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Die GT3-Klasse als Weltformel: Der globale GT3-Siegeszug

Die GT3-Klasse hat sich weltweit im Motorsport durchgesetzt: Zwei Dutzend nationale und internationale Championate stehen zur Auswahl. Auch die GT1-WM schwenkt 2012 auf das GT3-Format um.

Vor acht Jahren stellte der umtriebige GT-Promoter Stéphane Ratel eine wichtige Frage: Warum fahren in der GT2-Klasse eigentlich nur zwei Marken gegeneinander - wo es doch so viel mehr Sportwagen auf der Welt gibt, die für einen Renneinsatz tauglich wären? Die Sache hatte Folgen: 2006 startete die Weltmotorsportbehörde FIA eine Rennserie für eine neue GT-Klasse. Weil die Namen GT1 und GT2 besetzt waren, wurde das neue Championat auf den Titel GT3-Europameisterschaft getauft.

Vom Straßenauto zum Rennwagen als GT3

Die Idee stammte von Ratel. Seine Analyse hatte ergeben, dass das komplizierte Homologationsreglement in den existierenden GT-Klassen die Blutauffrischung durch neue Hersteller blockierte, und die Kosten waren auch viel zu hoch. Die Lösung hieß GT3: Die neue Klasse ermöglichte eine unkomplizierte Verwandlung vom Straßenauto zum Rennwagen. Trotzdem sollten die neuen Autos über alle gängigen Features des Rennsports wie mächtige Flügel und hohe Motorleistungen verfügen. Doch statt teurer Restriktormotoren verwenden die GT3-Wagen seriennahe Triebwerke mit langer Laufzeit. Seriennähe und Kostenkontrolle - das waren die Eckpfeiler der neuen GT3-Klasse.

Aus der fixen Idee von Monsieur Ratel wurde über Nacht ein durchschlagender Erfolg. Beim ersten Rennen der GT3-EM im Frühjahr 2006 standen 42 Rennwagen von neun verschiedenen Herstellern am Start. Bis heute wuchs das starke Pflänzchen zum kräftigen Stamm: Im Moment sind 16 Rennwagen in der GT3-Klasse homologiert. Fast alle deutschen Hersteller bieten käufliche Kundensportautos ihrer Straßensportwagen nach GT3-Reglement an, mehrere hundert Fahrzeuge sind weltweit im Umlauf. Und jedes Jahr kommen mit neuen nationalen GT-Serien interessante Einsatzmöglichkeiten für die Teams hinzu.
So wird beispielsweise der Mercedes-Benz SLS AMG GT3 in dieser Saison von Kundenteams in 15 verschiedenen GT-Rennserien eingesetzt, die auf vier verschiedenen Kontinenten ausgetragen werden. Dazu kommen zahlreiche Langstreckenrennen, deren Veranstalter ebenfalls auf das populäre GT3-Reglement umgesattelt haben: Die 24h-Rennen in Zolder und Spa (Belgien), am Nürburgring und in Dubai (Vereinigte Arabaische Emirate) zählen ebenso dazu wie die 12-Stunden-Events in Bathurst (Australien) oder in Sepang (Malaysia).

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Der GT3-Boom geht weiter

In der Saison 2012 wird die FIA-Weltmeisterschaft erstmals nach dem GT3-Reglement ausgefochten. Das deutsche All-Inkl-Team von René Münnich wird in dieser höchsten Motorsportklasse für GT-Fahrzeuge zwei SLS AMG GT3 an den Start bringen und peilt nach der starken Saison im Vorjahr heuer den Sprung auf das oberste Stockerl an. Auch in zwei weiteren internationalen GT-Championaten stehen 2012 zahlreiche AMG-Kundenteams am Start: In der GT3-Europameisterschaft, die primär für Privatfahrer konzipiert ist, will das deutsche AMG-Team HEICO Motorsport den im Vorjahr errungenen EM-Team-Titel verteidigen.
In der europaweit ausgetragenen Blancpain Endurance Series knubbeln sich vier AMG-Teams: Das belgische Team KRK-Racing setzt zwei SLS AMG GT3 ein, unter anderem für den ehemaligen F1-Piloten Karl Wendlinger. Zwei Flügeltürer bringt das am Nürburgring beheimatete Black-Falcon-Team an den Start, dazu kommen ein britisches sowie ein polnisches AMG-Team. Außerdem stehen Einsätze in vielen nationalen GT-Serien auf dem Plan, die überall auf der Welt mit Ausnahme von Nordamerika ausgetragen werden. 2012 sind die AMG-Kundenteams dabei in folgenden nationalen Meisterschaften am Start: Australien, Belgien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Malaysia, Österreich sowie Portugal und Spanien.

Einen immer größeren Stellenwert im GT3-Sport nehmen die klassischen Langstreckenrennen ein: Die längeren Distanzen über 12 oder 24 Stunden sind bei Teams und Fahrern beliebt, schließlich kommen die Piloten hier ordentlich zum Fahren, und die Kosten können auf mehrere Fahrer aufgeteilt werden. Mercedes-AMG konnte auf der langen Distanz bereits zu Jahresbeginn gut punkten: Dreifachsieg beim 24h-Rennen in Dubai sowie ein zweiter Platz beim 12h-Rennen in Bathurst.
Auch die deutschen Fans bekommen eine Armada an Flügeltürern aufgetischt: In der ADAC GT Masters-Serie stehen acht Mercedes SLS AMG GT3 am Start, in der Langstreckenmeisterschaft am Nürburgring sowie beim 24h-Rennen an gleicher Stätte erwarten die Veranstalter mindestens sechs SLS. Die Erfolgs-Story der GT3-Klasse geht also auch in der Saison 2012 weiter.

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Panthermedia

Datum

3. September 2012
Dieser Artikel stammt aus Heft sport auto 05/2012.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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