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Effenberg-Prozess

Weniger Geldstrafe

Foto: dpa

Ex-Fußballprofi Stefan Effenberg (37) hat mit seiner Revision gegen ein Urteil wegen Polizisten-Beleidigung einen Teilerfolg erzielt. Das Landgericht Braunschweig muss erneut über die Höhe der Geldstrafe verhandeln.

19.10.2005

Im April war Effenberg zur Zahlung von 90.000 Euro verurteilt worden. Er soll einen Polizisten nach einer Verkehrskontrolle als "Arschloch" bezeichnet haben. Das Oberlandesgericht Braunschweig (OLG) teilte am Mittwoch (19.10.) mit, der Schuldspruch gegen Effenberg bleibe bestehen. Die Geldstrafe von 90.000 Euro hoben die Richter aber auf.

Das OLG kritisierte, das Landgericht habe die Einkommenssituation Effenbergs zur Festsetzung der Geldstrafe nicht genau genug geprüft. Dem Strafmaß liege eine Schätzung zu Grunde, weil Effenberg nur "vage" Angaben über seine Einkünfte gemacht habe, sagte OLG-Sprecherin Bettina Niemuth. Das Landgericht solle sich vor Festsetzung der Geldstrafe die finanzielle Lage des Angeklagten genauer ansehen. "Es ist ausgeschlossen, dass die Strafe höher ausfällt", meinte Niemuth. Ein Angeklagter darf durch seine Revision nicht schlechter gestellt werden als im Prozess zuvor.

Effenberg hatte bestritten, den Polizisten bei einer Verkehrskontrolle im Jahr 2003 beleidigt zu haben. Er behauptete, nur "Einen schönen Abend noch" gesagt zu haben. Der Ex-Fußballprofi war wegen zu hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn gestoppt worden.

Das Amtsgericht Braunschweig hatte die Strafe auf 100.000 Euro festgelegt. Das Landgericht hatte den Betrag im April auf 90.000 Euro (20 Tagessätze zu je 4.500 Euro) gemindert. Der Anwalt Effenbergs legte Revision beim OLG ein, um den Schuldspruch wegen Beleidigung aufheben zu lassen. "Ich bin enttäuscht, dass das Oberlandesgericht nur das Strafmaß aufgehoben hat", sagte Anwalt Hans-Martin Prölß am Mittwoch.

Gerichte bemessen die Höhe der Tagessätze meist am Nettoeinkommen, das ein Täter durchschnittlich an einem Tag erzielt. Ein Tagessatz darf auf höchstens fünftausend Euro festgesetzt werden.

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