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Der Weg zum ersten Klassiker

37 Tipps für Einsteiger

Tipps für Einsteiger Foto: Matthias Seeburger 45 Bilder

Schritt für Schritt zeigen wir, wie Einsteiger am besten den Weg zum Traumklassiker finden. Einige Grundregeln mindern die Schwellenangst vor den ersten Schritten - und helfen dabei, Fehler zu vermeiden.

28.02.2015 Dirk Johae Powered by

1. Sich für ein Auto interessieren

So fängt alles an: "Nicht du findest ein Auto, sondern das Auto findet dich", lautet eine Klassiker-Regel. Also, lassen Sie sich treiben und nicht hetzen. Schauen Sie hin: Welche Autos interessieren Sie?

2. Zuerst mit der Familie sprechen

Einen Klassiker teilt man als Familienmensch immer mit dem Partner und den Kindern. Schon früh sollten sie miteinbezogen werden. Das kann später viel Ärger ersparen. Teilen die anderen Ihre Leidenschaft, oder tolerieren sie sie zumindest? Das sollte man vorab auf jeden Fall klären und offen besprechen. Ein Klassiker verursacht Kosten und bindet Zeit. Zudem haben die Wünsche der Familie möglicherweise Einfluss auf die Fahrzeugwahl.

3. Was erwarte ich von dem Auto?

Alltagsklassiker oder Concours-Teilnehmer? Fahrspaß oder Geldanlage? Vorkriegsklassiker oder Youngtimer? Kerniger Roadster oder gediegene Limousine?

4. Wie möchte ich den Klassiker nutzen?

Das Auto kann eine Preziose in unrestauriertem, originalem Bestzustand sein oder ein Spaßmobil für Wochenendtouren. Um bis zu 10.000 Kilometer im Jahr zu fahren, reicht möglicherweise auch ein Auto im Zustand 3.

5. Wie hoch ist mein Budget?

Jetzt ist Ehrlichkeit gefragt: Wie viel Geld haben Sie für einen Klassiker übrig? Bedenken Sie, dass Ihr Budget nicht nur für den Kauf reichen muss. Es fallen auch Kosten für Steuern, Versicherung sowie Wartung, Ersatzteile und Reparatur an. Auch die Frage nach den eigenen handwerklichen Fähigkeiten wirkt sich auf die laufenden Kosten aus. Je weniger Sie selbst ausführen können, desto mehr Geld müssen Sie für Reparaturen einplanen. Die Berechnung muss nicht exakt stimmen, aber zumindest einen groben Rahmen geben.

6. Lektüre von Zeitschriften und Büchern

Als Besitzer fährt man besser, wenn man so viel wie möglich über sein Auto weiß. Lektüre klingt zunächst nach lästiger Arbeit, enthält aber auch einen besonderen Reiz des Hobbys: Ein Klassiker ist eben kein Auto von der Stange, jedes unterscheidet sich zumindest in Details von einem anderen Exemplar. Schon mit der Lektüre von Büchern und Zeitschriften wie zum Beispiel Motor Klassik oder Youngtimer beginnt die Freude am ersten alten Auto. Außerdem helfen Ihnen die gewonnenen Informationen, Ihre Entscheidung für einen Autotyp zu überprüfen.

7. Oldtimer-Messen und -Veranstaltungen

Das neue Hobby ist sehr kommunikativ. Gespräche auf Veranstaltungen und Messen helfen Ihnen auf dem Weg zu Ihrem Klassiker weiter. Man bekommt neue Anreize, kann in entspannter Atmosphäre mit Besitzern reden, sich einen Überblick über das aktuelle Angebot verschaffen, sich über Clubs und Foren informieren sowie Autos schon mal leibhaftig in Augenschein nehmen.

8. Im Internet stöbern

Das Internet wird auch für alte Autos zu einem immer wichtigeren Medium. So bieten wir unter www. motor-klassik.de zahlreiche Tipps und ausgewählte Kaufberatungen an. Online-Portale haben sich zu wichtigen Handelsplätzen für Klassiker entwickelt. Die Vorteile: schnelle Informationen über verfügbare Autos und ihre Preise.

