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Die besten Stunts aus James Bond

Ein Blick hinter die Filmkulissen

Aston Martin DB5, Daniel Craig Foto: Slpash News 49 Bilder

Der neue Bond-Film "Skyfall" feiert am 1. November Deutschland-Premiere. Exklusiv: Ein Blick hiter die Kulissen - und auf die besten Stunts.

16.10.2012 Patrick Zeilhofer

Drehort London

Für Kneipenwirt Peter und seine Stammgäste ist es die Nacht ihres Lebens: James Bond ist vorbeigekommen und spielt mit ihnen Darts! Genauer gesagt ist es Daniel Craig, der sich hier, im kleinen Pub "The Lord Palmerston" im Londoner Stadtteil Deptford, die Wartezeit zwischen den Aufnahmen zum neuen "Bond"-Film vertreibt. Die Filmproduktion hat Peters Kneipe gemietet – als Büro, Garderobe und Wärmestube für Stars und Team. Denn der Pub liegt direkt neben der Greenwich Line, einer historischen Eisenbahnstrecke, die über ein Viadukt aus Ziegelbögen führt und wegen ihres industriellen Aussehens als Drehort für eine ganz spezielle Autoszene ausgesucht wurde.

James Bond trinkt in diesem Pub kein Bier, sondern einen Fruchtsaft. Seine Chefin "M" sitzt nebenan am Billardtisch. Dort hat sich die Maskenbildnerin mit ihren Utensilien ausgebreitet und kümmert sich um Judi Denchs kurze Haare. Ein Aufnahmeleiter setzt sein Funkgerät ab und bittet die Stars nach draußen in die Dezembernacht. Er wirkt angespannt.

Legendärer, silberfarbener Aston Martin DB5

Temperaturen um null Grad, Nieselregen, überfrierender Asphalt – die denkbar ungünstigsten Bedingungen für jedes Filmteam, um eine nächtliche Auto-Verfolgungsjagd zu inszenieren. Gedreht wird auf dem Gelände einer Druckerei an der Arklow Street direkt an besagtem Viadukt. Das Filmteam hat über jedem der historischen Torbögen einen Scheinwerfer montiert. Gegenlicht, düstere Stimmung. Die Szene ist kurz: James Bond geht zielstrebig auf Tor Nummer 7 zu, begleitet von seiner Chefin. Mit einem Ruck schiebt er das Scherengitter-Tor auf – und voilà, da steht er, der legendäre, silberfarbene Aston Martin DB5, den James Bond bereits in fünf Filmen gefahren hat und der seit seinem spektakulären Einsatz in "Goldfinger" Kultstatus genießt.

Zum 50-jährigen Filmjubiläum bekommt der Aston sogar das Kennzeichen aus "Goldfinger" verpasst: BMT 216A. Mit seiner Chefin "M" an Bord fährt 007 mit quietschenden Reifen aus der Garage hinaus, biegt in die Arklow Street und braust unter der Eisenbahnbrücke hindurch Richtung New Cross. Laut Drehbuch fliehen beide im DB5 aus London zu Bonds Familiensitz in Schottland. Das Filmteam bibbert und hofft, dass sich die regennasse Fahrbahn nicht doch noch in eine Eisplatte verwandelt. Salzstreuen ist tabu, die Aluminiumkarosserie des wertvollen Oldtimers würde das nie verzeihen.

Filmtruck nimmt den DB5 huckepack

Für die folgenden Fahraufnahmen nimmt ein spezieller Filmtruck den DB5 huckepack – zusammen mit Daniel Craig und Judi Dench, Kameramann, Beleuchter und Regisseur. Dieses Gefährt jagt dann durch die Londoner Nacht. Während der Fahrt muss Daniel Craig im Gespräch mit Judi Dench nur so tun, als lenke er den Wagen. Noch wissen nur wenige Eingeweihte, welche Waffen und Tricks Bonds Kult-Auto diesmal zu bieten hat. Der verantwortliche Stunt-Koordinator Gary Powell schmunzelt und gibt nur einen Tipp: "Der Aston Martin in ,Skyfall‘ entspricht dem aus ‚Goldfinger‘ – da kann jeder auf ein paar Ideen kommen."

