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Diesel von Euro 5 auf Euro 6 umrüsten

München denkt über Diesel-Fahrverbote nach

Auspuff eines PKW Foto: Frank Roeder 48 Bilder

In München drohen Fahrverbote für Diesel, die nicht die Euro 6-Abgasnorm erfüllen. Der Grund sind zu hohe Stickoxidwerte in der Stadtluft. Von Fahrverboten wären bis zu 170.000 Autos betroffen.

14.06.2017 Andreas Of 9 Kommentare

Nach Stuttgart denkt nun auch München über Fahrverbote für Diesel nach. Laut Berichten der Süddeutschen Zeitung liegen die Stickoxid-Werte in der Stadt zum Teil bei 50 bis 60 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, teilweise sogar über 60. Der Grenzwert liegt bei 40. Weil dies ein Mittelwert sei, wären temporäre Fahrverbote wenig sinnvoll, so der Bericht weiter. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) denke darum über Fahrverbote nach. Diese würden alle Diesel betreffen, die nicht die aktuelle Abgasnorm Euro 6 erfüllen.

In Stuttgart und München drohen Diesel-Fahrverbote

Stickstoffdioxid NO2 ist ein Reizgas, das vor allem Asthmatikern zu schaffen macht, aber auch für Pflanzen eine Belastung ist. In Ballungsräumen sind Autos die Hauptverursacher. In München haben 295.000 von den 720.000 zugelassenen Autos einen Dieselmotor. Von den Fahrverboten wären dann „voraussichtlich zwischen 133.000 und 170.000 Fahrzeuge betroffen“, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Ausnahmen solle es für den öffentlichen Nahverkehr, Rettungs- und Notfalldienste geben.

Über ähnliche Maßnahmen wird auch in Baden-Württembergs Landeshauptstadt Stuttgart nachgedacht. Zur Zeit wird allerdings noch gerichtlich geklärt, ob Städte Fahrverbote erlassen dürfen. Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes Leipzig wird im Herbst erwartet.

Wie kommt es zu der Diskussion um Fahrverbote in Städten?

Die Europäische Union hat sich auf Grenzwerte für Schadstoffe in Städten geeinigt. Indem zum Beispiel Feinstaub und Stickoxide reduziert werden, soll die Luft in den Städten besser werden, die Lebensqualität steigen und die Gesundheitsbelastung sinken. Und die EU macht Ernst, hat 2015 wegen mehrfacher Grenzwert-Überschreitungen in mehreren deutschen Städten ein Vertragsverletzungsverfahren angestrengt. Gleichzeitig hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mehrere deutsche Städte auf das Einhalten des Luftreinhalteplanes verklagt.

In welchen deutschen Städten drohen Fahrverbote?

Die DUH hat nach eigenen Angaben bisher gegen folgende Städte Klage eingereicht: Aachen, Berlin, Bonn, Darmstadt, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Gelsenkirchen, Köln, Limburg, Mainz, München, Offenbach, Reutlingen, Wiesbaden. In diesen 15 Städten droht ein Fahrverbot, sollten die Gerichte der Auffassung sein, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen, den Schadstoffausstoß deutlich zu senken. Dass Diesel, die nicht der aktuellen Abgasnorm Euro 6 entsprechen, ab 2018 an manchen Tagen von bestimmten Strecken ausgeschlossen werden, gilt unter Experten nicht als unwahrscheinlich. In Stuttgart wird ein partielles Fahrverbot für ältere Diesel-Fahrzeuge diskutiert. Sollte das Fahrverbot kommen, müssten private Diesel an Tagen mit besonders hoher Feinstaub-Belastung bestimmte Strecken meiden. Wie das Fahrverbot kontrolliert werden soll, ist noch völlig offen.

Wie viele Autos wären von der Blauen Plakette betroffen?