9. Erste Kontakte mit Besitzern und Clubs

Als beste Informationsquelle dienen Besitzer Ihres Wunsch-Typs. Sie kennen die Vorzüge und Schwächen des Autos aus eigener Erfahrung. Wenn Sie keine Kontakte aus Ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis bekommen, helfen auch die entsprechenden Clubs.

10. Erste Probefahrt mit Ihrem Traumauto

Über die gewonnenen Kontakte zu Besitzern in der Nähe Ihres Wohnortes lässt sich in der Regel auch eine erste Probefahrt vereinbaren. Manchmal reicht schon eine Mitfahrt, um den Charakter des Autos zu spüren. Entspricht der kompromisslose Sportwagen vielleicht doch nicht meinen Bedürfnissen nach ein wenig Komfort, oder erweist sich der lang gehegte Straßenkreuzertraum doch als zu raumgreifend? Setzt sich die Begeisterung bei der ersten, unverbindlichen Tuchfühlung fort, rückt die Entscheidung für ein bestimmtes Auto immer näher.

11. Auswahl treffen

Auch wenn das fiktive Gedankenspiel reizvoll ist, muss ich mich irgendwann für ein Auto entscheiden: Welche Baureihe oder welche Motorisierung soll es zum Beispiel sein?

12. Tipps von Clubs oder in Foren besorgen

Spätestens mit konkreten Vorstellungen sollte man den Rat von Markenclubs oder in Typ-Foren einholen. Damit bekommt man zielgenauere Angaben und Hinweise. Die wichtigsten Clubs lassen sich etwa in den Publikationen von Motor Klassik zu den einzelnen Modellen finden. Außerdem hilft die eigene Internet-Recherche von Adressen.

13. Checkliste erstellen

Alle Informationen zu den Stärken und Schwächen eines Autos sowie alle weiteren wichtigen Hinweise fließen in eine Checkliste ein, die eine wichtige Hilfe beim Überprüfen von Angeboten sowie später beim Begutachten von Fahrzeugen ist. Die Inhalte für Ihre Checkliste können Sie anhand der Schwachpunkte erstellen, die in der entsprechenden Kaufberatung aus Motor Klassik oder Youngtimer aufgeführt sind. Es gibt zwar auch komplette Listen im Internet. Aber wir empfehlen, ein Ihren Bedürfnissen entsprechendes Prüfpapier zu erstellen.

14. Marktpreise genau ermitteln

Zum Herausfinden der Marktpreise sollten die Eckdaten des künftigen Klassikers möglichst genau feststehen. Wichtig: Preise in Listen wie in Motor Klassik oder Youngtimer können immer nur Annäherungswerte sein. Je nach Zustand und Ausstattungsdetails können die Preise für das jeweilige Auto abweichen. Mehrere Quellen (z. B. Online-Börsen) helfen, die Preisangabe einzugrenzen.

15. Versicherungstarife abfragen

Um die gesamten Kosten für ein Auto abschätzen zu können, sollten Sie sich nach den Tarifen für das Traumauto erkundigen. Dazu sollten Sie ein konkretes Modell benennen, weil die Prämien sehr unterschiedlich ausfallen. Vergleichen Sie die Angebote mehrerer Versicherungen. Übrigens: Motor Klassik testet jährlich die Tarife von Oldtimer- Versicherungen.

16. Autos anschauen – wie geht das?

Zum Begutachten eines Autos sollten Sie sich Zeit nehmen. Vergleichen Sie es zunächst mit den Papieren: Stimmen Fahrgestellnummer und Baujahr mit den Angaben überein, ist der korrekte Motor eingebaut? Dann geht es mit der Checkliste an die Details.

17. Begutachtung mit einem Spezialisten

Als wichtigste Regel gilt: möglichst einen Experten für die Baureihe mitnehmen. Das kann ein Besitzer des gleichen Typs sein oder ein Clubreferent. So genau die Checklisten auch sind: Ein Experte sieht gezielt hin und kennt die vielen Schwächen eines Autos.

