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E-Silvretta für Elektroautos

Elektroautos beim Rallyeeinsatz im Montafon

Silvretta E-Auto 2010, Elektroauto, E-Auto, E-Golf, Start Foto: Achim Hartmann 25 Bilder

25 Elektromobile konfrontieren die Rallye-Organisation der Silvretta Classic mit ganz neuen Aufgaben. Schließlich brauchen die Exoten eine eigene Infrastruktur, um die Etappen meistern zu können. auto motor und sport ist mit von der Partie.

11.07.2010

Die Zukunft steht im Zelt. Während die historischen Autos der Silvretta Classic aufgereiht im Vorstart-Bereich darauf warten auf die Rampe und danach in ihre erste Etappe zu fahren, herrscht bei den E-Mobilen noch gelassene Betriebsamkeit. Die E-Flotte startet nach den Klassikern, darum haben die Teams noch Zeit, sich um die entscheidende Frage zu kümmern: Haben wir genug Strom an Bord?

Audi E-Tron, Mercedes SLS AMG E-Cell, Tesla und Co auf der E-Silvretta

Noch hängen die Stromer an ihren daumendicken Nabelschnüren und zapfen die letzten kW aus dem Netz der Illwerke, die die Rallye mit grünem Strom versorgen. Hier wird nicht nur lokal emissionsfrei gefahren, denn die Akkus werden mit Energie aus Wasserkraft geladen und das passiert in einem riesigen Zelt, das die E-Autos vor der Sonne und ihre Akkus vor frühzeitiger Erwärmung schützt.

Das Feld könnte nicht exklusiver sein. Audi präsentiert mit der letzten Evolutionsstufe des E-Tron eine veritable Weltneuheit auf der Silvretta E-Auto. Mercedes hat den neongelben SLS AMG E-Cell mitgebracht, der ebenfalls seine Premiere vor größerem Publikum feiert. Auch Tesla wollte nicht hinten anstehen und bestreitet die Rallye mit ganz aktuellen Varianten des Roadsters. Und um die Boliden herum haben sich eine Menge optisch ein bisschen weniger spektakuläre Autos versammelt, deren Technik dennoch nicht minder fasziniert.

Brennstoffzellen-Fahrzeuge sind ebenfalls am Start

Als absolute Exoten stehen zwischen den Stromboliden zusätzlich Brennstoffzellen-Fahrzeuge. An ihnen sind keine signalgelben oder orangen Kabel befestigt. Denn die Zellen produzieren den Fahrstrom direkt an Bord. Diese E-Autos laufen mit Wasserstoff, den sie in 700 bar Drucktanks an Bord mitführen. Ihre Teams wirken noch etwas entspannter, denn diese Autos kennen kein Reichweiten-Problem. Tatsächlich sind die Etappen aber auf die Fähigkeiten der reinen E-Autos angepasst, von denen einige nach spätestens 120 Kilometer Fahrt wieder an die Leitung müssen, weil ihre Akkus dann bereits leer sein könnten.

Rallye als ernsthafter Test für E-Autos

Aber das Montafon ist nicht gerade das ideale Terrain für die E-Fraktion, denn die knackigen und vor allem langen Steigungen zehren kräftig an der Reserve in den Akkus. Bergauf schwindet deren Inhalt im Zeitraffer, das wissen die Teilnehmer ganz genau. Aber wie schnell die Anzeigen in den Keller gehen, das wissen sie nicht. Darum ist die E-Silvretta nicht ausschließlich eine Spaßveranstaltung für viele der E-Auto-Pioniere, sondern ein ernsthafter Test der Fähigkeiten ihrer Autos.

Protoscar kennt bergiges Gelände, denn die Ideenschmiede sitzt im Tessin und hat ihren Lampo 2 deshalb mit einer ganz besonderen Technik ausgestattet. Per GPS stellt das Auto permanent fest wo es sich befindet und überträgt die Position per Funk an einen Server. Der kennt die Europa-Topografie metergenau und kann der Auto-Bordelektronik deshalb schon vorab mitteilen, ob auf der Route Steigungen oder Gefälle liegen. Mit diesen Angaben ist dann eine extrem genaue Berechnung der Restreichweite möglich.

Andererseits hat der Lampo 2 ohnehin einen Aktionsradius von 200 Kilometern und lässt auf den etwa 60 Kilometer langen E-Silvretta Etappen keine Probleme erwarten. Im Gegenteil, das Forschungsfahrzeug entwickelt 300 kW Leistung und maximal 660 Newtonmeter Drehmoment, die bügeln selbst Anstiege mit 14 Prozent weitgehend flach.

E-Autos begeistern die Zuschauer

Ein E-Smart tut sich da schon ein bisschen schwerer. Der Zweisitzer muss mit einem Zehntel der Leistung des Lampo 2 auskommen, steht aber vor denselben Herausforderungen. Um es kurz zu machen: er wird sie meistern und weil es am Ende der Etappe auch wieder kräftig bergab geht, klettert die Ladezustands-Anzeige ein ganzes Stück nach oben, während das Team mit Lichtschranke und Stoppuhr um eine möglichst gute Platzierung ringt. Denn die Prüfungen der E-Autos gleichen auch in diesen Details denen der historischen Rallye.

Wobei die Zuschauer ganz anders auf die Stromer reagieren – manchmal nämlich gar nicht. Wer noch vor einer Stunde einem beherzt röhrenden Rennwagen aus dem Porsche-Museum zugejubelt hat, muss sich erst daran gewöhnen, dass die neue Rallye-Generation nahezu geräuschlos an ihm vorbeirollt. Dennoch ist die Begeisterung groß, das Interesse immens. Tatsächlich taucht immer wieder die scheinbar alles entscheidende Frage nach der Reichweite auf, gefolgt von der, wann diese Autos denn zu kaufen sind.

Viele sind von den Antworten überrascht, denn im Feld fahren mit dem Citroën C-Zero, Tazzari Zero, Mitsubishi i-MiEV, Smart electric drive, Tesla Roadster, Honda FXC Clarity, Mercedes B-Klasse F-Cell und Think City eine ganze Menge Autos mit, die man schon heute kaufen oder leasen kann oder deren Markteinführung schon in wenigen Monaten über die Bühne gehen wird.

Und die Reichweite ist zumindest auf dieser Rallye gar kein Problem. Denn die E-Mobile eilen am Ende der Tages-Etappen mit gutem Energiepuffer an ihre Nabelschnüre in das große Zelt der Illwerke. Der Strom kann wieder fließen und die Zukunft kann kommen.

Hier finden Sie alles rund um die Silvretta Classic und die Silvretta E-Auto.

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