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DTM-Jahresrückblick

Der Spannungsbogen der Saison 2008

Foto: DTM 42 Bilder

Die DTM präsentierte sich im Jahr 2008 von ihrer besten Seite: Faire Duelle, turbulente Rennen und eine knappe Titelentscheidung auf der Zielgeraden.

29.12.2008 Tobias Grüner Powered by

Als die Königsklasse des deutschen Tourenwagensports bei den Frühjahrstests aus dem Winterschlaf erwachte, hatte man den Alptraum der Saison 2007 hinter sich gebracht. Unfaire Duelle hatten das Klima zwischen den beiden Herstellern Mercedes und Audi vergiftet. Die Fans waren enttäuscht, die Serie am Tiefpunkt. Doch nur elf Rennen später erlebte die DTM in Hockenheim ein fulminantes Finale und konnte dabei sogar einen neuen Zuschauerrekord feiern. In unserem Jahresrückblick fassen wir noch einmal die positive Entwicklung zusammen.

Ralf Schumacher als Zugpferd

Den ersten Höhepunkt des Jahres lieferte Mercedes: Nachdem sich die Gerüchte schon zuvor verdichteten, präsentierte Sportchef Norbert Haug Mitte Februar Ralf Schumacher als neuen C-Klasse-Piloten. Um den Druck etwas vom ehemaligen Formel 1-Star zu nehmen, wurde Schumacher zunächst in einen Jahreswagen des Mücke-Teams gesetzt. Um es vorwegzunehmen: Das erste Lehrjahr verlief noch etwas holprig. Mit drei Punkten reihte er sich am Ende im Mittelfeld der Jahreswagen-Piloten ein.

Eine Woche nach der traditionellen DTM-Präsentation in Düsseldorf starteten die Tourenwagen Mitte April in Hockenheim in die neue Saison. Beim Auftakt auf der Mercedes-Heimstrecke dominierte die Audi-Mannschaft mit einem Dreifach-Triumph. Vorjahreschampion Ekström gewann das Rennen und feierte seinen Sieg mit den Teamkollegen Timo Scheider und Tom Kristensen auf dem Treppchen. Der Schotte Paul di Resta landete bei seinem ersten Rennen im HWA-Team nach einem verpatzten Boxenstopp nur auf Rang 13. Dabei dachte noch niemand daran, dass die verlorenen Punkte im Titelkampf am Saisonende fehlen könnten.

Nachdem Timo Scheider mit dem zweiten Platz zum Auftakt schon eine neue Karrierebestleistung aufgstellt hatte, setzte er nur eine Woche später in Oschersleben noch einen drauf. Souverän gewann der Lahnsteiner gewann sein erstes DTM von der Pole aus und ließ dem zweitplatzierten Martin Tomczyk keine Chance. Bester Mercedes-Pilot wurde wie schon in Hockenheim Bruno Spengler.

Erst beim dritten Rennen im italienischen Mugello schlug Mercedes zurück. Audi-Pilot Timo Scheider stand zwar erneut auf Pole, erreichte nach einem Frühstart und anschließender Bestrafung allerdings keinen Punkteplatz mehr. Jamie Green sorgte für den ersten C-Klasse-Sieg, Paul di Resta machte einen Platz dahinter das Mercedes-Glück perfekt. Nur eine Woche später verkürzte der Schotte mit seinem ersten DTM-Sieg in Oschersleben den Vorsprung auf die Tabellenspitze weiter. Scheider entwickelte sich mit Rang zwei immer mehr zum wichtigsten Konkurrenten.

Am Norisring mussten die beiden Überraschungsmänner aber der Konkurrenz den Vortritt lassen. Mercedes-Mann Jamie Green triumphierte beim Audi-Heimspiel. Obwohl der Brite nach einem verpatzten Tankstopp eine halbe Runde mit verklemmter Tank-Kanne am Auto fuhr, konnte er einen knappen Vorsprung vor Bruno Spengler ins Ziel retten. Scheider sicherte in der Schlusskurve Rang drei, als er von einem Verbremser seines Teamkollegen Mattias Ekström profitierte.

Das Rennen von Zandvoort bot dagegen nur weniger Highlights. Die Ingolstädter waren einfach zu überlegen. Diesmal ließ Ekström seinen Freund Scheider nicht vorbei und sicherte sich den zweiten Saisonsieg. Kristensen und Tomczyk machten auf den weiteren Rängen den Audi-Vierfachtriumph perfekt.

Deutlich mehr Action bot der Feuchtwetter-Krimi am Nürburgring. Nachdem sich die komplette Audi-Spitze schon am Start beim Reifenlotto verzockt hatte, konnte Mercedes seinerseits mit vier Fahrern an die Spitze fahren. Doch der letzte Sieg in der erfolgreichen Karriere von Bernd Schneider war bis zum Ende in Gefahr: Der Saarländer pokerte auf immer feuchter werdenden Strecke mit Trockenreifen und wurde nach einem Husarenritt mit dem Siegerpokal belohnt.

Nach der vierwöchigen Sommerpause wurde in Brands Hatch der Saisonendspurt eingeleitet. Die beiden Meisterschaftsfavoriten Scheider und Di Resta kämpften das ganze Rennen an der Spitze. Am Ende hatte der Audi-Pilot knapp die Nase vorne. In Barcelona ging das Duell Schottland gegen Deutschland genau andersrum aus. Hier verwies der Mercedes-Pilot seinen Audi-Konkurrenten auf Rang zwei.

Im vorletzten Meisterschaftslauf in Le Mans sorgten die Regengötter noch für zusätzlichen Zündstoff. Nachdem sich dieses Mal Mercedes mit den Reifen verpokerte, hatte Scheider den vorzeitigen Titelgewinn bereits vor Augen. Doch in einem turbulenten Rennen schaffte Di Resta mit einer sensationellen Fahrt noch Rang zwei hinter Ekström. Scheider fiel dagegen bis auf Rang sechs zurück und rettete nur noch zwei Punkte Vorsprung zum großen Finale am Hockenheimring.

Vor dem Saisonhöhepunkt sorgte allerdings "Mr. DTM" Bernd Schneider für etwas Wehmut, als er seinen Abschied als aktiver Rennfahrer bekanntgab. Auch sein letztes Ziel - seinen Teamkollegen Di Resta zur Meisterschaft zu helfen - gelang nicht. In einem hochklassigen Rennen rettete Scheider am Ende drei Sekunden Vorsprung vor seinem Widersache ins Ziel und sicherte sich vor der Rekordkulisse von 165.000 Zuschauern (ganzes Wochenende) die Meisterschaft.

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