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Dana leitet Insolvenz ein

Foto: Dana

Die Misere der US-Autoindustrie hat ein neues Opfer: Der von Milliardenverlusten belastete amerikanische Autoteilehersteller Dana und seine 40 US-Tochterfirmen haben ein Insolvenzverfahren eingeleitet.

06.03.2006

Die Geschäfte werden nun unter Aufsicht eines New Yorker Insolvenzrichters fortgeführt, der die Gruppe sanieren will. Dana ist bereits der vierte große US-Autozulieferer, der innerhalb der vergangenen 13 Monate ein Insolvenzverfahren eingeleitet hat. Das Unternehmen gehört zu den weltweit agierenden Herstellern von Achsen, Bremsen und anderen Autoteilen.

Zuvor hatten der Branchenführer Delphi Corp sowie Collins & Aikman Corp und Tower Automotive Inc diesen Schritt vollzogen. Die beiden größten US-Autokonzerne General Motors (GM) und Ford stecken in der Krise. Sie wollen in den kommenden Jahren insgesamt 60.000 nordamerikanische Stellen streichen und zahlreiche Fabriken schließen. GM, Ford und Chrysler drängen die Zulieferanten auf ständig neue Preisabschläge.

Das Dana-Insolvenzverfahren wurde am Freitag in New York eingeleitet und nach Börsenschluss bekannt gegeben. Die Dana-Töchter in Europa, Südamerika, im asiatisch-pazifischen Raum, in Kanada und in Mexiko seien nicht in das Insolvenzverfahren einbezogen, hieß es.

Dana mit Sitz in Toledo (Bundesstaat Ohio) begründete den Gang zum Insolvenzgericht mit dem anhaltenden Umsatzschwund, der durch fallenden Marktanteile und das schrumpfende Produktionsniveau seiner größten heimischen Kunden verursacht worden sei. Hinzu sei der scharfe Anstieg der Rohstoff- und Energiepreise gekommen, mit dem die erzielten Kostenersparnisse nicht Schritt gehalten hätten. Die Liquidität sei durch die allgemeine Finanzlage der Branche schwer beeinträchtigt worden. Dana konnte auch seine Kreditfazilitäten nicht mehr termingerecht erneuern oder ausweiten.

Die Dana-Aktien waren wegen der vorangegangenen Insolvenzspekulationen von einem Zwölfmonatshoch von 17,03 Dollar auf nur noch 0,66 Dollar eingebrochen. Der Handel mit Dana-Aktien wurde von der New Yorker Börse mit sofortiger Wirkung suspendiert.

Die Dana-Gruppe hatte in den ersten neun Monaten 2005 einen Umsatz von 7,5 Milliarden Dollar. Dabei fiel ein Verlust von 1,2 Milliarden Dollar (1,0 Mrd Euro) an. Das Unternehmen machte rund 4,5 Milliarden Dollar Umsatz in Nordamerika und 1,5 Milliarden Dollar in Europa. Die Gesellschaft beschäftigt weltweit 46.000 Mitarbeiter, beliefert fast alle großen Autohersteller und ist in 28 Ländern vertreten. Dana ist auch wichtiger Zulieferant der Lkw- und Nutzfahrzeughersteller.

Das Insolvenzverfahren im Rahmen des Kapitel Elf des US-Insolvenzrechtes bietet temporären Schutz vor den Gläubigern und ermöglicht eine Fortführung der Geschäfte sowie Sanierungsbemühungen unter Aufsicht eines Insolvenzrichters. Dana wolle sich finanziell und operativ sanieren, kündigte Konzernchef Michael J. Burns an. Das Unternehmen sicherte sich Kreditzusagen von 1,45 Milliarden Dollar von der Citigroup, der Bank of America und der JP Morgan Chase Bank. Burns will bereits geplante Spartenverkäufe, Betriebsschließungen und die Produktionsverlagerung in kostengünstigere Standorte fortführen.

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