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Delphi

Streik angewendet?

Foto: Delphi

General Motors (GM) und der in einem Insolvenzverfahren stehende größte US-Autozulieferer Delphi stehen kurz vor einer Vereinbarung mit der Automobilarbeitergewerkschaft UAW über Frühruhestandsanreize für zehntausende von Arbeitern. Dies hat die US-Wirtschaftsagentur "Bloomberg" am Samstag (18.3.) berichtet.

20.03.2006

Eine Vereinbarung könne in den kommenden Tagen angekündigt werden. Damit käme man einen Schritt weiter, um einen angedrohten Streik bei Delphi zu vermeiden, der GM nach Analystenangaben in die Insolvenz treiben könnte. "Die Gespräche sind konstruktiv, und es werden Fortschritte gemacht", erklärte ein Gewerkschaftssprecher "Bloomberg". GM und Delphi nahmen keine Stellung.

Die GM-Aktien waren am Freitag um 4,9 Prozent auf 21,13 Dollar abgesackt. Damit waren sie insgesamt nur noch 11,9 Milliarden Dollar wert. Ursache war ein rückwirkend um zwei Milliarden Dollar auf 10,6 Milliarden Dollar aufgestockter Verlust des weltgrößten Autoherstellers für 2005. Hinzu kamen rückwirkende Revisionen der Geschäftszahlen für die Jahre 2000 bis 2004 sowie eine Verspätung bei der Einreichung der Bilanz für 2005 bei der US-Wertpapier- und Börsenkommission SEC.

Delphi, der größte amerikanische Autozulieferer und die ehemalige GM-Autoteilesparte, befindet sich seit vergangenem Jahr in einem Insolvenzverfahren. GM hatte Delphi 1999 abgetrennt und verselbstständigt. Dabei hatte GM für den Fall von Delphi-Zahlungsunfähigkeit die Ruhestandskosten zahlreicher Delphi-Mitarbeiter garantiert.

Delphi-Chef Steve Miller will am 31. März den zuständigen Insolvenzrichter um Erlaubnis bitte, die Tarifverträge für ungültig zu erklären, falls bis dann keine Vereinbarung über die Kürzung von Löhnen und Sozialleistungen sowie über einen Stellenabbau vorliegen sollte. Die UAW hatte für den Fall einer richterlich abgesegneten Aufkündigung der Tarifverträge mit einem Streik gedroht. Der selbst in Nordamerika schwer angeschlagene Autohersteller GM ist aber von Delphi-Teilelieferungen weitgehend abhängig und käme dann nach Ansicht von Autofachleuten selbst rasch in kaum überwindbare Schwierigkeiten.

GM beziffert jetzt die Leistungsgarantien an Delphi-Arbeiter auf 3,6 Milliarden Dollar nach Steuern gegenüber einer bisherigen Schätzung von 2,3 Milliarden Dollar. Die Gesamtkosten für die Garantievereinbarungen lägen bei 5,5 bis zwölf Milliarden Dollar vor Steuern.

Miller hatte von den Gewerkschaften Lohnkürzungen von 27 Dollar auf 12,50 Dollar je Stunde und andere Konzessionen der Delphi-Mitarbeiter verlangt. Er will die Zahl der US-Beschäftigten von 33.000 auf nur noch rund 10.000 reduzieren. Eine Einigung über eine Delphi-Frühruhestandslösung würde noch immer die Tariffragen zwischen Delphi und der UAW offen lassen. Dazu zählen laut "Bloomberg" die Frage wie viele US-Fabriken Delphi behalten wolle und was die Arbeiter in den verbleibenden Betrieben verdienen sollten.

GM will seinerseits bis 2008 im Zuge einer umfassenden Restrukturierung ein Dutzend nordamerikanischer Auto- und Zubehörwerke schließen und 30.000 Stellen abbauen. Die Restrukturierungskosten für 2005 wurden jetzt von 1,3 auf 1,7 Milliarden Dollar erhöht. GM verhandelt ebenfalls mit den Gewerkschaften über Frühpensionierungs- und andere Programme, um mehr Arbeiter zum Ausscheiden zu bewegen. Tausende GM-Arbeiter werden voll bezahlt, obwohl die Werke geschlossen wurden, in denen sie gearbeitet hatten.

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