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Lohnt sich der Diesel noch?

Risiko oder Teil der Lösung?

Audi A4 2.0 TDI - Details Foto: Hans-Dieter Seufert 48 Bilder

Wird der Diesel schlechter gemacht, als er ist? Lohnt es überhaupt noch, einen Diesel zu kaufen? Wir bringen Licht ins Dunkel und beantworten die 11 wichtigsten Fragen zu Fahrverboten, blauer Plakette, Euro 6 und Stickoxiden.

04.07.2017 Henning Busse 16 Kommentare

Wie riskant ist es heute, einen Diesel anzuschaffen?

Die Politik muss Regeln schaffen, doch die Regierung in Berlin bewegt sich kaum. Das sollte die Autokäufer aber nicht verunsichern. Fakt ist, dass immer die Rede davon war, Selbstzünder schlechter als Euro 6 aus den Städten zu verbannen. Etwas anderes ist nicht zu erwarten, auch wenn manche jetzt sogar eine Nachrüstung für Euro-6-Diesel fordern oder der ADAC vorerst vom Selbstzünderkauf abrät. Falls aber auch Euro-6-Autos von Fahrverboten betroffen sein sollten, dann dürfte es sich allenfalls um frühe Modelle handeln. Das heißt: Wer jetzt einen ganz aktuellen Diesel-Neuwagen ordert, ist nicht betroffen.

Beim Gebrauchtwagenkauf ist Vorsicht geboten: Autofahrer sollten momentan nur Dieselautos mit der Abgasnorm Euro 6 wählen, denn alle Selbstzünder mit Einstufungen darunter sind von Fahrverboten bedroht. Das Angebot an gebrauchten Fahrzeugen mit aktueller Abgasnorm wächst stetig. Rund 40 Prozent aller zum Verkauf stehenden Diesel erfüllen derzeit Euro 6 – das ergab eine auto motor und sport-Stichprobe bei den beiden größten Online-Börsen autoscout24.de und mobile.de.

Was unternimmt die Politik zum Thema Diesel?

Seit Baden-Württemberg und Bayern mit der Autoindustrie nach Möglichkeiten suchen, Fahrverbote abzuwenden, wacht das Bundesverkehrsministerium in Berlin auf. Mit dem Umweltministerium initiierte es das Nationale Forum Diesel, das mit der Industrie „Maßnahmen zur Reduzierung der Schadstoff-Emissionen bei Diesel-Pkw vereinbaren soll“ – erste Sitzung ist Anfang August. Aber die blaue Plakette, die so viele Kommunen fordern, blockiert Bundesverkehrsminister Dobrindt weiterhin, weil es dabei auch um Fahrverbote geht. Der CSU-Politiker wartet noch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig ab, das die Frage klärt, ob eine Kommune oder nur der Bund Fahrverbote verhängen darf. Mit einer Entscheidung wird im Herbst gerechnet. Auch beim wichtigen Thema Umrüstung ist Dobrindt nicht in die Gänge gekommen, was sogar die Autohersteller ärgert. „Für die Umsetzung solcher Maßnahmen ist ein Gesamtkonzept nötig, in dem alle technischen und regulatorischen Rahmenbedingungen bundesweit geklärt sind“, teilt der Herstellerverband VDA mit.

Wie reagiert die Autobranche?

Blaue Plakette Diesel-Umrüstung auf Euro 6 Merkel sieht Ende des Verbrenners

Noch vor wenigen Wochen lehnte die Branche die Umrüstung ab – zu aufwendig, zu teuer. Doch dem zunehmenden öffentlichen Druck konnten sich die Hersteller nicht entziehen. So schlugen sie vor Kurzem eine Software-Lösung für Euro-5-Modelle vor, die den Stickoxidausstoß um bis zu 50 Prozent reduzieren soll – das reicht der Politik. Audi und BMW wollen so die Hälfte ihrer Euro-5-Diesel nachrüsten. Auch Mercedes favorisiert diese Lösung. Doch zur geforderten Umrüstung von Euro- 6-Modellen schweigt sich die Branche noch aus, wobei auch hier eine Software-Lösung funktionieren sollte. Was die Kosten angeht, tragen die Hersteller nur einen Teil. 300 Euro für den Werkstattbesuch sind noch offen. Die Politik drängt auf die volle Kostenübernahme.

Gegen Fahrverbote für EU5EU6-Diesel-Nachrüstung im Test

Kann man gebrauchte Diesel nachrüsten?

Das ist für viele alte und neuere Diesel möglich, wie die von uns getestete Twin- tec-Lösung zeigte. Doch die 1.500 Euro teure Nachrüstung kann erst in den Markt gehen, wenn der rechtliche Rahmen existiert. Gemeinsam mit der Software-Lösung würde sich das Diesel-Problem dann schnell in Rauch auflösen.

Wann wird es zu Fahrverboten für Dieselautos kommen?

