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Driftschule in Finnland

Heiß auf Eis

Driftschule, Subaru Impreza, Heckansicht Foto: Sebastian Groehl 15 Bilder

Quer fahren ohne Ende: Am Polarkreis kann jedermann das kontrollierte Driften erlernen. Instruktor Markku Alén und der 300-PS-Subaru sorgen für beste Unterhaltung.

21.01.2014 Claus Mühlberger

Im Wesentlichen gibt es zwei gute Gründe, um im Winter nach Nordfinnland zu reisen und dort Temperaturen zu erdulden, die oft weit unterhalb von minus 20 Grad liegen. Erstens: das Polarlicht. In Asien schreibt man diesem surreal wirkenden Himmelsphänomen wahrhaft erstaunliche Kräfte zu, speziell was die Fortpflanzung angeht. Die Honeymoon-Suites der Hotels von Ivalo und anderer Siedlungen am Polarkreis sind jedenfalls fest in fernöstlicher Hand.

Driften mit dem Subaru Impreza WRX STi

Der zweite gute Grund für den Trip in den Eisschrank Europas sind die gerade unglaublichen Möglichkeiten, in dem von November bis mindestens Mitte April durchgehend verschneiten Winter-Wunderland das Autofahren in seiner schönsten Form zu erlernen - quer und den weiteren Straßenverlauf meist durch die Seitenscheiben anvisierend. Für jeden engagierten Autofahrer ist dieses Driften das ultimative Fahrerlebnis.

Nicht jedes Auto eignet sich für diesen Trip in die Grenzbereiche der Fahrphysik. Allradantrieb ist zwar nicht unbedingt nötig, aber hilfreich. Ordentlich Motorleistung kann auch nicht schaden. Und eine Extraportion Grip macht das Vergnügen komplett. Die Jungs von www.iceaction.de - die Brüder Mark und Sandro Wallenwein sowie Armin Schwarz - haben hier prächtig vorgesorgt. Acht 300 PS starke, spikebereifte Subaru Impreza WRX STi stehen morgens vor dem Hotel. Die Boxermotoren brummeln leise, aber unternehmungslustig vor sich hin.

Bevor die Teilnehmer auf einer weiten Eisfläche die Haftung der Michelin-Spikereifen zum ersten Mal ausloten dürfen, steht erst mal ein bisschen Theorie an. Lektion eins: die korrekte Lenkradhaltung. "Fast alle Teilnehmer machen das falsch", sagt Mark Wallenwein, der Deutsche Rallyemeister von 2012. Für drei besonders typische Fehlhaltungen haben die Instruktoren fantasievolle Namen: "Tellerwäscher und Hamster sieht man meist bei Männern", sagt Wallenwein. "Frauen dagegen machen oft den Django: Sie greifen mit verdrehtem Handgelenk von unten an den Lenkradkranz. Alles falsch, so kann man nicht schnell gegenlenken."

Subaru Impreza WRX STi kinderleicht ins Rutschen zu bringen

Genau darum geht es bei den ersten Übungen. Slalomfahren im zweiten Gang auf einer riesigen Eisfläche. Es ist kinderleicht, den Subaru ins Rutschen zu bringen, trotz Allradantrieb und Spikereifen. Die 300 PS des Turbomotors überstimmen den Reibungsbeiwert auf dem spiegelglatten Eis mit Leichtigkeit. Das beherzte Einleiten der Rutschpartie ist aber nur die eine Sache. "Wie man diesen Drift sauber kontrolliert, das steht auf einem anderen Blatt", sagt Wallenwein.

Also: üben, üben und nochmals üben. Selbst talentierte Kursteilnehmer mit reichlich rennfahrerischer Vorbildung in GT3-Rennautos brauchen einige Zeit, bis sie beim Umkurven der Pylonen das umsetzen können, was Wallenwein unermüdlich predigt: "Einlenken, sauberer Lastwechsel, gegenlenken und dabei auf die Lenkradhaltung achten." Leichter gesagt als getan, doch gefühlte drei Dutzend Fahrten und 100 Kilometer später haben die meisten Freundschaft geschlossen mit ihrem Subaru Impreza WRX STi und den Michelin-Rallyereifen in der Version der Rallye Monte Carlo mit 200 Spikes, die 1,6 Millimeter aus dem Gummi der Lauffläche hervorlugen.

Nach ein paar Dutzend Runden auf der Kreisbahn ist die Zeit des unverbindlichen Kennenlernens vorbei. Am nächsten Morgen wird’s dann ernst: Es geht in den Wald. Wer sich hier verschätzt, kreiselt nicht einfach ins eisige Nirwana. Im Wald geht’s schnurstracks ab in die Schneewände.
Markku Alén, der Rallyeweltmeister von 1978, machte es vor, wie korrekt gefahren wird. Ohne Hektik, nicht allzu quer rutschend und manchmal auch mit geduldigem Gasfuß. Alles wirkt mühelos, leichtfüßig, harmonisch, schlichtweg perfekt.

