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Das sport auto-24 Stunden-Projekt, Folge 3

Foto: k.A. 9 Bilder

Die Zeit des Theoretisierens ist endgültig vorbei. Auf der englischen Rennstrecke Rockingham erhielt der Vantage V8 das Plazet für seine Entsendung zum Nürburgring. sport auto nahm dort ersten Kontakt auf

06.01.2007 Horst von Saurma Powered by

Die Sonne lacht. Das Herz hüpft. Steve Porritt öffnet mir galant die Tür. Tatort Nürburgring. Einige wenige umstehende Zaungäste verfolgen neugierig einen Vorgang, wie

er banaler kaum sein kann: Ich steige in ein Auto ein. Es ist Donnerstag, der 6. April, kurz nach 18 Uhr. Der silberne Aston Martin Vantage V8 mit dem britischen Kennzeichen VX04 SKN brabbelt vor sich hin. Keiner weiß, dass es sich hier um eine Premiere handelt. Niemand der außen Stehenden ahnt, dass dieses silberne Coupé eine tragende Rolle beim 24h-Rennen Mitte Juni spielen soll – für sport auto, für Aston Martin und sicher nicht minder für etliche Fans im Vorfeld des Rennens und später an der Strecke.

Da steht er nun auf geweihtem Boden: fast auffällig schlicht in der Anmutung, ohne Firlefanz und buntes Federkleid. Die etwas zu breiten Reifen und das bis aufs Blech ausgeräumte Cockpit samt dem verzweigten Käfig darin lassen erahnen, dass es sich hier um ein besonderes Exemplar des Typs Vantage V8 handelt. Ein Versuchsträger vielleicht? Das schwarze Tape, das die charakteristischen grünen Applikationen an der Kühleröffnung in der Front und am Dachbogen verdeckt, lässt fast darauf schließen.

Es sind keine Verrenkungen nötig, um in die provisorische Lederschale zu gelangen – also durchaus etwas für gesetztere Typen. Die schöne, silberfarben-unterlegte Instrumentensammlung entstammt der Serie. Auch die wuchtige Mittelkonsole mit dem stilvollen Starterknopf in der Mitte blieb erhalten. Ansons-ten: nacktes Alu-Blech. Die Seiten- und die Heckscheibe sind aus leichtem Makrolon gefertigt. Das griffige Lenkrad kenne ich noch aus dem Supertest-Vantage.

Eine Runde zum Kennenlernen steht an, und sie beginnt so überraschend problemlos, wie sie endet. Der Vantage ist frei von gewöhnungsbedürftigen Eigenarten und unterscheidet sich damit von den meisten Erstlingswerken. Warum sollte er auch biestig sein? Motor, Kupplung, Getriebe – alles serienmäßig. Ein nettes Zugeständnis an uns Festlandeuropäer: Das Vantage Coupé ist links gesteuert. Die H-Schaltung ist so konventionell wie einfach strukturiert – die sechs Gänge flutschen nur so durch die Gassen.

Ob er schnell ist? Na ja, ich vermute mal. Es ist ja so: Alles, was einem einfach in den Schoß fällt, wird auf Anhieb nicht gleich als wertig empfunden. Vielleicht ist er einfach nur leicht zu fahren. Es fehlt die Bezugsgröße auf dieser Runde, ein veritabler Gegner also.

Das Gefühl sagt: Da geht schon was ab! Der Achtzylinder wirkt befreit, ja, fast ausgelassen, besonders im mittleren Drehzahlbereich. Das deutlich niedrigere Gewicht zeigt Wirkung. Knapp 1350 Kilogramm fahrfertig sollen es in dieser Ausbaustufe sein – also rund sechs Zentner weniger als beim Original.


Das Einlenkverhalten – grandios, obwohl die Radaufhängungen samt ihrer Anlenkung am Chassis der Serie entsprechen und die Federraten bei gleicher Länge nur um 50 Prozent erhöht sind. Kaum zu glauben. Aber die Bremse ist aus dem Rennsport, oder? Falsch, nur mit Sportbelägen bestückt.

Projektleiter Steve Porritt schaut fragend durch das kleine Schiebefenster: „How was it?“ „Simply great“, lautet mein knappes Fazit. Am nächsten Tag wird einer in der gleicher Situation dasselbe gefragt werden. Die Anwort dürfte jedoch schon deshalb differenzierter ausfallen, weil der Mann das sport auto/Aston Martin-Projekt von einer anderen Warte aus betrachtet. Dr. Ulrich Bez, Vorstandsvorsitzender von Aston Martin, probt mit dem Vantage V8 auf der Nordschleife des Nürburgrings ebenfalls den Ernstfall. Und zwar nicht nur aus Spaß an der Freude, sondern als einer, der beim 24-Stunden-Rennen am 17. Juni selbst mit ins Steuer greifen wird.

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