Bond-Fans denken natürlich sofort an die ausfahrbaren Reifenschlitzer, den Schleudersitz und die kugelsichere Rückwand. "Auf jeden Fall hat der DB5 im neuen Film noch eine richtige Überraschung parat." Gary Powell lässt offen, ob es eine nette oder eine böse Überraschung ist. Er und sein Special-Effects-Kollege Chris Corbould sind für so manch Spektakuläres gut: Im 23. "Bond"-Film der Produzentenfamilie Broccoli/Wilson lassen sie 007 in einer wahnwitzigen Eröffnungsszene zunächst auf vier, dann auf zwei Rädern und schließlich auf Gummiketten einen Bösewicht jagen. Für die Szene wurde eine Flotte aus zwölf Land Rover Defender, 15 Audi A5, Dutzenden VW Beetle sowie 24 Honda-Motorrädern zu den türkischen Drehorten in Istanbul und Adana geschickt.

Drehort Istanbul

Im Jahr 2012, 50 Jahre nach dem ersten 007-Film, kommen James Bond keine Chauvi-Sprüche über "Frauen am Steuer" mehr über die Lippen, auch wenn er in dieser Szene nur Beifahrer ist. Am Steuer eines grauen Land Rover Defender Double Cab Pickup sitzt die attraktive Agentenkollegin Eve (Naomi Harris), die gerade mit halsbrecherischem Tempo durch die engen Gassen von Istanbul jagt. Eve verfolgt den schwarzen Audi A5 des Bösewichts Patrice (Ola Rapace) bis zum Gewürzmarkt und versucht zu überholen. Genau in diesem Moment greift Bond ihr ins Lenkrad ("Darf ich mal?"), reißt den Wagen nach rechts und rammt den Audi so heftig, dass dieser auf einen Brunnensockel donnert, auf die linke Seite kippt und in einen Marktstand kracht – direkt vor der Neuen Moschee an der Galata-Brücke.

Dort haben die Filmleute ihren eigenen Markt aufgebaut, streng abgeschirmt vom echten Treiben der quirligen Stadt. Die gestikulierenden Händler sind Stuntmen, die Touristen gecastet. Auch den Marmorbrunnen gibt es sonst an dieser Stelle nicht. Art Director Neal Callow hat ihn so konstruiert, dass darunter eine zwei Tonnen schwere Stahlrampe Platz findet, die im historischen Pflaster verankert ist.

Land Rover Defender rammt Audi A5

Zunächst dreht das Stunt-Team ("Second Unit") den Rammstoß des Defender aus verschiedenen Blickwinkeln. Alle Beteiligten sind standby, Stuntkoordinator Gary Powell, der sich mit dunkler Sportsonnenbrille und Fußballshirt gegen die türkische Sonne wappnet, streckt den Daumen in die Höhe. Der Aufnahmeleiter schreit "Watch out! Three – two – one – action!" Die Kameras laufen. Der Land Rover und der Audi geben richtig Gas, der Defender weicht nur knapp einem Marktstand aus, zieht nach rechts und – rumms – kracht in die linke Flanke des A5. Tauben flattern erschreckt in die Höhe, Händler flüchten, die Autos kommen nach wenigen Metern mit quietschenden Reifen zum Stehen. "And cut it!" Nach nur fünf Sekunden ist alles vorbei.