18. Zustand des Autos beurteilen

Den allgemeinen Fahrzeugzustand können Sie selbst überprüfen. Aber der Spezialist weiß um die kritischen Stellen eines Autos. Außerdem kann er zum Beispiel beurteilen, ob alle Anbauteile vorhanden oder original sind.

19. Papiere und Dokumente prüfen

Entspricht der Zustand des Autos den Vorstellungen, sollten Rechnungen und Belege genau durchgesehen werden: Welche Wartungen und Reparaturen wurden wann und wo ausgeführt? Vorsicht: Eine lückenhafte Wartung kann sehr teuer werden.

20. Erste Probefahrt

Wenn das Auto von der Papierform her infrage kommt, steht eine Probefahrt an. Erst dann merken Sie, ob sich das alte Auto gut fährt, ob Motor und Getriebe sauber funktionieren oder ob Lenkung und Bremsen einwandfrei arbeiten. Sollte der Verkäufer sich sperren, ist Misstrauen angebracht.

21. Sich in Geduld üben

Schon bei den ersten Besichtigungen merkt man meistens: Es ist gar nicht so einfach, den passenden Klassiker im richtigen Zustand und im gesetzten Preisrahmen zu finden. Ein altes Auto ist kein Angebot von der Stange.

22. Weitere Autos checken

Trotz vieler interessanter Autos, die Sie sich bereits angeschaut haben, war noch nicht der eine Klassiker dabei, den Sie sich vorgestellt haben? Prüfen Sie weitere Angebote, und nehmen Sie die Autos genauso streng unter die Lupe wie die zuvor. Nur so werden Sie Ihren Traum-Klassiker finden.

23. Klassiker-Import

Auch auf den Klassiker-Märkten im Ausland lassen sich oft interessante Angebote finden. Doch Vorsicht: Zunächst sollte man sich genau informieren, welche Zollbestimmungen und Steuerregelungen für die jeweiligen Länder gelten. Die erforderlichen Beträge müssen neben den Kosten für die Überführung zum Kaufpreis addiert werden. Da kann Einiges zusammenkommen.

24. Kauf als Bieter bei einer Auktion

gilt für den Kauf bei einer Auktion die gleiche Vorbereitung wie beim Kauf von privat oder bei einem Händler. Allerdings ist dabei zu beachten, dass der Auktionator vom Käufer ein Aufgeld zuzüglich Mehrwertsteuer verlangt. Die Höhe dieses Aufgelds wird im Auktionskatalog ausgewiesen. In der Regel liegen diese Zuschläge im niedrigen zweistelligen Prozentbereich.

25. Preis verhandeln

Die meisten Autos werden auf dem freien Markt von privat oder beim Händler gekauft. Das Handeln ist nicht jedermanns Sache, lohnt sich aber immer.

26. Kaufvertrag erstellen

Der Preis ist ausgehandelt, jetzt sollten Sie unbedingt einen Kaufvertrag abschließen. Darin muss Ihr künftiger Klassiker mit allen Mängeln genau beschrieben sein.

27. Kauf abschließen

Mit dem unterschriebenen Kaufvertrag und der Bezahlung oder der Vereinbarung der Zahlungsmodalitäten ist der Verkauf abgeschlossen. Jetzt sollte der Käufer darauf achten, dass er alle zum Auto gehörenden Schlüssel, Papiere sowie alle Unterlagen wie Wartungsheft, Werkstattrechnungen sowie bei einer Restaurierung auch die Dokumentation derselben erhält. Schön sind auch Zugaben wie die erste originale Kaufrechnung oder alte Fahrtenbücher.

28. Garage oder Unterstellplatz suchen

Falls Sie nicht schon längst darüber verfügen, ist es jetzt höchste Zeit für die Suche nach einem geeigneten Stellplatz für das alte Auto. Ein schnöder Parkplatz an der Straße ist für einen Klassiker, selbst wenn dieser regelmäßig genutzt wird, auf Dauer keine angemessene Lösung. Das Auto sollte vor Witterungseinflüssen einigermaßen geschützt stehen. Wenn zunächst keine bezahlbare Garage verfügbar ist, kann man auch den Stellplatz in einer Halle nutzen, und sei es auch nur für eine Übergangszeit.

