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Dienstwagen statt Lohnerhöhung

Mit der Gehaltsumwandlung zum neuen Auto

Reiseantrag Foto: Hersteller 65 Bilder

Viele Unternehmen bieten den Arbeitnehmern Dienstwagen statt einer Lohnerhöhung an. Für beide Seiten kann dieser Schritt ein lukratives Geschäft sein. Allerdings sind einige Punkte zu beachten. Hier die wichtigsten.

31.03.2009

Des Deutschen liebstes Kind ist und bleibt das Auto. Daran lässt sich nicht rütteln. Selbst am Arbeitsplatz spielt der vierrädrige Freund eine große Rolle - vor allem, wenn es um den Einsatzwillen der Belegschaft geht. Viele Unternehmen haben das bereits erkannt und bieten Firmenautos nicht mehr nur den Führungskräften oder dem Außendienst an. Immer öfter umfasst das Programm auch Autos für bislang nicht berechtigte Angestellte - Privatnutzung inklusive.

Vor Abschluss sollte ein Steuerberater prüfen

Eine kostenlose Dreingabe wie bei den Führungskräften ist der Wagen aber in der Regel nicht. Je tiefer man in der Hierarchie geht, desto höher ist der Anteil arbeitnehmerfinanzierter Dienstwagen. An dieser Stelle kommt das so genannte Gehaltsumwandlungs-Modell ins Spiel. Die Idee, die dahinter steckt, ist einfach: Der Angestellte verzichtet für einen Firmenwagen auf einen Teil seines Gehaltes oder auf eine Lohnerhöhung. Bevor man sich dafür entscheidet, sollte ein Steuerberater die Sache einmal durchrechnen. Denn ob sich eine Dienstwagen-Finanzierung lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. Der Fachmann muss vor allem prüfen, ob die Sozialversicherungsträger der Gehaltsumwandlung zustimmen. Unter Umständen erkennen sie das Modell nicht an, da bei ihnen die Befürchtung herrscht, dass dadurch Einnahmen verloren gehen.

Somit kann es auf Seiten der Sozialkosten keine Ersparnisse geben, und der Dienstwagen-Traum zerplatzt wie eine Seifenblase. Gleichzeitig muss der Experte auch vertragliche Aspekte genau begutachten. Hier können ebenfalls Fallen für den Angestellten versteckt sein. So wälzen Arbeitgeber gelegentlich alle Rechte und Pflichten aus dem Vertrag mit dem Leasinggeber auf den Beschäftigten ab. Das kann zu Problemen mit dem Fiskus führen. Es besteht die Gefahr, dass die Finanzämter hierin kein klassisches Firmenauto mehr erkennen. Der Beschäftigte muss dann im schlimmsten Fall neben den Privat- auch die Dienstfahrten versteuern.

Kein zu teures Auto wählen

Manche Rechte und Pflichten müssen beim Arbeitgeber bleiben. Und noch etwas ist zu klären: Die Kosten für den Arbeitnehmer hängen entscheidend von der Neuwagenauswahl ab. Deshalb sollte man es an dieser Stelle nicht übertreiben. Ist das Auto zu teuer, schnellt der geldwerte Vorteil in die Höhe und macht die Gehaltsumwandlung uninteressant. Die Entfernung zur Firma spielt ebenfalls eine Rolle: Wer das Fahrzeug privat nutzt, muss nicht nur ein Prozent des Listenpreises versteuern, sondern jeden Monat auch noch 0,03 Prozent des Listenpreises pro Entfernungskilometer für den Arbeitsweg. Liegt der Betrieb weit vom Wohnort entfernt, wirkt sich dies ebenso negativ aus.

Einziger Ausweg ist in diesem Fall das Führen eines Fahrtenbuches. Hier berücksichtigt das Finanzamt nur den privaten Gebrauch des Autos, die Pauschalmethode findet dann keine Anwendung mehr. Das spart unter Umständen viel Geld. Obendrein kann noch die Fahrzeug-Finanzierung dazu beitragen, dass sich das Gehaltsumwandlungs-Modell nicht mehr lohnt. Übergeben wird der Dienstwagen in der Regel in Form eines Leasingvertrages - dessen Rate alles abdecken soll wie Versicherung, Kfz-Steuer, Wartung, Reparatur und meist auch die Kraftstoffkosten.

Je geringer die Belastung ausfällt, desto positiver wirkt sich dies auf die Gesamtrechnung aus - wovon besonders der Arbeitgeber einen Nutzen hat. Er muss die Rate tragen. Aber auch für den Beschäftigten ist die Höhe der monatlichen Leasingzahlung nicht unerheblich. Ist das Auto am Privatmarkt günstiger zu finanzieren, kann die Lohnerhöhung und die Anschaffung eines Fahrzeugs aus eigenen Mitteln die bessere Wahl sein. Auch das gilt es zu beachten. Daher ist eine gute Planung im Vorfeld unerlässlich. Ansonsten kann der Dienstwagen für den Beschäftigten schnell das Gegenteil bewirken: Die Motivation am Arbeitsplatz nimmt ab und nicht zu.

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