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Der Rennwagensammler

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Jo Vonlanthen hat eine beeindruckende Kollektion von Formel 1-Autos aus fünf Jahrzehnten zusammengetragen. Anders als viele andere Sammler zeigt er seine Schätze in der Öffentlichkeit - und verdient so seine Brötchen.

17.04.2007 Claus Mühlberger Powered by

Sammler automobiler Raritäten sind bisweilen sehr diskrete Zeitgenossen. So diskret, dass sie die von ihnen gehorteten Stücke am liebsten niemals in der Öffentlichkeit präsentieren - sei es aus Vorsicht vor dem möglicherweise klebrige Fragen stellenden Finanzamt, sei es aus Angst vor missgünstigen Zeitgenossen oder gar vor bösen Car-Nappern.

Die Erlöse werden in neue Autos reinvestiert

Jo Vonlanthen schlägt diesbezüglich völlig aus der Art. Der Schweizer lebt davon, dass er seine Autos zeigt. Er besitzt rund zwei Dutzend der spektakulärsten Formel 1-Autos aus mehr als fünf Jahrzehnten. Diese Prunkstücke gehen regelmäßig auf Tournee: Die unter der Internetadresse www.jovonlanthen.com zu buchenden Autos schmücken Messehallen, sie brezeln Automobil-Präsentationen auf, und sie erfreuen das Publikum in den großen Einkaufszentren der Schweiz.

"Man kann schon leben von dem, was ich für die Ausstellungen bekomme", sagt Vonlanthen mit leichtem Understatement. Die Erlöse legt der 64-Jährige auf die hohe Kante, um das Ersparte alsbald wieder zu investieren: "Da kaufe ich dann halt wieder ein Rennauto."

Mit 200.000 Euro sind sie dabei

"Die Preise für ausrangierte Formel 1-Autos beginnen bei 200.000 Dollar", verrät Vonlanthen. "Dafür bekommt man aber nur bei den weniger erfolgreichen Teams ein Auto." Wer einen McLaren oder gar einen Ferrari erstehen will, muss schon ein deutlich dickeres Portemonnaie mitbringen.

Die Gebrauchtwagenabteilung der Scuderia aus Maranello verlangt für einen nicht funktionsfähigen Ferrari aus dem jeweiligen Vorjahr zwischen 600.000 und 700.000 Dollar. "Funktionstüchtige Exemplare sind noch viel teurer", weiß Vonlanthen. Unter 1,3 Millionen Dollar geht da kaum etwas.

Wegen klassischer Erbfolge zum Autonarren

Zudem spielt die Historie des Autos eine große Rolle. Ferrari-Renner, in denen Michael Schumacher einen seiner zahlreichen Siege einfuhr, sind mindestens doppelt so viel wert wie Exemplare, in denen Rubens Barrichello oder gar Eddie Irvine versuchten, ihr Talent unter Beweis zu stellen.

Die Autoleidenschaft war Jo Vonlanthen, Jahrgang 1942, nicht in die Wiege gelegt. Der Bauernsohn aus der Gegend von Fribourg/Schweiz wollte eigentlich den elterlichen Hof übernehmen. "Aber mein älterer Bruder hatte Vorrang", erinnert er sich. "Deswegen habe ich eine Lehre als Mechaniker begonnen."

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