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Druck auf Biodiesel-Produzenten wächst

Die Aufbruchstimmung auf dem Markt für Biodiesel ist verflogen, und die Produzenten haben zu kämpfen. "Das Sterben in der Branche hat begonnen", sagte der Vorstandsvorsitzende der EOP Biodiesel AG in Falkenhagen (Prignitz), Sven Schön, in einem Gespräch mit der dpa.

07.01.2008

"Wir haben eine Überproduktion von etwa 300 Prozent im Land. Es vergeht kaum eine Woche, in der uns nicht mindestens ein Biodieselwerk zum Kauf angeboten wird."

Schuld an der Misere sind laut Schön vor allem die hohen Steuern und gestiegenen Rohstoffpreise. Er fordert von der Bundesregierung eine Gleichbehandlung biogener Treibstoffe mit anderen erneuerbaren Energien wie Biogas, Sonnenenergie und Windkraft. "Wir gingen davon aus, dass die Steuerlast von neun Cent je Liter auf Endverbraucher, Hersteller und Zwischenhändler verteilt werden kann." Stattdessen aber habe der Hersteller sie allein zu tragen. "Das schmälert natürlich den Gewinn." Der lag für EOP im ersten Quartal des Geschäftsjahres nach eigenen Angaben rund 500.000 Euro unter dem des Vorjahresniveaus, auch wenn das Unternehmen seinen Umsatz um 72 Prozent auf 18,1 Millionen Euro steigerte. Durch mäßige Ernten und Spekulationen an den Rohstoffbörsen hätten sich die Preise für Rapssaat verdoppelt, erläuterte Firmenchef Schön.

Ausstieg aus dem B-100-Markt

"Wir können nur überleben, wenn wir einer der größten Biodiesel-Produzenten im Land sind." Aus dem sogenannten B-100-Markt, wo Biodiesel direkt für die Tankstellen hergestellt und vertrieben wird, habe sich der Betrieb schon verabschiedet. "Der Markt ist nach der Besteuerung eingebrochen. Viele Spediteure tanken jetzt wieder mineralischen Diesel im Ausland. Schließlich schlügen die Produktionskosten bei einem Liter Biodiesel für Tankstellen seit der Erhöhung der Mineralölsteuer zum Jahresbeginn mit 1,27 Euro je Liter zu Buche. Dies würde etwa 20 Cent Verlust pro Liter bedeuten. Deshalb habe sich EOP dem B5-Markt zugewandt, wo Biodiesel der Beimischung zu herkömmlichem Diesel dient. Mittlerweile werde mehr als die Hälfte des Ausstoßes in diese Richtung geliefert.

"Wir bauen zur Zeit für etwa zwei Millionen Euro eine Anschlussbahn mit zwei Gleisen, um so unser Unternehmen über die Schiene mit Rohstoffen zu versorgen und fertige Produkte mit Kesselwagen auszuliefern." Diese Investition in die Zukunft sei einfach notwendig. Schon 2008 werde wohl in Falkenhagen die Produktionskapazität von 130.000 Tonnen Biodiesel erreicht und vermarktet. Unter anderem werde dies möglich, indem Pflanzenöl aus der eigenen Mühle in Lettland in die Prignitz geliefert wird und Rohstoffe aus der Ukraine und Polen über die Seehäfen nach Brandenburg kommen. Es werde wichtig sein, dass sich die Automobilindustrie auf Biodiesel und Beimischungen von bis zu 20 Prozent im Jahr 2020 einstellt. Für die Branche gehe es hier um Investitionssicherheit, bemerkte Schön in Richtung Politik.

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