Grüne Plakette Feinstaub Partikelfilter Hier drohen Fahrverbote Stuttgart ist nur der Anfang

Da Dieselautos in der Kritik stehen, an der gesundheitsschädlichen Stickoxidbelastung in Ballungsgebieten maßgeblich beteiligt zu sein, reichten Umweltverbände Klagen in mehreren deutschen Städten, wie etwa Stuttgart, München, Essen oder Köln, mit dem Ziel ein, die Selbstzünder aus den belasteten Kommunen zu verbannen. In Düsseldorf gibt es bereits ein Urteil, das Fahrverbote androht. Noch ist es nicht rechtskräftig, doch damit wird im Sommer gerechnet. Dann dürfte es dort 2018 zu Dieselfahrverboten kommen. Andere Gerichte könnten dem Urteil folgen, vermuten Experten.

Gibt es künftig in ganz Deutschland Fahrverbote?

Davon ist nicht auszugehen. Hauptsächlich in Ballungsgebieten ist mit Fahrverboten zu rechnen. Die Mehrheit der Gegenden in der Bundesrepublik hat derzeit kein Problem mit der Stickoxidbelastung, somit sperren diese Kommunen die Autos auch nicht aus.

Werden ganze Stadtgebiete für den Diesel gesperrt sein?

Was die Städte umsetzen, lässt sich nicht mit absoluter Sicherheit voraussagen. Nach jetzigem Stand sollen aber nur zu gewissen Zeiten besonders belastete Teile einer Kommune für Dieselautos gesperrt werden – nicht das ganze Stadtgebiet und auch nicht das ganze Jahr über. Sicher ist dagegen, dass die Kommunen sehr sparsam mit Ausnahmeregelungen für Autofahrer umgehen werden.

Ist der Benziner besser als der Diesel?

Man kann immer noch einen Diesel kaufen – vor allem für Vielfahrer rechnet er sich (mehr als 10 000 km/Jahr). Um sicher zu sein, sollte man ein Neufahrzeug ins Auge fassen. Hier ist kein Ärger zu befürchten, die Städte werden Neuwagen nicht aussperren, da sie alle die notwendige Euro-6-Norm erfüllen. Übrigens könnten wegen der Stickoxidbelastung bald auch viele Benziner betroffen sein. Ins Visier geraten sind die Ottomotoren, die schlechter als Euro 3 eingestuft sind – was die Zahl der Autos, die von Fahrverboten bedroht sind, auf rund 13 Millionen erhöht. Mit anderen Worten: Jeden vierten Autofahrer könnte es treffen.

Diesel gegen Benziner - Teil 2Wann ist ein Diesel sinnvoll?

Was wird der Staat gegen die Stickoxide unternehmen?

Bis jetzt schweigt die Regierung in Berlin zu diesem Thema. Falls die Politik noch vor den ersten Fahrverboten reagiert und die oft geforderte „blaue Plakette“ einführt, dürften vielerorts Autofahrer erst einmal aufatmen. Zwar sieht diese Plakette auch Fahrverbote vor, doch nicht für alle Dieselmodelle. Nur Selbstzünder schlechter als Euro 6 und Benziner unter Euro 3 werden ausgesperrt. Doch jede Stadt soll selbst bestimmen können, ob und wann sie zu Fahrverboten greift. Stuttgart zum Beispiel zog in Erwägung, die Plakette erst 2021 einzuführen. Das hätte Zeit gebracht, um in Ruhe den nächsten Fahrzeugkauf zu planen.

Sind ältere Diesel bald nichts mehr wert?

Auch wenn Marktbeobachter noch was anderes berichten, so wirkt sich die Diskussion um Fahrverbote bereits negativ auf die Restwerte aus. Manche Händler müssen schon drei Jahre alte Diesel mit Euro 5, die sie in Zahlung nehmen, um mehr als zehn Prozent abwerten.

Hat der Diesel noch eine Zukunft?

Ja, aber nicht mehr in allen Fahrzeugklassen. Die ersten Autohersteller haben bereits entschieden, dass der Diesel im Kleinwagensegment künftig nicht mehr angeboten wird. Toyota hat zum Beispiel beim Yaris zum Facelift den Diesel aus dem Programm gestrichen – zumindest in Deutschland. Denn die Herstellungspreise der Selbstzünder steigen, weil die Technik zur Abgasnachbehandlung immer mehr an Kosten verursacht – zu viel für manche Fahrzeugsegmente. In größeren Autoklassen brauchen die Marken dagegen den Diesel, um die strengen CO2-Ziele der EU zu erfüllen.

In unserer Fotoshow zeigen wir Ihnen unsere Testergebnisse zu den aktuellen Real-Verbräuchen.

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Wie man sieht, es geht doch. Auch für den LKW und Bus Bereich gibt es hocheffiziente Reinigungssysteme, wie ein Paderborner Busunternehmer mit der Firma Proventia erfolgreich zeigen konnte. Würde man sich jetzt noch auf alternative Dieselkraftstoffe und eine Senkung der Mineralölsteuer committen, wäre das Emissionsthema kurzfristig aus der Welt. Die alternativen Dieselkraftstoffe liessen sich auch bei Heizanlagen und bei Schiffsdieseln einsetzen.

Manfred S. 23. August 2017, 08:28 Uhr
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