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E10-Sprit weiter unbeliebt

Mehrheit lehnt Ökosprit weiter ab

E10 Kraftstoff, Biosprit Foto: dpa 47 Bilder

Die deutschen Autofahrer lehnen auch fünf Monate nach der Einführung die neue Kraftstoffsorte E10 mit großer Mehrheit ab.

01.08.2011 dpa

Nach Zahlen des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) griff im Juni nur jeder siebte Tankstellenkunde nach der Sorte mit dem erhöhtem Bioethanol-Anteil von zehn Prozent, berichtet die "Frankfurter Rundschau". Laut den MWV-Zahlen entfielen im Einführungsmonat Februar gerade einmal acht Prozent des Benzinmarkts auf E10, im März waren es laut Verbandsstatistik 10,2 Prozent. Im April und Mai fiel dieser Wert sogar noch, und zwar auf 9,2 beziehungsweise 9,3 Prozent. Lediglich im Juni konnte ein Fortschritt verzeichnet werden: Immerhin tankten zuletzt 13,9 Prozent aller Autofahrer mit Benzin-Motor den Biosprit. 

Aral setzt weiter auf E10

Unterdessen beginnt die Tankstellenkette Aral in der kommenden Woche mit der flächendeckenden Einführung des Bio-Sprits E10 im Westen und Norden Deutschlands. Bis zum Jahresende sollten weitere 1.200 der insgesamt 2.500 Tankstellen den umstrittenen Kraftstoff anbieten, teilte Aral am Freitag (29.7.) in Bochum mit. Damit beschleunigt der deutsche Marktführer die Einführung des Benzins mit zehn Prozent Ethanol aus Pflanzen um einige Wochen. Auch die Raffinerien und Tanklager im Norden und Westen werden dann das Produkt führen, so dass die Branche insgesamt E10 anbieten kann.
 
E10 wird künftig die preisgünstigste Kraftstoffsorte sein - mit einem Abstand von drei Cent je Liter zu Superbenzin mit fünf Prozent Ethanol. Zudem werden die Tankstellen von Aral und anderen Mineralölkonzernen Benzin mit 98 Oktan (Super plus) anbieten, das sieben Cent teurer als E10 sein wird oder alternativ eine Spitzensorte mit 100 Oktan für neun Cent mehr als der Bio-Sprit.
 
E10 hätte schon zu Jahresbeginn flächendeckend eingeführt werden sollen; wegen mangelnder Akzeptanz durch die Autofahrer hatte die Mineralölwirtschaft die Umstellung der Tankstellennetze und Raffinerien jedoch auf halbem Wege gestoppt. "Wir gehen davon aus, dass trotz der anfänglichen Vorbehalte die Autofahrer E10 zunehmend akzeptieren werden und E10 langfristig zur meistgetankten Ottkraftstoffsorte wird", sagte Aral-Chef Stefan Brok. Konkrete Anzeichen dafür gibt es allerdings nicht; der Absatz-Marktanteil von E10 liegt an den Tankstellen, die es führen, unverändert bei 30 Prozent.

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