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DTM

Aufstand der Gebrauchten

Foto: Wolfgang Wilhelm 37 Bilder

Der erstmalige Sieg eines Vorjahres-Autos in der DTM-Geschichte lässt die aktuelle Auto-Generation alt aussehen. Vor allem Mercedes ist in einer unglücklichen Lage.

08.05.2007 Powered by

Schon vor dem ersten Rennen in Hockenheim prophezeihte Mika Häkkinen: "Es ist nicht dir Frage, ob Gary Paffett in diesem Jahr ein Rennen gewinnt, sondern wie viele." Aber vielleicht hätte sich auch der Finne nicht träumen lassen, dass der DTM-Meister 2005 mit einem ein Jahr alten Auto bereits beim zweiten Lauf ganz oben auf dem Podium stehen würde.

Die Bilanz der aktuellen DTM-Renner in Oschersleben war ernüchternd. Kein 2007er Mercedes kam in die Punkte, bei Audi war Rang vier durch Timo Scheider das beste Resultat eines aktuellen A4. Die Musik machten vorn ein 2006er Mercedes (Paffett) ein 2005er Mercedes (di Resta) und ein 2006er Audi (Rockenfeller).

Norbert Haug: Start vergeigt

Mercedes-SportchefNorbert Haug versucht, das Gute zu sehen und lobt, welche Vielfalt nun auf dem Siegertreppchen herrsche. Zudem sieht er das Debakel seiner vier Werks-Renner nicht in fehlendem Tempo. "Wenn zwei Fahrer den Start vergeigen, bei einem dritten die Servolenkung kaputt geht und der vierte ab Stint zwei Pace verliert, siegt man nicht mehr, obwohl das Auto es kann."

Tatsächlich waren die neuen C-Klassen in Oschersleben enorm schnell. Mika Häkkinen stand auf der Pole Position, Jamie Green fuhr die schnellste Rennrunde, Häkkinen die drittschnellste. Bei Audi waren Timo Scheider, Mattias Ekström und Martin Tomczyk in 2007er Autos auf einer Runde gesehen die Schnellsten.

Kaum Vorteile für die neuen Autos

Die neuen Autos leiden bei beiden Herstellern unter dem Gewichtshandicap. Die Vorjahresrenner sind grundsätzlich zehn Kilogramm leichter, die 2005er Generation sogar 30 Kilogramm, dazu kommen bei Rennerfolgen noch die Ballastgewichte in Sieben-Kilo-Schritten.

Zudem ist das Chassis selbst nach dem Modellwechsel bei der C-Klasse gegenüber demVorgänger durch das strenge DTM-Reglement in weiten Teilen gleich. Größere Spielmasse hatte Chefkonstrukteur Gerhard Ungar daher allenfalls bei der Aerodynamik, aber auch da bietet das Regelwerk keine exorbitanten Freiheiten.

Reifenvorteil für die Gebrauchten

Die Fahrer sagen aus, dass die schwereren Autos auf einer schnellen Runde subjektiv kaum langsamer sind, das beweist auch Mattias Ekströms vierter Rang im Qualifying. Doch die Pfunde wirken sich mit wachsender Distanz schon aus. Ein leichters Auto schont auf  Dauer die Reifen. Der Doppelsieg des Persson-Teams resultiert nicht in erster Linie aus der besseren Boxenstrategie sondern vor allem aus konstant schnellen Zeiten, mit denen Paffett und di Resta ihren Vorsprung vor dem letzten Reifenwechsel ausbauen konnten, während Top-Verfolger wie Mika Häkkinen oder Tom Scheider ihre Vorderreifen frühzeitig aufbrauchten.

Dennoch hätten ohne besondere Vorkommnisse wie Lenkungsdefekt oder Frühstart die Sieger in Oschersleben höchstwahrscheinlich Bruno Spengler (Mercedes) oder Mattias Ekström (Audi) geheißen - beide in aktuellen Autos. So sagt auch Gerhard Ungar nach dem Pannen rennen selbstkritisch: "Solange wir so schlechte Ergebnisse einfahren, brauchen wir nicht über Gewichtseinstufungen reden."

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