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Autonom und elektrisch fliegende Passagier-Drohne

Lieber autonom fliegen statt autonom fahren

Ehang 184, Drone, Selbstfliegendes Luftfahrzeug, Autonomes Fliegen Foto: EHANG Inc. 9 Bilder

Der chinesische Hersteller Ehang hat eine elektrisch angetriebene Drohne zur Personenbeförderung vorgestellt, die autonom fliegt. Das Ziel von Ehang 184: kurze Strecken möglichst stressfrei zurücklegen.

09.06.2016 Roman Domes

Die Motive von Ehang-Gründer Huazhi Hu sind über jeden Zweifel erhaben: Weil zwei seiner engsten Bekannten bei Unfällen mit Flugzeugen und Helikoptern ums Leben kamen, begab er sich auf seine Mission. Er wollte das sicherste Luftfahrzeug der Welt bauen. Heraus kam der Ehang 184, eine Drone mit Platz für einen Passagier bis 100 Kilo. Ihr Einsatzzweck ist klar definiert: Sie soll das Auto auf Kurzstrecken ersetzen, ein schwebendes Vorankommen ohne Stau ermöglichen.

Ehang 184 soll ohne Pilot sicher fliegen

Der Ehang 184 basiert auf einer Drone, die vergrößert wurde, um einen Passagier darin aufnehmen zu können. Damit soll der knapp 16 Kilometer zurücklegen können, bzw. ungefähr 23 Minuten in der Luft verweilen, bevor dem Ehang 184 der Strom ausgeht. Zu tun braucht der Gast in der Drone nichts – außer per iPad mit ein paar Fingertipps seine Route zu planen, und es sich so bequem wie möglich zu machen; Ehang 184 fliegt völlig autonom.

Ehang 184, Drone, Selbstfliegendes Luftfahrzeug, Autonomes FliegenFoto: EHANG Inc.
Reinsetzen und abheben: Per iPad wird beim Ehang 184 die Route geplant.
Ehang 184, Drone, Selbstfliegendes Luftfahrzeug, Autonomes Fliegen
Autonom Fliegen statt autonom Fahren 2:43 Min.

Den Antrieb übernehmen acht Rotoren an vier Rotorarmen. 106 kW stellen die E-Motoren zur Verfügung, bei einem Verbrauch von 14,4 kWh. Aufgeladen werden kann der 184 angeblich in zwei bis vier Stunden. Über die Akku-Kapazität machten die Chinesen allerdings noch keine Angaben. Dafür stellt der chinesische Drohnenbauer die Sicherheit in den Vordergrund. Sensoren sollen automatisch Hindernisse erkennen und umfliegen; Ehang 184 startet und landet völlig autonom und folgt der vorgegeben Route.

Im Notfall würde der 184 selbstständig einen geeigneten Platz zum Landen anfliegen. Dieses System nennt Ehang selbst "Fail-Safe". Sobald ein Bauteil defekt ist, schaltet die Drohne in den Notmodus. Bei extremen Wetterverhältnissen, zum Beispiel Schnee, Hagel und übermäßig starkem Wind, bleibt das helikopterähnliche Gefährt stets am Boden – und der Besitzer muss dann doch wieder das Auto nehmen, um zu seinem Ziel zu kommen.

Kommunikationszentrale im Ehang-Cockpit

Falls der Besitzer dann aber doch abheben darf, kann er auf dem kurzen Flug dringende Aufgaben erledigen. Für eine Internetverbindung ist im Ehang 184 nämlich gesorgt: Eine 4G-Antenne bringt Mails, Nachrichten, Facebook und Twitter ins Cockpit. Klingt doch eigentlich nach einer guten Idee – zumindest für diejenigen, die keine Flugangst haben.

Die Vorstellung, völlig autonom zum Arbeitsplatz zu schweben, dürfte allerdings in den nächsten Jahren utopisch bleiben. Hat der Internet-Gigant Amazon bereits Schwierigkeiten, seine Lieferdrohnen in Deutschland rechtens fliegen zu lassen, wird das bei autonomen Passagier-Luftfahrzeugen noch komplexer. Wer sorgt für die technische Sicherheit? Wie kommunizieren die Drohnen mit Flugzeugen? Was passiert wirklich in einem Notfall?

Ehang-Chef Huazhi Hu ist sich seiner Sache sehr sicher: "Ich glaube, dass Ehang global erfolgreich sein wird. Wir wollen die persönliche Art zu reisen in etlichen Industrienationen revolutionieren und gleichzeitig sicherer machen."

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