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Delphi erwägt Insolvenz

Foto: Delphi

Der Autozulieferer Delphi Corp. hat im zweiten Quartal 2005 einen hohen Verlust verbucht. Das Unternehmen erwägt unter anderem ein Insolvenzverfahren, falls es sich bei den laufenden Restrukturierungsdiskussionen mit den Gewerkschaften und General Motors nicht einigen könne.

08.08.2005

Das Unternehmen habe im Ausland Wachstum und Gewinne verbucht, doch müsse es sofort die Altlasten-Probleme in den USA anpacken, erklärte Konzernchef Robert S. Miller am Montag (8.8.).

Delphi, die 1999 verselbstständigte Autoteile-Sparte von General Motors, muss die hohen US-Lohn-, Pensions- und Krankenversicherungskosten sowie die rückläufige Autoproduktion in Nordamerika verkraften. Das Unternehmen erwartet von den Gewerkschaften Tarifkonzessionen und von General Motors finanzielle
Hilfe.

Falls die Verhandlungen nicht zur Umsetzung eines Plans führen sollten, der die Altlastenverpflichtungen löst, werde Delphi andere strategische Alternativen in Erwägung ziehen. Dazu gehört auch ein Insolvenzverfahren für die US-Operationen im Rahmen des Kapitel elf des US-Insolvenzrechts. Damit solle der Wert der Gesellschaft erhalten und die Umstrukturierung durchgezogen werden. Ein solches Insolvenzverfahren ermöglicht nach US-Recht die Weiterführung der Geschäfte und Sanierungsbemühungen unter Aufsicht eines
Insolvenzrichters.

Delphi verbuchte im zweiten Quartal einen Verlust von 338 Millionen Dollar (275 Mio Euro) oder 60 Cent je Aktie nach einem Gewinn von 143 Millionen Dollar oder 25 Cent je Aktie im Vorjahreszeitraum. Es fielen Restrukturierungskosten von 49 Millionen Dollar an. Der Quartalsumsatz schrumpfte auf sieben (Vorjahr: 7,5) Milliarden Dollar. Dabei fiel der Delphi-Umsatz mit General Motors um 18 Prozent, während Delphi seinen Umsatz mit anderen Autoherstellern um sechs Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar erhöhte.

Delphi baute im zweiten Quartal 2.100 Stellen ab, womit seit Jahresbeginn 3.600 Stellen gestrichen wurden. Die Gesellschaft hatte sich im Dezember das Ziel gesetzt, insgesamt 8.500 der weltweit 185.000 Stellen wegfallen zu lassen.

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