Daimler-Werk: Zukunftskonzept für Sindelfingen steht

Bis 2019 sollen in Sindelfingen keine betriebsbedingten Kündigungen erfolgen.

Vorstand und Betriebsrat des Autobauers Daimler haben sich auf ein Zukunftskonzept für den größten Pkw-Standort im Konzern geeinigt. Mit der am Donnerstag (10.12.) vorgestellten Vereinbarung "Sindelfingen 2020" wird trotz der Verlagerung der C-Klasse-Produktion auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2019 verzichtet. 

Rund 2.700 Arbeitsplätze sollen durch neue Tätigkeiten wie die interne Fertigung von Werkzeugen sowie von Sitzen - für alle in Sindelfingen gebauten Fahrzeuge - geschaffen werden, um die Produktionsverlagerung der kleinen Mercedes-Benz-Limousine nach Bremen und ins US-Werk Tuscaloosa auszugleichen.

Sindelfingen wird Kompetenzzentrum für Leichtbau

Zusätzliche Montage-Umfänge beim Einbau von Hybridantrieben oder dem Aufbau von Erprobungsfahrzeugen gelten nach der Vereinbarung als weitere Maßnahmen für Ersatzbeschäftigung. Der Standort Sindelfingen soll außerdem zum Kompetenzzentrum für Leichtbau-Karosserieteile aufgebaut werden. Über Abfindungsregelungen und bessere Bedingungen für Frühpensionierungen will der Stuttgarter Premiumhersteller außerdem seinen Personalbestand im Griff behalten. Rund 37.000 Beschäftigte gibt es am Standort, für alle gilt die Beschäftigungssicherung.

Zetsche verteidigte C-Klasse-Verlagerung
 
"Wir sind froh, dass wir trotz der aus unserer Sicht falschen Entscheidung des Vorstands die Arbeitsplätze in Sindelfingen über einen so langen Zeitraum sichern konnten", sagte Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm nach einer Betriebsversammlung. Daimler-Chef Dieter Zetsche verteidigte erneut die Neuausrichtung der meistverkauften Baureihe C-Klasse vom Jahr 2014 an als wichtige strategische Weiche im Kampf um Marktanteile. Diese Entscheidung sowie das neue Werk für Kompaktfahrzeuge in Ungarn seien "das beste Mittel, um nachhaltig Arbeitsplätze am Standort Deutschland zu sichern."

Ausstiegsklausel bei erneutem Konjunktureinbruch

Die Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung für die 37.000 Daimler-Mitarbeiter am Standort Sindelfingen kann bei einem erneuten Konjunktureinbruch gekippt werden. "Es gibt eine Ausstiegsklausel, die sich an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen orientiert", sagte Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth am Donnerstag in Sindelfingen. Weitere Werke des Autobauers sollen nach Angaben des Managers nicht mit einer ähnlich umfangreichen Jobgarantie wie in Sindelfingen bis zum Jahr 2020 ausgestattet werden. "Diese Frage stellt sich nicht", erklärte Porth.

Kommentare
Bild vergrößern
dpa/uba

Autor:

Anzeige
Thema
Dieter Zetsche: Weitere Artikel zu diesem Thema
Daimler stellt Maybach ein: Mercedes ist die neue Luxusmarke

Nach Aussage von Daimler-Boss Zetsche war die Wiedereinführung der Marke 2002 unterm Strich ein Verlustgeschäft.

Maybach
Daimler-Testfahrerunfall: Formelle Ermittlungen gegen Zetsche

Nach einem tödlichen Unfall auf einer Teststrecke ermittelt die Staatsanwaltschaft aus formalen Gründen gegen den Daimler-Chef.

AMS TV Audi Testfahrer
Top Artikel
Daimler-Werk: Zetsche gibt Beschäftigungsgarantie

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat den Mitarbeitern im größten Mercedes-Werk Sindelfingen eine Beschäftigungsgarantie gegeben. Trotz der Verlagerung der Mercedes-C-Klasse "geht hier kein einziger Job verloren."

Zetsche will in Sindelfingen keine Jobs abbauen.
Werk Sindelfingen: 15.000 Daimler-Beschäftigte demonstrieren

Rund 15.000 Mitarbeiter des Daimler-Werkes in Sindelfingen sind am Freitag (4.12.) für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze auf die Straße gegangen.

Die Daimler-Beschäftigten in Sindelfingen bangen um ihre Jobs.
Newsletter
Kfz-Versicherungsvergleich

Bis zu 500 EUR sparen!

Über 180 Tarife anonym vergleichen und auf Wunsch sofort online abschließen

Ihr Ortskennzeichen:
WGV Beitragsrechner Kfz-Versicherung
ANZEIGE

Überzeugend gut, gnadenlos günstig!

Jetzt Auto bei der wgv versichern und mehrere hundert Euro im Jahr sparen!

Bild des Tages
Aktuelle Ausgabe
auto motor und sport - Heft 12/2012
Ab jetzt im Handel auto motor und sport - Heft 12/2012
Sportauto
Finalrennen Tuner GP 2012: Ultimativer Wettkampf auf der Piste

Alle Tuning-Fahrzeuge sämtlicher Klassen durften nach dem Zeitfahren bei einem Finalrennen direkt gegeneinander antreten.

Ultimativer Wettkampf auf der Piste
Motor Klassik
Renault Alpine A 610 Turbo: Heckmotor-Franzose zum Porsche-Jagen

Der Renault Alpine A 610 Turbo bildete den Hightech-Höhepunkt der Alpine-Geschichte. Nach der 265 km/h-Flunder war Schluss.

Heckmotor-Franzose zum Porsche-Jagen
4WheelFun
Mercedes G 63 AMG Fahrbericht: Der Vollstrecker

Die Offroad-Ikone von Mercedes geht in diesem Jahr mit 544 PS an den Start. Wir waren mit dem Dampfhammer unterwegs.

Der Vollstrecker
Alle Autos von A-Z
  • Loading...
  • Loading...