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Die Straßen von Dubai: Im Reich der schnellen Scheichs

Auch am Golf hinterlässt die Wirtschaftskrise ihre Spuren - nur sind die noch nicht auf der Straße zu sehen. Wer im Getümmel von dicken SUV und Luxusschlitten wirklich auffallen will, muss schon die Stretch-Limo oder einen alten Porsche Speedster nehmen. Nur wenige wechseln ins andere Extrem. Lesen Sie hier die jüngste Folge aus unserer Serie "Die Straßen von...":

Ist das Dubais Parkplatz der Krise? Hunderte Autos verstauben auf einer riesigen Freifläche neben der Polizeiakademie im Stadtteil Jumeirah. Angeblich wurden sie von Gastarbeitern am Flughafen zurückgelassen, die nach Beginn der Krise zu tausenden fluchtartig das Emirat verließen.

Premium- und Luxusmarken merken nichts von der Krise

Denn schon nach kurzer Zeit ohne Job muss man ausreisen, eine soziale Hängematte kennt Dubai nicht. "Es gab Fälle, in denen Leute ihr Auto einfach stehen ließen und Entschuldigungsbriefe ins Handschuhfach legten", weiß Fremdenführer Yaqoob Hafiz. Es seien aber auch einfach aus dem Verkehr gezogene Rostlauben unter den nach Jumeirah geschleppten Autos. Denn in Dubai muss jeder Wagen einmal pro Jahr zum TÜV. Die Polizei verteilt angeblich schon dann Bußgelder, wenn ein Auto mit Dellen und Beulen rein optisch nicht mehr zum Straßenbild passt. Ob die Geschichte vom Parkplatz der Krise nun wahr ist oder nicht - was auf den Beach-Boulevards und sechsspurigen Autobahnen der schillernden Wüsten-Metropole herum rollt, passt so gar nicht zum Motto "Sorgenland statt Morgenland". Obwohl im Mittleren Osten der Gesamtmarkt 2009 im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft ist, merken Premium- und Luxusmarken noch wenig davon.

Besonders beliebt sind sehr große Autos

Der Scheich von Welt fährt im Alltag Mercedes S-Klasse oder Land Rover, zum Repräsentieren Rolls oder Bentley und zum Spaß haben Mercedes SLR oder Ferrari. "Je größer desto besser", bringt Stathis I. Stathis, der Chef des größten BMW-Importeurs AGMC, den Automarkt der glitzernden Metropole Dubai auf den Punkt. Er verkauft seine Luxuskarossen meistens auch nicht einzeln: "Eine fünfköpfige Familie hat früher oder später auch fünf Autos", erzählt Stathis. Der 7er BMW war von Januar bis November 2009 mit 4.142 Autos die meistverkaufte Luxuslimousine im Mittleren Osten. 640 davon wurden allein in Dubai verkauft - 60 Prozent mehr als 2008. "Die Leute wollen fast ausschließlich die Langversion mit Achtzylinder und Vollausstattung", sagt Stathis.

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Leasing ist in Dubai unbeliebt

Sehr erfolgreich sind auch die Modelle BMW X6 und X5. Der BMW-Importeur rechnet in den nächsten fünf Jahren mit zweistelligen Zuwächsen. "Der Automarkt ging ziemlich schnell nach unten, aber er wird genau so schnell wieder steigen", glaubt Stathis. Dem schließt sich auch ein Report von Business Monitor International an. Die Experten rechnen wieder mit zweistelligen Zuwächsen ab 2011 und einem Gesamtmarkt der Vereinigten Arabischen Emirate von 570.000 verkauften Autos ab 2013 - das wären 57 Prozent mehr als 2008. Während früher die Scheichs noch gerne Bündel von Bargeld auf den Tresen legten und ihre Neuerwerbung gleich aus dem Verkaufsraum fuhren, werden heute die meisten Autos finanziert. Nur Leasing setzt sich nicht durch: "Die Menschen hier wollen ihre Autos auch besitzen", sagt BMW-Händler Stathis.

In Dubai liegt das Tempolimit bei 120 km/h

Das kann sein Konkurrent Abdul Jabbar Gargash, einer der größten Mercedes-Importeure der Emirate, bestätigen. Seine Bestseller heißen Mercedes G 55 AMG und Mercedes S-Klasse . Und Gargash freut sich schon auf den Mercedes  SLS AMG: "Ich schätze, dass wir davon 2010 rund 100 Stück verkaufen können", sagt der Unternehmer. Kein Wunder, dass AMG-Chef Peter Mornhinweg den Flügeltürer einem ausgewählten Kundenkreis persönlich präsentierte. "Im Jahr 2009 haben wir in Dubai mehr als 1.000 Autos verkauft, das ist ein Plus von zehn Prozent gegenüber 2008", freut sich Mornhinweg. Wirklich ausfahren können die betuchten Kunden ihre Autos kaum: Das Tempolimit in Dubai lautet auf Autobahnen 120 km/h, fest installierte Blitzer gibt es reichlich. Die Strafen sind hoch, und ähnlich wie beim deutschen Punktesystem ist bei Gewohnheitssündern irgendwann der Führerschein in Gefahr. Im Lauf der vergangenen zehn Jahre wurden in Dubai laut Statistik der Roads & Transport Authority mehr als 2.100 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet.

Autonis 2014

Toyota ist Marktführer im Mittleren Osten

"Früher bin ich auch gern 200 gefahren, heute ist mir das zu gefährlich. Mir genügt es, eine fantastische Überhol-Performance zu haben", sagt Abdul Jabbar Gargash. Doch wer außerhalb der Stadt mit Strich 120 auf den endlosen und schnurgeraden Highways durch die Einöde fährt, fühlt sich manchmal wie auf einer deutschen Autobahn - mit dem Unterschied, dass nicht 3er BMW oder Audi A6 Avants mit 180 Sachen links an einem vorbeiziehen, sondern Range Rover mit verdunkelten Scheiben, grell lackierte Hummer oder exotische Sportwagen. Natürlich gibt es auch in Dubai Normalo-Autos, die selbst im Wirtschaftswunderland die dicken Schlitten zahlenmäßig überflügeln. Toyota ist Marktführer im Mittleren Osten, im Jahr 2008 verkaufte der Hersteller fast 80.000 Pkw.

Ein Classic Mini ist in Dubai sehr selten

Ein Toyota Yaris kostet umgerechnet rund 11.000 Euro, die Renner sind jedoch Geländewagen wie der Land Cruiser oder die bei uns unbekannten Modelle Prado und Fortuner. Als Land Rover des kleinen Mannes hat sich besonders der Toyota FJ Cruiser durchgesetzt, den man in Dubai an jeder Straßenecke sieht. Auf Rang Zwei der Zulassungsstatistik folgte 2008 Nissan mit rund 40.000 Autos, den dritten Platz ergattere Mitsubishi mit 35.000 Stück. Auf Rang acht liegt mit Chery sogar ein chinesischer Hersteller. Wer sich vom Luxus auf den Straßen abheben möchte, wird jedoch kaum auf einen Kleinwagen von der Stange ausweichen - wenn schon winzig, dann muss es auch besonders exotisch sein. So wie bei Abdallah Almamari. Er besitzt einen Classic Mini von 1982, in den Emiraten ungefähr so häufig anzutreffen wie Eisbären in der Wüste. Ersatzteile zu bekommen ist in Dubai fast unmöglich, doch Abdallah liebt seinen Wagen heiß und innig: "So etwas hat hier niemand."

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