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Daimler

Produktion der Brennstoffzelle beginnt schon im Sommer

Foto: Daimler-Chrysler 8 Bilder

Der Autokonzern Daimler will bereits in diesem Sommer mit der Produktion erster Modelle mit Brennstoffzelle beginnen und die Produktion in den nächsten Jahren auf 100.000 ausbauen.

28.01.2009 Bernd Ostmann

"Ab Mitte des Jahres werden wir eine moderate Produktionsstückzahl auflegen. Wir glauben, dass wir ein attraktives Produkt ohne Kompromisse darstellen können", kündigte Vorstandschef Dieter Zetsche im Gespräch mit auto motor und sport an. "Und wir sind zuversichtlich, dass wir in einem Zeitraum von vier bis fünf Jahren bei einer Annahme von 100.000 Autos jährlich die Kosten der Brennstoffzelle in die Größenordnung des Antriebsstrangs eines Bluetec-Hybrids bringen können. Das war vor kurzer Zeit noch nicht absehbar."

Wasserstoff-Tankstellennetz forcieren

Deshalb habe Daimler auch die Gespräche für den Aufbau eines Wasserstoff-Tankstellennetzes forciert. "Wir haben mit einem Partner in Deutschland ein Netz von 1.000 Tankstellen analysiert. Das heißt: Höchstens 35 Kilometer muss ein Kunde zurücklegen, bis er die nächste Tankstelle ereicht. Das ist nicht vergleichbar mit der Benzinversorgung, aber ausreichend." Laut Zetsche hat Daimler für diese Analyse mit Linde zusammen gearbeitet. Bei den notwendigen Investitionen setzt Zetsche auf Kooperationen, um die hohen Kosten aufbringen zu können. "Die Investitionen, die in Deutschland getätigt werden müssten, liegen bei 1,7 Milliarden Euro. Keine Hürde, die unüberwindbar ist, aber sie kann nicht von einem allein bewältigt werden. Ich bin begeistert, wie weit wir auf diesem Weg bereits gekommen sind."

Jedes Jahr ein Hybrid-Modell

Mit dem Start der Hybrid-Version der S-Klasse in diesem Sommer will Daimler zudem jedes Jahr ein neues Hybrid-Modell auf den Markt bringen. "Unser Hybrid-Fahrplan beginnt im Sommer mit dem S 400 Hybrid. Ende des Jahres, abhängig von der Batterieverfügbarkeit, geht es mit der M-Klasse weiter", sagte Zetsche . "Wir sind im Prinzip dabei, alle Hauptbaureihen für den Hybrid-Einsatz vorzubereiten. Das bedeutet, dass wir auch zukünftig mindestens einen neuen Hybrid pro Jahr vorstellen werden." Verstärken will Zetsche auch die Entwicklung reiner Elektromodelle. So werde Smart Ende des Jahres weitere 1.000 E-Smart ausliefern. "Daneben sind wir dabei, auf der A- und B-Klasse-Plattform ein vollelektrisches Fahrzeug vorzubereiten, das 2010 zunächst in begrenzter Stückzahl kommen wird. Etwa für 2011/2012 sehen wir es als realistisch an, mit Smart und Mercedes mit relevanten, fünfstelligen Stückzahlen zu kommen."

Zetsche: "Wir brauchen verlässliche Standards der Regierungen"

Zur Entwicklung emissionsfreier Autos hat Daimler-Chef Dieter Zetsche am Donnerstag (28.1.) auf dem World Mobility Forum der Motor Presse Stuttgart einheitliche und langfristige Regelungen gefordert. Die Investitionen seien so hoch und der Aufbau von Infrastruktur so aufwändig, dass verlässliche Standards unverzichtbar seien. Die Politik sei gefordert. "Der Wandel zur postfossilen Mobilität braucht verlässliche Standards. Die Kunden erwarten Planungssicherheit", so Zetsche. "Der Anfang vom Ende des Öl-Zeitalters ist da. Wir müssen massiv in Forschung und Entwicklung investierten, während gleichzeitig nahezu alle Märkte einbrechen." Deshalb werde es zu einer "natürlichen Selektion" in der Autoindustrie kommen. Aber die Krise sei eine Chance, dass die deutsche Industrie mit besseren Lösungen am Ende besser dastehen werde.

Falsch sei es aber, jetzt allein auf den Elektroantrieb zu setzen. "Wir müssen auch gleichzeitig die Diesel und Benziner, die auf die Straße kommen, effizienter machen." Bevor der Verbrennungsmotor durch Elektroantrieb ersetzt wird, müsse der Otto- und Dieselmotor zunächst durch elektrische Komponenten ergänzt werden. Dass sich die Autoindustrie verändern muss und dabei auch Fehler in der Vergangenheit gemacht hat, räumte Zetsche ein. "Ich denke, ich kann für alle meine Kollegen sprechen, wenn ich sage: Uns muss man nicht zum Jagen tragen. Wir haben begriffen."

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