Die bisherigen Plaketten (rot, gelb, grün) dienen dazu, ältere Diesel und Benziner ohne Kat aus Umweltzonen fernzuhalten. Ob ein Auto die Abgasnorm Euro 6 erfüllt, lässt sich daran nicht ablesen – um das festzustellen, wäre ein Blick in die Fahrzeugpapiere nötig. Autos im Berufsverkehr zu kontrollieren, indem Polizisten jedes einzelne anhalten und in die Papiere schauen, wäre unrealistisch. Deshalb wollten Stuttgart und das Land Baden-Württemberg schon 2018 eine Blaue Plakette einführen. Die Verkehrsministerkonferenz der Länder hat die Plakette im Februar 2017 jedoch abgelehnt: Sie sei „derzeit nicht entscheidungsreif“. Anfang 2017 wären in Deutschland bis zu 16 Millionen von der Blauen Plakette betroffen gewesen, weil sie die Voraussetzungen nicht erfüllen: Benziner bekämen ab Euro 3 die Plakette, Diesel ab Euro 6.

Woher kommen Ruß, Feinstaub und Stickoxid im Auspuff?

Benziner mit Direkteinspritzung und Dieselmotoren stoßen Ruß und Stickoxid aus. Grob gesagt, beeinflussen zwei Zusammenhänge den Ausstoß dieser Schadstoffe: Motoren, die besonders sparsam mit hohem Luftüberschuss laufen, produzieren besonders viel Stickoxid.Feine, für die Lunge besonders schädliche Rußpartikel entstehen in Motoren mit hohen Einspritzdrücken. Benziner mit Direkteinspritzung kommen auf etwa 200 bar Einspritzdruck, Common-Rail-Diesel auf bis zu 2.000 bar. Inzwischen haben Hersteller wie BMW, Mercedes VW darum bereits Benzinmotoren mit Rußfilter angekündigt – oder bauen diese schon ein. Feinstaub, den der Feinstaubalarm in Stuttgart bekannt gemacht hat, besteht zum Teil aus Ruß. Ein Teil des Feinstaubes aus dem Verkehr stammt aus Bremsabrieb – der entsteht zum Beispiel auch bei Elektroautos.

Was bringen Fahrverbote?

Nach Expertenschätzungen am Beispiel von Stuttgart reduziert eine zeitweise Sperrung für alle Diesel die Stickoxid-Emissionen um 6 Prozent. Genau so viel würde ein Tempolimit von 50 oder 60 auf allen Außerortsstraßen bringen. Stellten alle Paketdienste, Behörden, Taxis und Sozialdienste auf Elektroautos um, würde der Stickoxid-Ausstoß um 2 bis 4 Prozent sinken. Die Umstellung aller Privat-Pkw oder aller Busse des öffentlichen Nahverkehrs würde die Werte um 1 Prozent verbessern. Das ist alles recht wenig, verglichen mit der „Blauen Plakette“, der Experten eine Stickoxid-Reduktion um 40 Prozent zutrauen.

Wie funktioniert die Twintec-Umrüstung?

Twintec hat in einen VW Passat TDI von 2014 eine Abgasnachbehandlung mit Adblue-Tank und SCR-Kat eingebaut. Ein im Motorraum eingebauter, elektrischer Generator wandelt das flüssige Additiv in gasförmiges Ammoniak um und spritzt das NH3-Gas direkt in den Abgasstrang. Das BNOx-SCR-System soll die Stickoxide (NOx) im Abgas auf dem Prüfstand um 99 und auf der Straße um 94 Prozent reduzieren. Damit soll sogar die ab 2020 gültige Euro-6d-Norm erfüllbar sein. Die Umrüstung könnte für etwa 1.500 Euro angeboten werden, wenn die Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamtes vorliegt. Der ADAC hat das System gemessen und eine NOx-Reduktion von 90 Prozent gemessen. Der Automobilclub schätzt, dass der Prototyp etwa 2 Liter AdBlue auf 1.000 Kilometer verbraucht. Dazu kommt ein Mehrverbrauch von etwa 5%, weil die Lichtmaschine bis zu 400 Watt für das Heizmodul liefern muss.

