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Die Spritspar-Anzeigen der Hersteller

Welches System hilft tatsächlich?

Spritspar-Anzeigen, Foto: Hans-Dieter Seufert 10 Bilder

Blaue Balken, grüne Bäume, rote Bälle: Nahezu jeder Hersteller stattet seine Fahrzeuge inzwischen mit Spritspar-Programmen aus, die mehr bieten als nur klassische Schaltempfehlungen. Aber welches System hilft weiter?

28.08.2012 Michael von Maydell

Wer auch immer im Hause BMW das Wort Fahrerlebnisschalter kreiert hat, wird wohl kaum den Kulturpreis der deutschen Sprache gewinnen. Gewinnen kann dagegen jeder Fahrer, der damit seinen Wagen in den betont sparsamen Eco-Pro-Modus versetzt. Denn dieser fast spielerischen Sparmethode kann man sich kaum erwehren. Zum einen gilt es, so sanft zu beschleunigen, dass ein weißer Zeiger nicht aus einem blauen Balken ploppt. Zum anderen informiert das Display nicht einfach profan über Reichweiten, sondern zeigt dem Fahrer in hellblauer Schrift die bereits "gewonnenen" Kilometer an, weckt dessen Ehrgeiz und fördert so tatsächlich effizientes Fahren.

Völlig unnütz sind hingegen die Eco-Pro-Empfehlungen, die BMW im mittigen TFT-Display gibt. Wer beim Beschleunigen beispielsweise nur einen Tick zu forsch ist oder zu spät an der umschaltenden Ampel bremst, erhält überflüssige Tipps wie "Moderat beschleunigen" oder "Möglichst vorrausschauend verzögern."

Audi-Fahrer werden bevormundet

Ähnlich bevormundet können sich auch Audi-Fahrer fühlen. Ist ein Fenster offen, übermittelt das Effizienzprogramm über den Bordcomputer den militärisch knappen Befehl: "Luftwiderstand: Fenster schließen." Als ob die Seitenscheibe nicht bewusst heruntergefahren und dies dem Fahrzeuglenker nicht bekannt wäre. Ebenso sinnfrei: "Im Stand Gaspedal nicht betätigen."

Cleverer zeigt sich Volkswagen beim Up. Gekoppelt an ein optionales Infotainmentsysten, dokumentiert hier ein Think Blue genannter Trainer den Verbrauch über einen Zeitraum von 30 Minuten und ermutigt den Fahrer, mit vorausschauender Fahrweise und Schaltvorgängen zwei Kreisdiagramme möglichst vollständig blau auszufüllen.

Auch andere Hersteller setzen Bordcomputer als Motivationstrainer ein. Ford und Honda loben mit dem Einsammeln und Aufzüchten von Blättern und Bäumchen. Mercedes geht die Thematik schwäbisch-sachlich an und bewertet den Fahrstil über drei erfreulich klar ablesbare Balken, die bei jedem Fahrzeugstart zu 50 Prozent gefüllt sind. Durch maßvolle Beschleunigung und gleichmäßige Fahrweise lassen sich die Balken entsprechend weiter füllen.

Intelligent gesetzte Schaltempfehlungen reichen völlig

Deutlich bunter treibt es der Opel Ampera. Dessen Fahrer bekommt es mit zwei überfrachteten Monitoren zu tun, in denen Bälle hüpfen und sich entsprechend der Fahrweise grün oder blau färben.

Fazit: Weniger ist wieder einmal mehr. Intelligent gesetzte Schaltempfehlungen reichen letztlich völlig aus. Lobende Anzeigen helfen aber, den Spar-Ehrgeiz des Fahrers zu wecken - solange sie nicht vom Fahren ablenken.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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