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Die Tricks der Gebrauchtwagenhändler

Darauf müssen Sie beim (Ver-)Kauf achten

Firmenschild Foto: Archiv 6 Bilder

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Dieses Motto sollte beim Autokauf oder -verkauf oberste Priorität haben, denn nicht alle Händler sind seriös. Darauf müssen Sie achten.

11.07.2012 Henning Busse Powered by

Der Händler verkauft das Auto im Kundenauftrag

Der Kauf bei einem Händler bietet einen großen Vorteil: Er muss die Gewährleistung tragen. Allerdings wollen das viele nicht und versuchen, ihren Pflichten zu entgehen. Oftmals nutzen sie dazu einen Trick, indem sie das Auto im Kundenauftrag verkaufen. Das ist gesetzlich nicht verboten, der Händler tritt quasi als Vermittler auf. Doch das teilt er dem Kunden oft nicht mit, obwohl er das müsste. Vielen Verbrauchern ist das bei Vertragsunterschrift nicht klar. Deshalb der Tipp: Fragen Sie immer den Verkäufer, wer den Gebrauchtwagen anbietet und vergewissern Sie sich, dass der Händler auch im Kaufvertrag steht.

Passus "Gekauft wie gesehen" gilt nicht bei Händlern

Ein Händler kann sich auf diese Aussage nicht mehr berufen. Ein Ausschluss der Gewährleistung ist für das Autohaus nicht zulässig. Ähnliche Ausführungen in Verträgen wie etwa "Fahrzeug wird unter Ausschluss der Gewährleistung verkauft" sind somit ebenfalls hinfällig. Ferner sollten Sie vom Kauf Abstand nehmen, falls das Auto im Vertrag zum Beispiel als "Bastlerauto" oder "Schrottauto" bezeichnet wird, obwohl es in einem guten sowie fahrfähigen Zustand ist. Auch mit diesen Begrifflichkeiten versuchen einige Händler der Gewährleistung zu entgehen.

Tachomanipulationen sind nicht selten

Heute ist es leicht, den Tacho zu frisieren. Und leider gibt es viele schwarze Schafe im Handel, die davon Gebrauch machen. Da Eingriffe nur schwer nachzuweisen sind, gilt es, Indizien zu sammeln: Verlangen Sie die Berichte von Haupt- und Abgasuntersuchungen, überprüfen Sie die Eintragungen im Scheckheft und fahnden Sie nach Ölwechsel-Aufklebern im Motorraum. Auch die alten Reparatur-Rechnungen können Aufschluss geben, denn dort wurde der Kilometerstand vermerkt. Ist keine einzige Rechnung vorhanden, ist das bedenklich.

Darüber hinaus kann der Fahrzeugzustand viel aussagen: Wirkt der Lack verblasst, sind Schalthebel und Lenkrad abgegriffen oder die Pedalgummis stark abgenutzt, sind das keine guten Zeichen. Sollte der Verkäufer den Zustand auf das Alter des Autos schieben, seien Sie skeptisch - Verschleiß entsteht immer durch Betrieb. Fahnden Sie nach Händleraufklebern im Auto, die im Motorraum oder in den Türeinstiegen sein können. Hier erfährt man, wo der Neuwagen damals gekauft wurde. Ein Anruf dort kann schon einiges über die Historie des Gebrauchten verraten. Noch ein Tipp: Wer den Angaben des Verkäufers nicht traut, kann in einer Werkstatt den Fehlerspeicher auslesen lassen. Die Steuergeräte erfassen bei Einträgen sehr oft auch den Kilometerstand.

Vorsicht vor Visitenkarten hinter den Scheibenwischern

Die Visitenkarten stecken hinter den Scheibenwischern und versprechen Höchstpreise für den Gebrauchten. Meist stammen diese Kärtchen von Exportfirmen. Nicht alle diese Angebote sind unseriös, doch sollte man sich nicht blenden lassen. Oftmals versuchen die Händler, den Preis für ein Fahrzeug stark zu drücken, indem sie das Auto schlecht machen. Wer seinen Wagen verkaufen möchte, sollte nicht der erstbesten Offerte den Zuschlag geben. Informieren Sie sich vorher am Markt, was das Auto wert ist.

