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Diesel-Hybrid-Fahrzeug: Land Rover Land-e

Unter Strom

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Auch Land Rover reagiert auf die Klimadiskussion. Die Briten müssen reagieren, denn sie habenin ihrer Fahrzeugflotte keine sparsamen Kleinwagen, mit der sie punkten können. So präsentiert Land Rover jetzt ein Diesel-Hybrid-Fahrzeug mit Hinterachs-Elektroantrieb.

08.09.2008 Powered by

Das Leben kann schon ungerecht sein – gerade für traditionsbewusste Firmen wie Land Rover. Während sich die meisten Autohersteller durch ihre breite Modellpalette irgendwie aus der hysterisch geführten CO2-Diskussion herauslavieren können, trifft Land Rover die Problematik mit voller Härte. Die Briten haben weder einen sparsamen Kleinwagen in der Schublade, noch Interesse, einen ökonomischen Fronttriebler zu bauen, um ihren Flottenverbrauch zu senken und den umweltbewussten Kunden ein passendes Auto zu bieten. Ihren Trumpf der Allradkompetenz wollen sie auf keinen Fall abgeben. So bleibt ihnen nichts anderes übrig, als selbst ein alternatives Sparkonzept zu entwickeln. Eines, das sich auch mit ihren Geländewagen kombinieren lässt, und bei dem keine Abstriche abseits befestigter Straßen gemacht werden müssen. Dabei ist der erste Schritt zur Verbrauchsreduzierung der einfachste: eine Start-Stopp-Automatik. Statt im Leerlauf vor sich hin zu tuckern und unnötig Sprit zu verbrennen, wird der Motor prompt ausgeschaltet, sobald das Auto steht. So kann gerade im dichten Stadtverkehr ordentlich Kraftstoff gespart werden. Mit Hilfe eines Startergenerators, der direkt auf der Kurbelwelle sitzt, wird das Triebwerk sofort wieder angelassen, wenn es weiter gehen soll. Im Freelander dauert das nicht einmal eine halbe Sekunde. Dort wird das System schon ab 2009 serienmäßig eingebaut – zumindest im Diesel Td4 mit Handschaltung.Der nächste Schritt zum sparsamen Land Rover führt über die Gewichtsreduzierung. Eine effektive Leichtbauweise wird besonders den großen übergewichtigen Modellen Discovery und Range Rover zugute kommen, die momentan mehr als zweieinhalb Tonnen auf die Waage bringen. Land Rovers eigentlicher Clou wird allerdings noch etwas auf sich warten lassen. Im Rahmen eines millionenschweren, vom Energy Saving Trust der britischen Regierung unterstützten Entwicklungsprojekts wurde ein Vollhybridantrieb für Diesel-Geländewagen entwickelt. "Der erste fahrbereite Prototyp geht jetzt zum Testen auf die Straße“, erklärte Land Rover-Chef Phil Popham vor kurzem.  Der innovative Antrieb steckt zunächst unter der Haut eines gewöhnlichen Freelander Td4. Neben dem Kurbelwellen-Startergenerator hat der auch ERAD an Bord – einen Hinterachs-Elektroantrieb. Dabei sitzt im hinteren Differenzial ein 35-kW-E-Motor mit 200 Newtonmeter Drehmoment, der das Auto komplett elektrisch antreiben kann – und das auch über alle vier Räder. Denn das ERAD-System ist imstande, die Kraft über die Kardanwelle an die Vorderachse zu leiten. Über ein Untersetzungsgetriebe mit einem Verhältnis von 8:1 gelangt die Power des Elektromotors an die Räder. Eine Haldex-Kupplung erlaubt zudem die Entkopplung des Dieselaggregats von der Hinterachse. So sind alle Antriebskombinationen aus Diesel und Elektro sowie aus Hecktriebler, Fronttriebler und Allradler denkbar. Genial! Auch, weil damit das Terrain Response System vollständig genutzt – und sogar noch erweitert werden kann. Im Prototypen stehen fünf Programme zur Wahl. Beispiel: Im Eco-Modus fährt der Freelander vorrangig mit elektrischer Energie, im Dynamic-Modus hauptsächlich mit Diesel und Heckantrieb. Bei Vollgas werden stets beide Antriebsquellen genutzt, was die Fahrleistungen laut Land Rover erheblich verbessern soll.Die E-Maschine zieht die Energie aus der im Kofferraumboden versteckten Batterie – ein 32 Kilogramm schwerer Lithium-Ionen-Akku, der beim Bremsen und im Schubbetrieb von Startergenerator und ERAD aufgeladen wird. Obwohl das komplette Hybridsystem über ein 288-Volt-Spannungsnetz betrieben wird, funktioniert die Bordelektronik weiter mit zwölf Volt. Insgesamt soll der Freelander nur etwa 100 Kilogramm schwerer sein als das Serienmodell. Versprochen wird am Ende eine Verbrauchsersparnis von bis zu 30 Prozent. Man darf sich also auf etwa fünf Liter pro 100 Kilometer freuen. Doch wie gesagt, die Vorfreude muss noch einige Jahre anhalten.

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