishi - dazu bringen, die Schulden gemeinsam abzutragen, damit die Daimler-Bilanz nicht noch mehr belastet wird.

Smart-Chef Renschler soll Rolf Eckrodt beerben

Am 30. April soll die neue Strategie auf der Mitsubishi-Hauptversammlung verkündet werden. Als neuer MMC-Chef soll Andreas Renschler seinen glücklosen Vorgänger Rolf Eckrodt beerben, der in den Ruhestand geht.

Im Frühjahr 2000 hatte Daimler gut ein Drittel der MMC-Anteile erworben, aber im Gegensatz zu Nissan, das durch Renault erfolgreich saniert wurde, blieb Mitsubishi trotz aller Bemühungen ein Pflegefall. Unter unterem weil in den USA Mitsubishi-Automobile ohne Bonitätsprüfung der Kunden in den Markt gedrückt wurden, türmte sich zum Ende des laufenden Geschäftsjahrs im März noch mal ein Verlust von etwa einer Milliarde Euro auf.

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