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6.000 Verwaltungsjobs weg - Zentrale wird verlegt

Update ++ Daimler-Chrysler baut in den nächsten drei Jahren weltweit 6.000 Stellen in der Verwaltung ab. Dies seien rund 20 Prozent aller Verwaltungsstellen, teilte der Autobauer am Dienstag (24.1.) in Stuttgart mit.

24.01.2006

Damit sollen die Verwaltungskosten um rund 1,5 Milliarden Euro im Jahr verringert werden. Die Kosten für die Umsetzung der neuen Strukturen werden von 2006 bis 2008 mit insgesamt etwa zwei Milliarden Euro angegeben.

Konzernchef Dieter Zetsche kündigte an, dass Doppelkapazitäten auf Konzernebene und operativer Ebene abgebaut werden sollten. Dazu gehöre auch, dass die deutschen Vorstandsmitglieder die bisherige Zentrale in Stuttgart-Möhringen verlassen und in das Motoren-Stammwerk Stuttgart-Untertürkheim umziehen. Dies bedeute, dass die Konzernzentralen zukünftig in Untertürkheim und in Auburn Hills bei Detroit (USA) ansässig sein würden. Der Konzernvorstand werde mit neun Personen zwar gegenüber dem Vorjahr nominell um drei Personen verkleinert, bleibt aber gegenüber der jetzigen Zusammensetzung unverändert. Der Gesamtbetriebsrat kritisierte den erneuten Stellenabbau.

Betriebsrat wettert

Die Arbeitnehmervertreter haben den angekündigten Abbau von 6.000 Stellen in der Verwaltung attackiert. "Schon wieder hat der Vorstand eine pauschale Personalabbauzahl verkündet, die von uns nicht akzeptiert wird. Personalabbau wird für den Vorstand offenbar zum zentralen Mittel der Effizienzsteigerung im Unternehmen", sagte Konzernbetriebsratschef Erich Klemm am Dienstag.

Die Zustimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat gelte allein der Neuordnung der Ressortverteilung im Vorstand. Alle anderen Themen seien nicht Gegenstand von Beschlüssen gewesen. Klemm betonte, Kündigungen seien durch den Beschäftigungspakt bis 2012 in Deutschland ausgeschlossen. "Sollte der Vorstand also einen Personalabbau anstreben, kann dieser ausschließlich freiwillig und mit sozialverträglichen Maßnahmen stattfinden."

Zetsche will faire Lösungen

Daimler-Chrysler Chef Dieter Zetsche hat den Mitarbeitern in der Verwaltung des Autokonzerns versichert, für die vom Stellenabbau Betroffenen alles zu tun, um "faire Lösungen zu finden". "Grundsätzlich haben wir aber keine andere Wahl, wenn wir nicht die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens gefährden wollen", schrieb Zetsche am Dienstag in einem Mitarbeiterbrief.

Zetsche betonte in dem Schreiben, dass Verwaltungsfunktionen wie Finanzen, Controlling, Personal oder Strategie auf vielen Ebenen wahrgenommen würden. "Wir haben hier Doppelkapazitäten, was ein hohes Maß an Komplexität zur Folge hat." Außerdem betonte der Konzernchef, das viele Unternehmenseinheiten ihr Geschäft auf ihre Weise betrieben und es keine harmonisierten und standardisierten Prozesse gebe. "Um unsere Zukunft zu sichern, müssen wir immer wieder unsere Strukturen und Prozesse überprüfen und den geänderten Anforderungen anpassen", begründete Zetsche das Programm zum Umbau der Konzernzentrale.

Jörg Spies, Betriebsratschef der Konzernzentrale, fürchtet, dass der größte Teil des Abbau in Deutschland stattfinden wird. Inklusive der Manager könnten etwa 2.000 Mitarbeiter allein in Stuttgart betroffen sein, sagte er am Dienstag.

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