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E-Smog

Volvo überstrahlt alle

Gleich drei Volvo-Modelle weisen elektromagnetische Felder auf, die 80 mal stärker sind als in schwedischen Gesundheits-Richtlinien vorgesehen.

15.02.2002

Gleich drei Volvo-Modelle weisen elektromagnetische Felder auf, die 80 mal stärker sind als in schwedischen Gesundheits-Richtlinien vorgesehen. Dies geht aus einem jetzt veröffentlichten Test des schwedischen Auto-Magazins "Vi bilägare" hervor.

Nur die BMW 5er-Reihe wies ähnlich hohe Werte auf

Demnach kommen die Modelle S60 (15 Mikrotesla), V70 (18 Mikrotesla) und S80 (12 Mikrotesla) auf deutlich überhöhte Werte. Zum Vergleich: Der Saab 9-3 erreichte 1,3, der Ford Mondeo 0,5 Mikrotesla. Lediglich die BMW 5er-Reihe erreicht ähnlich hohe Werte wie die Volvo-Modelle. In Mikrotesla wird die Stärke eines elektromagnetischen Feldes gemessen, in einer durchschnittlichen Wohnung gilt ein Wert von 0,1 als normal. In Büros werden unter anderem aufgrund von Computerabstrahlungen ungefähr 0,2 Mikrotesla gemessen. Höhere Werte gelten in Schweden bereits als gesundheitsgefährdend.

Volvo spart an Erdungskabel

Bei der Studie erreichte Volvo die schlechtesten Werte aller getesteten 14 Fahrzeuge. Geprüft wurden dabei die elektromagnetischen Felder in allen Bereichen rund um die Wagensitze, die höchste Belastung trat dabei im Bereich des linken Fahrer-Fußes und auf den Rücksitzen auf. Dies könnte daran liegen, dass bei Volvo die Batterien wegen der besseren Gewichtsverteilung im Kofferraum installiert sind und deren Energie nur mit einem Kabel zum Motorraum weitergeleitet wird. Bei BMW und Mercedes gebe es, so die Zeitung "Aftonbladet", zwei Kabel, ein stromführendes und eines zur Erdung. Der schwedische Magnetfeldexperte Bengt Skyman erklärte gegenüber der Zeitung, dass Volvo "mit nur einem Kabel sicher ein paar Kronen bei der Produktion einspart".

Volvo erklärte gegenüber "Vi bilägare", dass die gemessenen Werte deutlich unterhalb der geltenden EU-Richtlinien lägen. Zudem gebe es keinerlei wissenschaftliche Beweise, dass elektromagnetische Felder, wie im Volksmund immer wieder behauptet, tatsächlich schwere Krankheiten wie Krebs verursachten.

E-Felder können Krebs verursachen

Allerdings macht sich der schwedische Automobilhersteller schon Gedanken über die Auswirkungen der Studie, die im hohen Norden neben der Winterolympiade gegenwärtig die Titelseiten der Zeitungen beherrscht. Denn tatsächlich ergaben einige Studien, dass elektromagnetische Felder bei schwangeren Frauen Fehlgeburten verursachen könnten, zudem konnte ein Zusammenhang mit Leukämie-Erkrankungen nicht augeschlossen werden.

Volvo will nicht Nachrüsten

Trotz aller Kritik will Volvo keine Konsequenzen wegen der angeblichen Gefahren elektromagnetischer Strahlung in mehreren Modellen ziehen. Wie Unternehmenssprecher Bo Larsson am Freitag (15.2.) in Göteborg mitteilte, will Volvo weder eine Rückrufaktion starten noch eventuelle Umbaukosten tragen. Der zusätzlichen Einbau eines Erdungskabels zwischen Batterie und Motor, durch den die Werte erheblich sinken würden, würde nach schwedischen Zeitungsberichten umgerechnet etwa 650 Euro je Fahrzeug kosten.

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