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Daimler-Kamaz Truck-Allianz

Schwaben übernehmen Sperrminorität

Foto: dpa

Fortschritt bei Daimlers Truck-Allianz auf dem wichtigen Wachstumsmarkt Russland: Der Autobauer darf seinen Anteil am russischen Lastwagen-Bauer Kamaz wie gewünscht entscheidend erhöhen.

19.03.2012 dpa

Das Kartellamt in Moskau genehmigte den Schwaben, die derzeit 15 Prozent der Anteile kontrollieren, ihr Paket auf eine Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie auszuweiten. Das teilte die Behörde nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Der Chef der Lkw-Sparte bei Daimler, Andreas Renschler, bekräftigte am Montag (19.3.) vor Journalisten in Stuttgart das generelle Interesse, die Zusammenarbeit auszubauen. Zum Zeitpunkt seiner Aussagen war die Ankündigung der russischen Wettbewerbshüter noch nicht bekannt.

Kein Interesse an Mehrheit

"Wir werden unseren Anteil je nach wirtschaftlicher Entwicklung sukzessive nach vorne entwickeln", sagte Renschler. Der Manager sprach von künftigen Zeitfenstern, in denen Erhöhungen möglich seien. Es bestehe aber aktuell kein Interesse, nach der Mehrheit zu greifen.

Mit dem guten Viertel Anteil hätten die Stuttgarter künftig ein Mitspracherecht bei allen zentralen Entscheidungen - ohne ihre Zustimmung würde nichts mehr gehen. Daimler war für eine Reaktion auf die Chance, sich die Sperrminorität zu sichern, zunächst nicht zu erreichen.

Ende Februar hatte der Staatskonzern Rostechnologii, der bislang 37,8 Prozent an Kamaz hält, Verhandlungen mit Daimler bestätigt. Es gebe aber noch keine Ergebnisse. Daimler war im Dezember 2008 mit zehn Prozent bei Kamaz eingestiegen und hatte dafür rund 190 Millionen Euro bezahlt. 2010 hatte der schwäbische Konzern gemeinsam mit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung fünf weitere Prozent gekauft. Ein Preis war nicht genannt worden.

Daimlers Lkw-Sparte wächst fern der Heimat

Die Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern wird künftig noch stärker über den Erfolg von Daimlers Lkw-Sparte entscheiden. "Fast 95 Prozent des Wachstums bis 2020 entstehen außerhalb unserer traditionellen Märkte", sagte Truck-Chef Andreas Renschler am Montag in Stuttgart. Das laufende Jahr werde dabei ein schwieriges. Zwar sollen die weltweiten Verkäufe auch 2012 leicht steigen, ein genaues Ziel nannte der Daimler-Manager aber nicht.

Vergangenes Jahr hatte Daimler mit knapp 426.000 Lastern rund 29 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet und fast 1,9 Milliarden Euro operativen Gewinn erzielt. Dieses Ergebnis will Renschler 2012 "mindestens auf Vorjahresniveau" halten. Konkreter wurde er nicht.

Schub aus USA dank veralteteter Lkw-Fuhrparks

Angesichts der unsicheren Märkte daheim in Europa erwartet der Daimler-Vorstand dieses Jahr vor allem Schub aus Nordamerika - wo es viele veraltete Lkw-Fuhrparks gebe - und aus Japan, wo der Aufbau nach der Dreifach-Katastrophe angelaufen ist. Langfristig entschieden vor allem die Boom-Märkte China, Indien und Russland sowie Brasilien, wo Daimler schon länger unterwegs ist. Bis 2020 rechnet Renschler im weltweiten Markt der Lkw über 3,5 Tonnen mit einem Plus von 1,7 Millionen Stück auf dann insgesamt 6,7 Millionen Fahrzeuge.

Fast komplett werde sich dieser Zuwachs fern der traditionellen Märkte Nordamerika, Europa und dem industrialisierten Ostasien rund um Japan abspielen. Das Wachstum der Schwellenländer bringe parallel den Bedarf an Lastern. Dabei setzen die Schwaben auf Kooperationen, um mit ausländischen Partnern günstig direkt am Ort zu produzieren.

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