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DC prüft Ausstiegsszenarien bei Chrysler

Foto: Daimler-Chrysler

Daimler-Chrysler prüft nach "Spiegel"-Informationen Ausstiegsszenarien bei seinem erneut mit schweren Problemen kämpfenden US-Arm Chrysler. Unterdessen hat Chrysler die Sanierungsexperten von McKinsey als Krisenhelfer an den Tisch geholt.

30.10.2006

Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" zitiert in seiner neuesten Ausgabe einen Daimler-Chrysler-Manager wonach es in der gegenwärtigen Situation "töricht" wäre, auf die Prüfung aller Optionen bezüglich der Chrysler-Zukunft zu verzichten. Es ist das bisher deutlichste Anzeichen dafür, dass Chrysler nach Jahren harter Sanierung doch noch zur Disposition stehen könnte.

Die Spekulationen darüber hatten zugenommen, nachdem Daimler-Chrysler-Finanzchef Bodo Uebber sich in der Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen am Mittwoch (25.10.) wiederholt weigerte, zu direkten Fragen nach einem möglichen Verkauf von Chrysler oder einer Allianz mit anderen Herstellern Stellung zu nehmen. Der Konzern stellte anschließend klar, dass es keine Pläne gebe, sich von Chrysler zu trennen.

Der US-Arm hatte die Konzernbilanz für das dritte Quartal mit einem Milliardenverlust verhagelt. Wegen eines Absatzeinbruchs hatten sich große Neuwagenbestände angesammelt, so dass die Produktion drastisch heruntergefahren werden musste. Daimler-Chrysler kündigte an, Maßnahmen zur Verbesserung der Lage würden derzeit intern geprüft und sollen erst 2007 vorgelegt werden. Konzernchef Dieter Zetsche hatte in seiner Zeit bei Chrysler vor einigen Jahren mehrere Werke geschlossen und rund 26.000 Stellen gestrichen. Der US-Arm galt daraufhin als dauerhaft saniert.

Der "Spiegel" berichtet nun, ein Szenario sehe vor, dass der Konzern Chrysler ausgliedert und an die Börse bringt. Möglich sei auch, dass sich ein anderer Hersteller an Chrysler beteilige und eigene Modelle in den nicht ausgelasteten US-Fabriken montiere. Als möglichen Partner nennt das Nachrichtenmagazin dabei den VW-Konzern.

McKinsey nimmt Chrysler unter die Lupe

Inwieweit das realistisch ist, wird in der Branche allerdings skeptisch gesehen, zumal VW derzeit selbst mitten in einem massiven Restrukturierungsprozess steckt. Was für eine mögliche Verbindung spricht: Schon in den vergangenen Monaten hatte es intensive Flirts zwischen VW und Chrysler bezüglich einer Kooperation im Kleinwagensegment gegeben - und: VW-Markenchef Wolfgang Bernhard kennt die Verhältnisse aus der Zeit, als er mit Dieter Zetsche Teil des gefeierten Chrysler-Sanierungsduos war. Ansonsten: Vieles ist Spekulation um ein Zusammenkommen von Chrysler und VW.

Was indes keine Spekulation mehr ist: In den USA hat Chrysler ganz offiziell die Sanierungsexperten von McKinsey als Krisenhelfer ins Boot geholt. McKinsey, deren Berater auch schon in das laufende Mercedes-Spar- und Produktivitätssteigerungsprogramm namens "Core" einbezogen waren, sollen die Lage bei Chrysler durchleuchten und bei der Erstellung eines Return-Plans helfen. Dieser soll bis zum Ende des Jahres vorliegen. Bereits vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass Mercedes-Produktionsvorstand Reiner Schmueckle als Krisenhelfer einer Arbeitsgruppe angehört, die das Chrysler-Management unterstützen soll.

Angesichts so prominenter Helfer fragen sich US-Medien, welche Rolle im Sanierungsstress eigentlich der aktuelle Chrysler-Boss Tom LaSorda noch spielt. Der Einsatz von McKinsey sei nicht eben ein Vertrauensbeweis für LaSorda und seine Mannschaft.

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