Rund 2.700 Arbeitsplätze sollen durch neue Tätigkeiten wie die interne Fertigung von Werkzeugen sowie von Sitzen - für alle in Sindelfingen gebauten Fahrzeuge - geschaffen werden, um die Produktionsverlagerung der kleinen Mercedes-Benz-Limousine nach Bremen und ins US-Werk Tuscaloosa auszugleichen.
Sindelfingen wird Kompetenzzentrum für Leichtbau
Zusätzliche Montage-Umfänge beim Einbau von Hybridantrieben oder dem Aufbau von Erprobungsfahrzeugen gelten nach der Vereinbarung als weitere Maßnahmen für Ersatzbeschäftigung. Der Standort Sindelfingen soll außerdem zum Kompetenzzentrum für Leichtbau-Karosserieteile aufgebaut werden. Über Abfindungsregelungen und bessere Bedingungen für Frühpensionierungen will der Stuttgarter Premiumhersteller außerdem seinen Personalbestand im Griff behalten. Rund 37.000 Beschäftigte gibt es am Standort, für alle gilt die Beschäftigungssicherung.
Zetsche verteidigte C-Klasse-Verlagerung
"Wir sind froh, dass wir trotz der aus unserer Sicht falschen Entscheidung des Vorstands die Arbeitsplätze in Sindelfingen über einen so langen Zeitraum sichern konnten", sagte Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm nach einer Betriebsversammlung. Daimler-Chef Dieter Zetsche verteidigte erneut die Neuausrichtung der meistverkauften Baureihe C-Klasse vom Jahr 2014 an als wichtige strategische Weiche im Kampf um Marktanteile. Diese Entscheidung sowie das neue Werk für Kompaktfahrzeuge in Ungarn seien "das beste Mittel, um nachhaltig Arbeitsplätze am Standort Deutschland zu sichern."
Ausstiegsklausel bei erneutem Konjunktureinbruch
Die Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung für die 37.000 Daimler-Mitarbeiter am Standort Sindelfingen kann bei einem erneuten Konjunktureinbruch gekippt werden. "Es gibt eine Ausstiegsklausel, die sich an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen orientiert", sagte Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth am Donnerstag in Sindelfingen. Weitere Werke des Autobauers sollen nach Angaben des Managers nicht mit einer ähnlich umfangreichen Jobgarantie wie in Sindelfingen bis zum Jahr 2020 ausgestattet werden. "Diese Frage stellt sich nicht", erklärte Porth.






