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Daimler zeigt Betriebsrat an

Ehefrau zur Arbeit fahren sei Betrug

Daimler-Finanztochter zieht nach Stuttgart

Ein Daimler-Mitarbeiter fährt seine Frau zu ihrer Arbeit - während der Arbeitszeit. Der Mitarbeiter ist Betriebsrat und seine Ehefrau eine Daimler-Kollegin. Das Unternehmen wirft ihm jetzt Betrug vor.

04.11.2011 dpa

Der Autobauer Daimler hat einen seiner Betriebsräte wegen Betrugs angezeigt. Das Unternehmen und die Stuttgarter Staatsanwaltschaft bestätigten am Freitag (4.11.) einen entsprechenden Bericht der Stuttgarter Zeitung. Der Vorwurf: Der Betriebsrat im Stammwerk Stuttgart-Untertürkheim soll seine Frau während seiner Arbeitszeit zu ihrem Job gefahren haben, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Frau des Mitarbeiters arbeitet nach dpa-Informationen bei Daimler in Esslingen nahe Stuttgart. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

"Wir können einen gravierenden Verstoß gegen arbeitsvertragliche Pflichten nachweisen und die übliche und angemessene Reaktion ist wie in vergleichbaren Fällen die fristlose Kündigung", teilte ein Daimler-Sprecher mit. Der Betroffene ist seit über 40 Jahren bei dem Autobauer beschäftigt. Noch in diesem Jahr sollte er sogar in den Aufsichtsrat des Unternehmens einziehen.

Betriebrat stimmt Kündigung nicht zu

Das Stuttgarter Arbeitsgericht prüft derzeit, ob die Kündigung gerechtfertigt ist. Der Betriebsrat hatte dieser widersprochen. Nach einem erfolglosen Gütetermin im September werde beim nächsten Termin am 14. Dezember eine Entscheidung angestrebt, sagte eine Gerichtssprecherin.

Obwohl der Untertürkheimer Betriebsrat der Kündigung nicht zugestimmt hatte, missbilligte er das Verhaltens seines Mitglieds und legte ihm nahe, sein Mandat niederzulegen. "Das muss er aber letzten Endes für sich selbst entscheiden", sagte der Betriebsratsvorsitzende Wolfgang Nieke der dpa. Es komme sehr selten vor, dass in einem Unternehmen dieser Größenordnung einem Betriebsrat gekündigt werde.

Dass Daimler Anzeige gestellt habe, sei aus Sicht des Unternehmens eine logische Konsequenz, um sich zusätzlich abzusichern. "So eine Kündigung nimmt ein Unternehmen nicht leichtfertig in Kauf."

In drei Fällen sei bewiesen worden, dass der Mann seine Frau zur Arbeit gefahren habe, sagte Nieke. Daimler geht seinen Angaben zufolge aber noch von viel mehr Fällen aus, in der die Arbeitszeit dazu genutzt worden sei. Der Betriebsrat sollte noch in diesem Jahr für ein Mitglied im Daimler-Aufsichtsrat nachrücken, das in Rente geht. Dies sei trotz der aktuellen Situation immer noch möglich. Der Mann sei immer noch entschlossen, Aufsichtsratsmitglied zu werden, und die Auseinandersetzung könne sich noch länger hinziehen, sagte Nieke.

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