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DC-Betrugsaffäre

Ermittlungen gegen elf Personen

Foto: Daimler-Chrysler

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt seit Montag (14.3.) gegen elf Personen wegen des Verdachts der Untreue innerhalb des Daimler-Chrysler-Konzerns.

14.03.2005

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt seit Montag (14.3.) gegen elf Personen wegen des Verdachts der Untreue innerhalb des Daimler-Chrysler-Konzerns. "Es handelt sich dabei größtenteils um Mitarbeiter von Daimler-Chrysler", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Angaben zum Sachverhalt machte die Behörde nicht. Die Ermittlungen laufen im Zusammenhang mit den Unregelmäßigkeiten innerhalb des Vertriebsnetzes von Daimler-Chrysler, die seit mehreren Tagen in den Schlagzeilen sind.

Eine Sprecherin des Daimler-Chrysler-Konzerns sagte: "Es ist nicht auszuschließen, dass sich der betroffene Personenkreis noch vergrößern wird." Es gebe immer noch neue Hinweise, die geprüft werden müssten, fügte sie hinzu. Eine Zahl der Mitarbeiter, die ins Visier der Ermittlungen des Daimler-Chrysler-Konzerns geraten sind, nannte die Sprecherin nicht. Die Daimler-Chrysler-Konzernsicherheit und die Konzernrevision arbeiten auf Hochtouren. Ein Ende der Ermittlungen sei noch nicht abzusehen. Ermittelt werde wegen Unregelmäßigkeiten beziehungsweise unternehmensschädigendem Verhalten. Eine Höhe der Schadenssumme könne bisher nicht genannt werden, sagte die Sprecherin.

Aus Kreisen der Staatsanwaltschaft werden ebenso wie aus dem Hause Daimler-Chrysler keine konkreten Namen genannt. Daimler-Chrysler hatte allerdings schon am 24. Februar bestätigt, dass gegen zwei ranghohe Vertriebsmanager wegen Unregelmäßigkeiten im Haus ermittelt werde. Es handelt sich um Jürgen Fahr, Mitglied der Geschäftsleitung der Vertriebsorganisation in Deutschland und den Leiter der Mercedes-Benz-Niederlassung Hamburg, Walter Missing. Beiden Managern wurde inzwischen gekündigt.

Im Blickfeld der Ermittler sowohl des Hauses Daimler-Chrysler wie auch der Staatsanwaltschaft steht auch der frühere Deutschland-Vertriebschef für Mercedes-Pkw, Eckhard Panka. Er soll nach Medienberichten Mittel des Autokonzerns für private Zwecke, etwa Immobilien auf Mallorca genutzt haben. Den Berichten zufolge soll Panka Mitarbeiter der Bauabteilung des Konzerns für den Hausbau einer Freundin auf Mallorca eingesetzt haben. Panka war schon Ende vergangenen Jahres in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet worden.

Staatsanwaltschaft und Daimler-Chrysler machten auch am Montag keine Angaben über die konkreten Fälle, in denen ermittelt wird. Immer mehr stellt sich allerdings heraus, dass es auch um Graumarktgeschäfte gehen soll. Daimler-Chrysler setzt seine Mercedes-Fahrzeuge über ein selektives Vertriebssystem und autorisierte Händler weltweit ab. In einige Fällen sollen etwa Unternehmen für den eigenen Fuhrpark Wagen mit hohen Rabatten bestellt haben, diese aber dann weiterverkauft und daran verdient haben.

Dies seien Graumarktgeschäfte, weil damit den offiziellen Daimler-Chrysler-Vertriebskanälen Konkurrenz gemacht werde, hieß es weiter. Aus Daimler-Chrysler-Kreisen hatte es schon vergangene Woche geheißen, das Unrechtsbewusstsein der ins Visier geratenen Mitarbeiter sei schlecht ausgeprägt. Sie selbst glaubten, dem Unternehmen mit diesen Verkäufen einen Dienst erwiesen zu haben.

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