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Kein Geld für Mitsubishi - Ende einer Ehe?

Foto: Mitsubishi

Update ++ Komplettaustieg auf Raten, Stellungnahme DC und Mitsubishi ++ Daimler-Chrysler hat überraschend die Notbremse gezogen. Für die milliardenschwere Sanierung der Beteiligung am japanischen Autobauer Mitsubishi Motors will der Stuttgarter Autokonzern kein Geld zur Verfügung stellen.

23.04.2004

"Vorstand und Aufsichtsrats haben beschlossen, an der von der Mitsubishi Motors Corporation (MMC) geplanten Kapitalerhöhung nicht teilzunehmen sowie die weitere finanzielle Unterstützung von MMC einzustellen," teilte Daimler-Chrysler in der Nacht zum Freitag (23.4.) in Stuttgart nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Nach Agenturberichten, soll der Stuttgarter Autokonzern komplett die Partnerschaft mit Mitsubishi beenden. Dies verlautet aus Unternehmenskreisen.

Bislang waren Beobachter davon ausgegangen, dass sich Daimler-Chrysler - mit 37 Prozent größter Einzelaktionär von Mitsubishi Motors - mit mehreren Milliarden Euro an der Sanierung des hochverschuldeten Autokonzerns beteiligen würde. Konzernchef Jürgen Schrempp hatte allerdings bis zuletzt betont, dass man sich bei Mitsubishi alle Optionen offen halten wolle. Auf der Hauptversammlung von Daimler-Chrysler in Berlin hatte es im April heftige Kritik von Aktionären und großen Investmentfonds an der Mitsubishi-Beteiligung gegeben.

Nach dem Ergebniseinbruch von MMC im Geschäftsjahr 2003/2004 (31. März) hatte Daimler-Chrysler ein hochkarätiges Management-Team nach Tokio geschickt, um einen Sanierungsplan zu erarbeiten. "Dabei konnte keine Lösung gefunden werden, die zu einem für Daimler-Chrysler akzeptablen Ergebnis führt", hieß es jetzt dazu. Wie es mit der Beteiligung an Mitsubishi weitergehen soll, will der Stuttgarter Autokonzern an diesem Freitag bei einer Telefonkonferenz erläutern.

Fuso-Beteiligung soll bestehen bleiben.

Mitsubishi Motors hat nach verschiedenen Aussagen von Daimler-Chrysler-Konzernchef Jürgen Schrempp eine wichtige Rolle in der Asienstrategie des Konzerns gespielt. Außerdem sollten vor allem mit der US-Tochter Chrysler gemeinsame Plattformen für Pkw entwickelt werden. Beim viersitzigen Kleinwagen gab es ebenfalls eine sehr enge Zusammenarbeit mit Mitsubishi. Der Daimler-Chrysler Manager Rolf Eckrodt ist seit 2002 Mitsubishi-Präsident. Es war erwartet worden, dass Smart-Chef Andreas Renschler sein Nachfolger werden würde. Für den 30. April war in Tokio eine außerordentliche Hauptversammlung von Mitsubishi angesetzt gewesen.

Die Beteiligung an dem Nutzfahrzeugebauer Mitsubishi Fuso soll nach Agenturberichten weiter bestehen bleiben. "Mir ist nichts davon bekannt, dass sich daran etwas ändern soll", sagte eine Unternehmenssprecher am Freitag. Daimler-Chrysler hatte sich kürzlich die Mehrheit an der 2003 aus
Mitsubishi ausgegliederten Nutzfahrzeugsparte Fuso gesichert und hält nun 65 Prozent.

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