Drei Mal bläst der Aufnahmeleiter die Trillerpfeife – das Signal für alle Beteiligten, dass die Szene im Kasten ist. Der Audi-Stuntfahrer steigt aus, über und unter seinen Augen sind fünf kleine Klebepunkte zu sehen – Hilfsmarkierungen für die digitale Nachbearbeitung, wenn im Trickstudio die "echte" Augenpartie des Schauspielers Ola Rapace in die Aufnahme hineinkopiert wird. Nicht umsonst dreht Kameramann Roger Deakins den neuen "Bond" komplett mit Digitalkameras. An der nächsten Szene, dem Kippen des Audi, beißen sich die Stuntleute fast die Zähne aus: Gleich zwei Mal donnert der Fahrer zu schnell über die Brunnenrampe, so dass sich sein Wagen überschlägt und auf dem Dach landet – ein teurer Fehler, denn wieder muss ein fabrikneuer A5 vorbereitet werden. Auf der Kino-Leinwand wird alles ganz geschmeidig aussehen: Nach dem Seitenhieb durch Bond hebt der Audi dank Sprungschanze am Brunnen kurz ab, kippt auf die linke Seite und schlittert – am parallel fahrenden Land Rover lehnend – quer über den Marktplatz, bis er schließlich in eine Bude mit Blechgeschirr kracht.

Stuntfahrer steuert Defender vom Autodach

Sobald die Hauptdarsteller Daniel Craig und Naomi Harris für die Nahaufnahmen persönlich im Land Rover sitzen, scheint der Wagen wie von Geisterhand gelenkt zu sein. Die Erklärung: Auf dem Autodach ist ein Dragster-ähnliches Cockpit aus Metallrohren montiert, in dem Stuntfahrer Ben Collins thront. Er ist es, der von dort oben den Wagen steuert, mit eigener Schaltung, verlängerter Kupplung und Bremse – und natürlich außerhalb des Kamerabildes. Weil der Schwerpunkt durch die Käfigkonstruktion gefährlich nach oben wandert, ist die Federung gestrafft, zusätzliche Gewichte sind am Unterboden montiert. Zudem ist der Land Rover mit breiten Spezialrädern ausgerüstet, die ihn wie einen Golf-Caddy aussehen lassen.

Nach dem Autocrash geht die Hetzjagd auf Motorrädern weiter: über die Dächer von Istanbul, zu einer Eisenbahnbrücke, von dort – mit Salto – auf einen fahrenden Zug, der eine Lieferung VW Beetle und einen Raupenbagger geladen hat. Bond flüchtet in die Kabine des Baggers, reißt nach einem Streifschuss den Schaufelarm einmal quer über den Waggon und fegt dabei zwei VW Beetle von der Ladefläche. Die purzeln wie tote Käfer auf den Weg neben dem Gleis, direkt vor den rasenden Land Rover von Agentin Eve. Ursprünglich sollten statt der Beetle historische VW Käfer vom Zug fallen – doch die Produktion fand nicht genügend Fahrzeuge zum Zerstören.

Audi- und VW-Modelle werden lustvoll zerstört

Laut Gary Powell war es keine Absicht, dass in "Skyfall" ausgerechnet Autos des Volkswagen-Konzerns für James Bond lustvoll zerstört werden (Audi, Beetle). Ob das wirklich Zufall ist? Den hochdotierten "Autodeal" mit den Produzenten machte diesmal nämlich nicht Aston Martin oder gar Volkswagen, sondern Jaguar/Land Rover. Der Autobauer stellte insgesamt 70 Fahrzeuge für den Einsatz vor und hinter den Kameras zur Verfügung. So wird Bonds Chefin "M" in der Langversion des Jaguar-Flaggschiffs XJ durch London chauffiert, und MI6-Agenten fahren einen Range Rover Vogue TDV8.

Auch wenn der Agent im Geheimdienst Ihrer Majestät schon mit so manchen Automarken geflirtet hat: Zum 50. Jubiläum kehrt er reumütig nach "good old England" zurück und bleibt ganz patriotisch den Firmen treu, die ihre Autos zumindest noch in England bauen. Die Queen, seit den Olympischen Sommerspielen großer 007-Fan, wird zufrieden sein.

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