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DC-Krise

Verhandlungen in der Sackgasse

Foto: Daimler-Chrysler

Der Konflikt um Kosteneinsparungen bei Daimler-Chrysler hat sich am Dienstag (20.7.) zugespitzt. Bei den Knackpunkten Schichtzuschläge und der Steinkühler-Pause von fünf Minuten pro Arbeitsstunde hätten sich die Fronten verhärtet.

20.07.2004

Dies erfuhr die Deutsche Presseagentur (dpa) aus Gewerkschaftskreisen. "Die Verhandlungen sind am Scheideweg", sagte ein beteiligter Arbeitnehmervertreter. Der Vorstand verlange "kategorisch" Änderungen der Tarifverträge und beharre auf der 500-Millionen-Euro-Forderung. Dies lehnen Gesamtbetriebsrat und IG Metall ab.

Konsens: 40-Stunden-Woche für Forschung und Entwicklung

Eine Einigung am Dienstag oder Mittwoch sei eher unwahrscheinlich, war aus dem Unternehmen zu hören. Die Verhandlungen könnten die ganze Woche über fortgesetzt werden. Konsens soll es bei der Einführung der 40-Stunden-Woche für rund 20.000 Beschäftigte in Forschung und Entwicklung gegen Mehrbezahlung geben. Zudem soll ein Tarifvertrag für Dienstleister unterzeichnet werden, wonach Arbeitnehmer in Kantinen, Druckereien und Werksschutz weniger verdienen würden als Metaller in der Autoproduktion.

Keine Einigung bis Freitag: Neue Streiks

Die Arbeitnehmer erwarteten zudem einen sichtbaren Solidaritätsbeweis des gesamten Daimler-Chrysler-Managements. Nicht nur der Konzernvorstand, sondern die gesamte leitende Führungsebene mit etwa 6.000 Managern solle auf Gehalt verzichten, betonten Betriebsratsmitglieder. Kommt es bis Freitag zu keiner Einigung, will der Betriebsrat erneut zehntausende Beschäftigte in allen deutschen Werken mobilisieren.

Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm hatte mehrfach betont, Einschnitte für die Beschäftigten seien nur hinnehmbar, wenn der Vorstand Standortgarantien unter anderem für die Werke Sindelfingen und Stuttgart-Untertürkheim bis zum Jahr 2012 gebe. IG Metall-Vize Berthold Huber brachte eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren ins Spiel. "Wir wollen eine Verabredung, die nicht nur zwei Jahre hält, sondern sämtliche mittelfristigen Produkteinführungen abdeckt", sagte er der "Berliner Zeitung".

Mercedes-Chef Jürgen Hubbert hatte zuletzt erklärt, man sei sich näher gekommen, es gebe aber noch einige grundsätzliche Punkte zu klären. Mit einem Kompromiss rechnet indes Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD). Die Tarifautonomie in Deutschland funktioniere.

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