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Delphi

Milliardenverlust, aber nicht unzufrieden

Foto: Delphi

Der in den USA seit Oktober 2005 unter Gläubigerschutz operierende Autozulieferer Delphi hat 2006 einen Verlust von 5,1 Milliarden Dollar eingefahren. Am Finanzmarkt wurden die Zahlen dennoch mit Zufriedenheit kommentiert.  

01.02.2007 Frank Volk

Da vermeldet der einstmals aus GM-Teilewerken zusammengeschmiedete Zuliefererkonzern einen neuerlichen Milliardenverlust und die Finanzexperten an Wall Street streichen sich zufrieden über die Krawatten. Was sich reichlich paradox anhört, entspricht tieferer Wirtschaftslogik: 2,9 Milliarden Dollar Verlust resultieren aus den Sanierungskosten, die weiteren Miesen aus der Umstrukturierung der Geschäftsfelder. Delphi schließt in den USA 21 von 29 Fabriken, baut um die 20.000 Arbeitsplätze ab. Solchermaßen von "Altlasten" befreit, will sich der einst weltgrößte Zulieferer schlanker und flexibler am Markt zurück melden. Die Rechnung scheint aufzugehen: Eine Investmentgruppe plant, 3,4 Milliarden Dollar frisches Kapital in das Unternehmen zu pumpen. Geht der Deal über die Bühne, wird Delphi als einigermaßen gesundes Unternehmen Mitte des Jahres unter dem Mantel des Gläubigerschutzes hervorkommen.

Damit würden die tieferen Sorgen der Konkurrenz, vor allem der europäischen bestätigt. Sie weisen darauf hin, dass sich US-Unternehmen unter dem Chapter 11, der speziellen Form des amerikanischen Gläubigerschutzes, befreit von ihren Verpflichtungen auf bequemem Weg entschulden können. Das stelle eine klare Wettbewerbsverzerrung dar, klagen Vertreter europäischer Zulieferer.

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