29. Überführung

Wie kommt das Auto vom Verkäufer zu Ihnen als neuem Besitzer? Können Sie den Klassiker noch nicht zulassen oder ihn mit einem Anhänger transportieren, empfiehlt sich ein fünf Tage gültiges Kurzzeit-Kennzeichen. Achtung: Ab April 2015 ändern sich die Nutzungsbedingungen für die Kurzzeit-Zulassung.

30. Versicherung wählen: welcher Schutz?

Schon in einem vorigen Schritt haben Sie sich über den Preisrahmen informiert, jetzt steht der konkrete Versicherungsabschluss an. Neben der Haftpflichtversicherung deckt die Teilkasko wichtige Bereiche wie Diebstahl, Glasbruch oder einen Wildschaden ab. Darüber hinaus bieten Unternehmen Vollkasko- oder All-Risk-Versicherungen an. Auf alle Fälle sollten Sie über ein aktuelles Wertgutachten für das Auto verfügen. Versicherungen für Klassiker sind vergleichsweise günstig. Voraussetzung für eine Oldtimer- Versicherung ist der Besitz eines Alltagsautos.

31. H-Abnahme

Um den Klassiker bei einem Mindestalter von 30 Jahren (Tag der Erstzulassung) mit H-Kennzeichen fahren zu dürfen, ist neben der Hauptuntersuchung zusätzlich auch ein H-Gutachten von einer anerkannten Prüforganisation wie TÜV oder Dekra erforderlich.

32. Auto zulassen: welches Kennzeichen?

Ist Ihr Klassiker für ein H-Kennzeichen tauglich, bietet dies mit der pauschalen Kraftfahrzeugsteuer von 192 Euro eine günstige Möglichkeit für die Zulassung. Das lohnt sich schon ab 1,6 Litern Hubraum. Außerdem ermöglicht das H-Kennzeichen die Einfahrt in Umweltzonen ohne Feinstaubplakette. Bei einer Sammlung mit mehreren Fahrzeugen bietet sich auch das rote 07-Kennzeichen an, mit dem Probe- und Überführungsfahrten ebenso möglich sind wie die Fahrt zu einem Treffen. Ist der Klassiker noch keine 30 Jahre alt oder bekommt er kein H-Gutachten, kann man als preissparende Alternative noch das Saisonkennzeichen wählen. Dabei können Sie die Länge des zusammenhängenden Zeitraums, in dem das Auto zugelassen ist, bei der Zulassung nach Ihren Wünschen festlegen.

33. Werkstatt in der Nähe suchen

Zumindest für kleinere Reparaturen sollten Sie eine Werkstatt in Ihrer Nähe kennen. Das kann ein Spezialist für die Marke oder das entsprechende Modell sein, aber auch eine freie Werkstatt. Erfahrene Oldtimer-Besitzer aus der Umgebung oder Clubs mit entsprechenden Regionalvertretungen können meist Empfehlungen aussprechen.

34. Auto durchsehen und Ölwechsel machen

Diese Werkstatt wäre auch die geeignete Adresse, um den neu erworbenen Klassiker vor der ersten Fahrt durchzuchecken sowie einen Ölwechsel zu machen. Dies empfiehlt sich besonders, bevor man mit dem Auto weitere Strecken fahren will.

35. Bordwerkzeug zusammenstellen

Um sich bei möglichen Pannen unterwegs helfen zu können, sollte ein Werkzeugsatz zum festen Bestandteil der Klassikerausstattung gehören. Sets mit einer Standardauswahl gibt es im Ersatzteilhandel für rund 100 Euro.

36. Erste Fahrt

Jetzt kann es endlich losgehen: Wählen Sie erst mal eine kurze Strecke zur Eingewöhnung und zum ersten Funktionscheck.

37. Ausfahrt planen

Die erste längere Tour sollten Sie genauer planen. Informieren Sie sich über reizvolle Ziele und Streckenführungen.

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