Betrug via E-Mail

Sie wollen ein Auto über eine Internetbörse erwerben oder verkaufen? Dann seien Sie vorsichtig beim E-Mail-Kontakt. Denn Betrüger aus dem Ausland nutzen diesen Weg und schlagen zur Sicherheit Geldüberweisungen mittels Bargeldtransfer über Western Union, MoneyGram oder ähnliche Anbieter vor. Die Services sind jedoch vorwiegend für den Bargeldtransfer mit bekannten Personen (Freunde, Verwandte) gedacht. Zum Autokauf eignen sie sich nicht. Daher Finger weg von diesen Angeboten. Wenn Sie ein Auto verkaufen oder erwerben möchten, bestehen Sie auf Barzahlung vor Ort. Das ist immer noch am sichersten.

Keine Anzahlung leisten

Die Bezahlung des Autos sollte immer Zug um Zug geschehen. Das heißt: Das Geld fließt erst, wenn der Vertrag unterschrieben wurde, alle Dokumente und die Schlüssel im Besitz des Kunden sind. Anzahlungen sind tabu, auch wenn der Händler darauf besteht. In diesem Fall schauen Sie sich besser nach einem anderen Auto um.

Nicht von kurzfristigen Angeboten unter Druck setzen lassen

Um den Druck auf die Kunden zu erhöhen, lassen Händler gerne Sätze fallen wie: "Das Angebot gilt nur für kurze Zeit" oder "Ich habe noch weitere Interessenten". Günstige Angebote gibt es immer wieder, denn ein Händler kann den Wagen nicht viel billiger anbieten als der Rest des Marktes. Somit dürfte man ein vergleichbares Angebot leicht finden. Lassen Sie sich also nicht unter Druck setzen.

So erkennen Sie Preisdrücker

Ein Autohändler irgendwo aus Deutschland meldet sich auf Ihr Inserat und bietet einen Höchstpreis für das Auto. Bedingung ist, dass Sie das Auto zu ihm bringen. Nach der langen Anfahrt kommt das böse Erwachen. Die Fahrzeugprüfung ergibt einen niedrigeren Preis. Darauf lassen sich viele genervte Verkäufer ein, weil sie nach langer Anfahrt das Fahrzeug nur noch schnell loswerden wollen. Daher ist Vorsicht bei solchen Offerten geboten.

Die Masche funktioniert auch anders: Der Händler verspricht dem Kunden einen hohen Preis. Als Zeichen, dass er es seriös meint, schiebt er den Kaufvertrag schnell nach. Im Kaufvertrag wird dann aber kein Preis festgehalten, sondern er wird von einer Sachverständigenschätzung abhängig gemacht. Überliest der Kunde diesen Passus, kann er viel Geld verlieren. Daher der Tipp: Lesen Sie sich den Vertrag ohne Zeitdruck genau durch.

Der Trick mit der Vermittlung

Ein Händler gibt vor, dass er einen Käufer für Ihr Fahrzeug hat. Er würde sich auch um alles kümmern - gegen eine kleine Gebühr. Man schließt einen Vertrag, und der Kunde sitzt in der Falle. Denn zu der Gebühr kommen noch Standkosten, und die läppern sich mit der Zeit, weil es den angeblichen Käufer nicht gibt. Also wird der Vertrag gekündigt, was teuer wird. Denn bei Beendigung ist meist noch eine hohe Gebühr fällig. Das ist nur ein Trick, mit dem unseriöse Vermittler Autoverkäufer ködern. Grundsätzlich spricht nichts gegen Vermittler, doch am Gebrauchtwagenmarkt tummeln sich auch viele Betrüger - also Vorsicht.

Vertragsabschluss per Mail

Sie erhalten einen Anruf auf Ihr Inserat. Unter dem Vorwand, den Besichtigungstermin für das Fahrzeug zu bestätigen, werden Sie vom Interessenten aufgefordert, Ihre Adresse per E-Mail zu bestätigen. In anderen Fällen schickt der Käufer einfach eine Test-Mail ebenfalls mit der Bitte, sie zu bestätigen. Dabei handelt es sich aber sehr oft um vermeintliche Kaufvertragsbestätigungen mit deutlich geringeren Kaufpreisen. Der Betrüger verlangt im Anschluss die Vertragserfüllung. Seien Sie vorsichtig bei E-Mails dieser Art, es finden sich bestimmt auch andere Käufer.

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