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Dekra Mängelreport

Die zuverlässigsten Gebrauchten

Ford Fiesta Foto: Reinhard Schmid 66 Bilder

Der neue Dekra Gebrauchtwagenreport belegt: Deutsche Modelle liegen nicht nur mit den jüngeren Jahrgängen in den meisten Kategorien vorn, sondern auch im Gesamtranking quer durch alle Laufleistungsklassen.

10.07.2012 Malte Jürgens

Der Dekra Gebrauchtwagenreport 2012 sendet eine gute und eine weniger gute Nachricht nach Ingolstadt. Zuerst diese: Der Audi A6, in den Vorjahren souveräner Sieger bei den Gebrauchtwagen quer durch alle drei Laufleistungsklassen, ist auf Rang drei abgerutscht.

Dann das Positive: Neuer König in Sachen Mängelfreiheit bei der Hauptuntersuchung ist der Audi A4. Zwischen dem Duo mit den vier Ringen vor dem Kühler platziert sich als Zweiter die Mercedes C-Klasse.

Das Dekra-Gesamtranking ist sozusagen die große Kür einer akribischen Auswertung. Aus rund 15 Millionen Hauptuntersuchungen der letzten 24 Monate destillieren die Statistiker der Stuttgarter Prüforganisation ein Mal im Jahr ein klares Bild über die Zuverlässigkeit von Secondhand-Autos.

Wertungen in drei Laufleistungsklassen

Ausgewertet werden alle Baureihen, aus denen mehr als 1.000 Hauptuntersuchungen vorliegen. Dabei handelt es sich um Erstuntersuchungen; Nachkontrollen gehen nicht in den Dekra Mängelindex (DMI) ein. Bezugsgröße der Feinwertung ist dabei die Laufleistungsklasse: null bis 50.000 Kilometer (1), 50.001 bis 100.000 Kilometer (2) und, als dritte Klasse, 100.001 bis 150.000 Kilometer (3).

Werden alle drei Ergebnisse für eine Baureihe addiert, ergibt sich die Gesamtreihenfolge: Bei welchen Modellen erwarten den Käufer auch bei höheren Kilometerständen die wenigsten Probleme?

Der Index bezieht sich dabei nur auf die gebrauchtwagenspezifischen Mängel. Abgelaufene Verfallsdaten von Verbandskästen etwa oder abgefahrene Reifen gehören nicht dazu; sie sind Fahrersache.

Geländewagen liegen auch als Gebrauchte im Trend

Wo die Gebrauchtwagen-Trends 2012 liegen? Geländewagen - vor allem die kompakten - sind gefragter denn je, und die obere Mittelklasse sowie das Luxussegment werden gebraucht immer günstiger. Wenn die neue Regelung der Umweltplaketten greift - seit Jahresbeginn sperren viele Städte ihre Straßen für Autos ohne grünen Punkt -, darf mit noch einmal reduzierten Schnäppchenpreisen für jene edlen Wagen gerechnet werden, die nur eine gelbe Plakette oder gar Rot tragen.

Wer auf dem Land wohnt und die Städte meiden kann, mag deshalb zu ungeahnt günstigem Luxus kommen. Kleinwagen und Minicars werden in Ballungsräumen immer gefragter. Stadtbewohner, so die Beobachtung der Profis, schauen derzeit lieber nach einem Auto in der nächstkleineren Klasse als in der, die es eigentlich mal sein sollte.

ESP oft nicht vorbeugend geprüft

Auch modernere Gebrauchte werden zunehmend attraktiver, denn sie haben selbst nach drei oder vier Jahren und vielleicht 60.000 Kilometern noch viel vom Reiz der Fabrikneuen. Problematisch ist nur die Elektronik älterer Semester, etwa beim ESP: Das Stabilitätsprogramm kann meist nicht vorbeugend geprüft werden, sondern zeigt erst im Ernstfall, wie gut es noch funktioniert.

Die Bilanz der deutschen Hersteller fällt in diesem Jahr so gut aus wie lange nicht. In der Laufleistungsklasse 1 waren 96,9 Prozent aller geprüften Opel Astra mängelfrei - ein erfreulicher Nachweis hoher Zuverlässigkeit für das Kompakt-Modell.

Opel Insignia auf Platz 1 im Dekra Mängelreport

Auch in der Mittelklasse schlägt hier der Blitz ein - der Opel Insignia kommt im Mängelindex auf 96 Prozent. So lässt sich der Schluss ziehen, dass Opel in diesem Jahr einer der Gewinner ist.

Überhaupt sieht es gut aus bei den deutschen Marken. In der Champions League, der Summe aus allen drei Laufleistungsklassen, kommen neun deutsche Hersteller unter die ersten zehn. Allein Toyota bringt den Verso noch auf Rang zehn.

Deutsche Hersteller besetzen im Dekra Gebrauchtwagenreport 14 von insgesamt 21 Podiumsplätzen in der Klasse bis 50.000 Kilometer, japanische sechs. Stark vertreten im Gesamtranking, so das Fazit des Reports, sind VW, Audi, Toyota, Mercedes, Porsche und BMW. Ebenfalls gut in Szene setzen sich Ford, Honda, Mazda und Opel.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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