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Neuester Kommentar

Seit einiger Zeit geistert ein Fahrverbot für Diesel unterhalb der Euronorm 6 nun auch für München durch die Medien. Die Unsicherheit, vor allem bei Pendlern, Mittelständlern und auch bei Familien, die "ältere" Diesel fahren wird immer größer.
Wer soll eine Umrüstung dieser Fahrzeuge bezahlen? Wird die Umrüstung subventioniert? Ist sie technisch machbar? Und wenn nicht, was macht man, wenn der ÖPNV für das Pendeln nicht in Frage kommt? Wer soll alle ausrangierten und dann auch "entwerteten" Dieselfahrzeuge kaufen? Und was passiert mit den Fahrzeugen?

Ich persönlich empfinde es als absolute Frechheit seitens der Autohersteller, der Politik und auch der Umweltverbände, was man hier dem "kleinen Mann" zumutet.

Vor ein paar Jahren habe ich meinen W210 (E-Klasse 300D) verkaufen müssen, da es für das Fahrzeug keine Möglichkeit zur Nachrüstung gab. Die Firma Deissler versprach sehr lange einen Nachrüstsatz, als dieser dann kam, war es zu spät und schließlich auch preislich ausserhalb jeder vernunftbasierten Entscheidung, die Lösung für den W 210 in Betracht zu ziehen. Das Fahrzeug war in sehr gutem Zustand, kein Rost, scheckheftgepflegt, mit Vollausstattung und damals 10 Jahre alt und 180.000 km gelaufen. Verkauft wurde er schließlich für 1.300 € nach Belgien für Export Marokko. (Er hätte in Deutschland nicht einmal die rote Plakette erhalten). Dies empfand ich als eine Art Enteignung.

Nun besitze ich einen W 163 (ML 270 CDI), beim Kauf hatte ich darauf geachtet, dass ein entsprechender Partikelfilter verbaut ist und das Fahrzeug die grüne Plakette erhält. Der Wagen ist scheckheftgepflegt, hat nun 300.000 km gelaufen, hat keinen Reparaturstau und würde sicherlich noch einmal die gleiche Laufleistung absolvieren, da er gut gepflegt wird.

Die Einführung der Euronorm 6 (c, d, etc) macht aus diesem Fahrzeug wieder einen Haufen Schrott, der nichts mehr wert ist.

Nicht jeder will oder kann alle paar Jahre einen Kredit aufnehmen um ein Neufahrzeug zu finanzieren.

Hier bringen Umweltverbände giftige Abgase ins Gespräch, die Städte lehnen das Fahrverbot erst ab, werden dann von Gerichten dazu verdonnert, es durchzusetzen und am Ende reibt sich die Autoindustrie die Hände und kann neue Fahrzeuge verkaufen. Mir kommt es vor, als würde hier ein Schmierentheater aufgeführt, dessen Ziel einfach die Durchsetzung neuer Gesetze zur Verkaufsförderung ist.

Manche Probleme lösen sich auch von selbst. Man schaue mal auf die Strassen, wieviele Fahrzeuge von 1970, 1980, 1990 und 2000 fahren dort noch herum? Wenige, und warum? Weil sie kaputt sind, durchgerostet, verbeult, verunfallt, beim TÜV durchgefallen und zu teuer zu reparieren gewesen wären. Das liegt in der Natur der Sache. Man muss den Verfall der Dinge nicht beschleunigen, in dem man sie verbietet oder in andere Länder zwangsexportiert. Auch die Abwrackprämie in 2008 war so ein Unding. Hier hat man nur sowieso anstehende Käufe von Fahrzeugen um ein, zwei Jahre nach vorne gezogen. Verschrottet wurden dann allerdings mehr gute Fahrzeuge als die alten Krücken, die man eigentlich gerne von der Straße gehabt hätte.

Liebe Politiker, egal von welcher Partei und egal von wem und von welcher Lobby Ihr gekauft und geschmiert seid, hört auf uns veräppeln zu wollen und kümmert Euch endlich um substantiellere Dinge.

München1976 23. Juni 2017, 11:59 Uhr
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