Vor Spitzkehren zupft der Altmeister kurz an der Handbremse. Das Heck des Subaru Impreza WRX STi schwenkt aus, genau wie gewünscht. Ab und zu tippt Alén mit dem linken Fuß die Bremse an, mit rechts gibt er Gas. "So kann ich den Driftwinkel besser kontrollieren." Lammfromm fügt sich der Subaru Impreza WRX STi Aléns Befehlen, so als sei es die leichteste Sache der Welt, einen 1,5 Tonnen schweren Brocken auf einer schmalen Forststraße leichtfüßig tanzen zu lassen.

"You drive like Walter Röhrl"

Doch Aléns Lenkradhaltung ist alles andere als lehrbuchmäßig. In lockerer Folge kombiniert er den eingangs erwähnten "Tellerwäscher" mit dem "Hamster". Nur den "Django" lässt er aus. Für den um zwei Generationen jüngeren Mark Wallenwein kein Grund, vom Lehrplan abzuweichen. "Ja", sagt der 26-Jährige, "Markku hat das Rallyefahren halt in einer Zeit gelernt, als die Autos keine Servolenkung hatten. Da musste man am Lenkrad vorgreifen. Es ging gar nicht anders."

"Und jetzt du!" Alén wechselt auf die Beifahrerseite. Der 62-jährige Finne hätte bestimmt auch als Motivationstrainer Erfolg. Gelungene Drifts kommentiert er so: "Hey, very good. You drive like Walter Röhrl." Wenn es bei seinen Driftschülern mal nicht gut klappt mit der Koordination von Gaspedal, Lastwechsel und Lenkradeinschlag meint Alén lakonisch: "Eine Kurve gut, die andere nicht so gut, das ist ganz normal."

Doch eigentlich schätzt es Alén nicht besonders, sich neben ambitionierte, aber oft eben doch nur mittelprächtig talentierte Gelegenheitsdrifter zu setzen und durch den nordfinnischen Forst zu donnern. Obwohl er natürlich weiß, dass nicht die geringste Gefahr für Leib und Leben der Besatzung besteht. Denn erstens wird mit dem Subaru Impreza WRX STi kaum schneller als 90 oder 100 km/h gefahren. Dazu sind die Pisten zu eng und der Grip der Reifen ist zu gering, trotz fast 200 jeweils 1,6 Millimeter langen Spikes.

Auch der Subaru Impreza WRX STi ist irgendwann mit dem Latein am Ende

Zweitens leisten die gut einen halben Meter hohen Schneewände erstklassige Dienste. Wer vom Pfad der Tugend abweicht, wird von der weißen Pracht sanft und materialschonend abgefangen. Und manchmal auch verschluckt: War der Einschlagwinkel allzu stumpf, kann es passieren, dass selbst das ausgefuchste Allradsystem des Subaru Impreza WRX STi mit seinem Latein am Ende ist und alle vier Räder haltlos durchdrehen. Dann muss das Bergungskommando ausrücken, ein mit mächtigen Schneeketten bestückter Traktor.

Es wird langsam dunkel im Wäldchen. Wallenwein und seine Jungs montieren GoPro-Videokameras an den Subaru Impreza WRX STi: "Wir machen sie immer an der Fahrerseite fest", sagt er. "Da bleibt sie nämlich dran. Die Jungs schlagen immer mit der Beifahrerseite ein. Das ist eine alte Regel.

Driften bis der Arzt kommt

Okay, ein bisschen Kondition kann nicht schaden, wenn man sich zum Rallye- und Drifttraining für Fortgeschrittene bei www.iceaction.de anmeldet. Denn die Brüder Sandro und Mark Wallenwein sowie Armin Schwarz - allesamt Deutsche Rallyemeister - bieten bei ihren Kursen im finnischen Lappland optional an, einen der Schul-Subaru allein zu pilotieren. Das heißt: jeweils rund sechs Stunden reine Fahrzeit. Doch auch diejenigen, die sich ein Auto mit einem anderen Fahrer teilen, kommen voll auf ihre Kosten: Am Ende hat wohl jeder mehr als 200 Kilometer auf der Uhr. Das ist nicht viel, meinen Sie? Doch! Denn geradeaus geht es kaum.

Gefühlte 90 Prozent der Zeit wird gedriftet. Das schlaucht ganz schön. Wallenwein und Schwarz bieten 2014 zwischen dem 31. Januar und dem 7. März 13 Kurse an. Der Grundpreis für das Paket A (zwei Teilnehmer pro Auto) beträgt 3.799 Euro (mit Vollpension, aber ohne Flug nach Ivalo). Besonders Ehrgeizige können Extras buchen wie einen halben Tag im Gruppe-N-Subaru (4.490 Euro) oder, besonders exklusiv, Unterricht im einem Hyundai WRC. Günstiger ist die Snowmobil-Safari (150 Euro). Alle Infos: www.iceaction.de

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