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Job-Auslagerung stößt auf Widerstand

Foto: Daimler-Chrysler

Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche will den Konzern weiter verschlanken und plant bis 2012 Werksschutz und Feuerwehr aller Standorte in Deutschland an Fremdfirmen zu vergeben. Damit will der Autohersteller 830 Mercedes-Beschäftigte aus dem Konzern auslagern.

29.06.2007 Harald Hamprecht

Nach einem internen Papier mit dem Titel "Strategische Neuausrichtung der operativen Werkssicherheitsfunktionen" erhofft sich Zetsche dadurch eine Kostenersparnis von 45 Prozent. Als mögliche Auftragnehmer gelten Securitas und VSU. "Entscheidungen sind noch nicht getroffen", betonte ein Sprecher auf Anfrage.

Betriebsrat kündigt Widerstand an

Der Betriebsrat hat bereits Widerstand gegen die Pläne angekündigt und will nicht zulassen, dass der betroffene Dienstleistungstarifvertrag ausgehöhlt wird, der erst vor drei Jahren vereinbart wurde. "Falls das Management diese Pläne durchzieht, wird eine Reaktion der IG Metall und des Betriebsrats nicht ausbleiben", warnt Daimler-Aufsichtsrat und IG-Metall-Vertreter Thomas Klebe gegenüber auto-motor-und-sport.de. "Wir würden diesen Schritt als Abkehr vom bisher gemeinsam beschrittenen Weg ansehen. Den Sinn von Verträgen mit der Konzernführung müssten wir künftig in Frage stellen."

Klebe kritisiert auch die Zentralisierungen im Konzern, mit denen Daimler-Chrysler weitere Einsparungen erreichen will. "Wir halten das starke Zentralisierungsmodell für überzogen, in den einzelnen Werken geht damit Entscheidungskompetenz verloren, Prozesse werden verlangsamt." Statt in jedem Werk dezentral Funktionen wie die Gehaltsabrechnung oder den Einkauf vorzuhalten, sollen diese künftig in sogenannten Shared Service Center zentralisiert werden. Erfolgreich gewehrt hat sich der Betriebsrat gegen die aktuelle Zentralisierung der Buchhaltung mit bundesweit 360 Mitarbeitern. Laut Daimler-Aufsichtsrat Klebe habe allein die Intervention der Arbeitnehmervertreter verhindert, dass Mercedes diese Funktion in die tschechische Hauptstadt Prag verlagert hat und nun stattdessen auf drei deutsche Standorte zentralisiert: Wörth, Stuttgart und Berlin-Brandenburg. Eine entsprechende Betriebsvereinbarung soll in wenigen Tagen unterzeichnet werden. Eine Mercedes-Sprecherin wollte diese Informationen nicht kommentieren. "Es werden hier weiterhin alle Möglichkeiten diskutiert. Ein abschließendes Ergebnis liegt nicht vor."

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