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DC steigert Gewinn - Smart steht auf dem Prüftstand

Trotz eines Gewinneinbruchs bei der erfolgsverwöhnten Mercedes-Gruppe hat der Autokonzern Daimler-Chrysler im dritten Quartal sein Ergebnis gesteigert. Der operative Gewinn legte um sieben Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zu, teilte Daimler-Chrysler am Donnerstag(28.10.) in Stuttgart mit.

28.10.2004

Der Autokonzern blieb bei seiner Prognose, im gesamten Jahr 2004 den operativen Gewinn gegenüber dem bereinigten Vorjahreswert (5,1 Mrd Euro) "deutlich" steigern zu können. Die Börse reagierte am Mittag mit einem leichten Kursrückgang von 0,6 Prozent auf 32,55 Euro.

Der Konzerngewinn stieg im dritten Quartal auf 1,0 Milliarden Euro und übertraf damit den Reingewinn des gesamten Vorjahres um mehr als das Doppelte. Das Ergebnis je Aktie kletterte von minus 1,63 Euro auf plus 0,94 Euro. In den ersten neun Monaten des Jahres legte der operative Gewinn um 51 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro zu. Der Umsatz stieg per Ende September um drei Prozent auf 104,3 Milliarden Euro.

Smart belastet Mercedes

Wegen der hohen Kosten für Modellanläufe und die Verbesserung der Qualität brach der Gewinn der Mercedes Car Group im Vergleich zum Vorjahresquartal um 62 Prozent auf 304 Millionen Euro (Vorjahr: 793 Mio Euro) ein. Allein Mercedes-Benz verkaufte mit 256.600 rund 17.000 Fahrzeuge weniger Autos als im Vorjahr. Vor allem in Deutschland schwächelte der Absatz mit minus 13 Prozent, während er in den USA um 12 Prozent zulegte.

Hauptgrund für den dramatischen Gewinneinbruch bei der Mercedes Car Group war die Marke Smart, bei der die Vertriebskosten deutlich über und die Verkaufszahlen deutlich den Erwartungen gelegen hätten. Daimler-Chrysler werde, wie Financhef Manfred Gentz bei einer Telefon-Konferenz erklärte, zu überlegen haben, was künftig mit dem Smart-Gschäftsbereich zu geschehen habe. "Smart war bis heute noch nie positiv“, sagte Gentz. Die gemeinsam mit Mitsubishi entwickelte Smart-Modellreihe Forfour sei zwar vom Markt positiv aufgenommen worden, "aber die Finanzergebnisse sind enttäuschend". Angesprochen auf das weitere Vorgehen, ob man für Smart einen komplett neuen Business-Plan erstellen oder gar die ganze Mercedes-Tochter verkaufen wolle, sagte Gentz: "Noch ist nichts entschieden, aber wir denken in allen Alternativen." Auch müsse man sich von derm Ziel, noch in diesem Jahr den Break-even-Punkt zu erreichen, verabschieden. Denn das gesamten Kleinwagen-Segment sei deutlich zurückgegangen und unter Druck.

Zweiter wichtiger negativer Kostenfaktor bei der Mercedes Car Group waren die Aufwendungen für Qualität und Garantie. Wie Gentz sagte, sei jeder Modellanlauf seit Beginn der C-Klasse "um vier bis sechs Wochen" verschoben worden. Das sei auch bei der A-Klasse im Sommner dieses Jahres der Fall gewesen und werde auch bei M-Klasse so sein, die erst Mitte nächsten Jahres auf den Markt kommen werde. Zu diesem Zeitpunkt sei auch die neue B-Klasse auslieferungsreif. Erst bei dem für Herbst nächsten Jahres terminierten S-Klasse-Nachfolgemodell könne davon ausgegangen werden, dass die vorgesehene Zeitplanung eingehalten werden könne. Dies werde alles zu vermehrtem Kostenaufwand und auch dazu führen, dass eingeplante Umsatzerlöse erst Wochen später realisiert werden könnten.

Chrysler macht Gewinn

Das einstige Sorgenkind Chrysler konnte dagegen den Gewinn erneut steigern. Der US-Autobauer legte beim Operating Profit von 147 Millionen Euro auf 217 Millionen Euro zu und hat in neun Monaten bereits eine Milliarde Euro verdient (Vorjahreszeitraum 650 Mio Euro Verlust). Der Absatz stieg um drei Prozent auf 651.900 Autos.

Der operative Gewinn im Konzern wurde durch negative Sonderbelastungen unter anderem bei den Nutzfahrzeugen (405 Mio Euro für Rückrufaktionen bei Mitsubishi Fuso) und Aufwendungen für Toll Collect (119 Mio Euro) belastet. Es gab aber auch Einmalerträge. Der Operating Profit wurde somit per saldo um Sondereffekte in Höhe von 448 Millionen Euro belastet und wäre ohne die Einmaleffekte auf 1,78 Milliarden Euro gestiegen.

Die Nutzfahrzeugsparte steigerte im dritten Quartal ihren Absatz um 56 Prozent auf 192.800 Fahrzeuge. Die Fuso-Belastungen sorgten dafür, dass mit 159 Millionen Euro der Gewinn des Vorjahresquartals (198 Mio Euro) nicht erreicht wurde. Die Dienstleistungen steigerten den Gewinn kräftig um 45 Prozent auf 412 Millionen Euro.

Obwohl die Mercedes Car Group ihren Vorjahresabsatz von 1,2 Millionen Einheiten leicht übertreffen werde, bleibe der Gewinn im Gesamtjahr wesentlich unter dem Vorjahresniveau, hieß es. Man habe hier klare Prioritäten gesetzt, sagte ein Konzernsprecher unter Bezug auf die Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität bei Mercedes-Benz. Sie sollen nach Brancheninformationen einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag gekostet haben.

Die Mitarbeiterzahl werde im Gesamtjahr deutlich um 24.000 auf 386.000 steigen. Neben Veränderungen im Konsolidierungskreis würden auch rund 9.600 neue Jobs für den Beschäftigungszuwachs sorgen.

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