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Ehemaliger Mercedes-Chef Werner gestorben

Update ++ Der ehemalige Mercedes-Benz-Chef Helmut Werner ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Dies bestätigte Daimler-Chrysler am Montag. Werner erlag am vergangenen Freitag (6.2) in einem Berliner Krankenhaus einer schweren Krankheit.

09.02.2004

Wenige Tage zuvor hatte er noch das World Mobility Forum in Stuttgart moderieren sollen, musste aber wegen seiner angegriffenen Gesundheit, er litt unter einem Leberschaden in Folge einer zuvor durchlittenen Legionärskrankheit, absagen.

Der Automanager stand von 1993 bis 1997 an der Spitze der Mercedes-Benz AG. Dort setzt er eine Neuorientierung durch und steuerte Mercedes in neue Marktsegmente. Unter anderem initiierte er das Smart-Projekt. Zuvor war er im Stuttgarter Autokonzern für das Nutzfahrzeuggeschäft zuständig gewesen. Als der ehemalige Dasa-Chef Jürgen Schrempp 1995 die Führung im Daimler-Benz-Konzern übernahm, entwickelte sich ein Kampf zwischen den beiden selbstbewussten Managern, den Schrempp schließlich gewann. Daraufhin verließ Helmut Werner das Unternehmen.

Helmut Werner: Vom SLK bis zum Swatch-Auto

Der am 2. September 1936 in Köln geborene Werner verfolgte in den 80er Jahren als Vorstandsvorsitzender des Reifenherstellers Continental AG früh den Weg, das Hannoveraner Unternehmen mit nationalen und internationalen Akquisitionen fit für den Weltmarkt zu machen. Nachdem er den Reifenkonzern erfolgreich umgekrempelt hatte, wurde die Stuttgarter Daimler-Benz-Spitze auf ihn aufmerksam. Als er im November 1987 als Nutzfahrzeugchef in den Südwesten ging, war schnell klar, das dies nicht das Ende seiner Karriere beim Automobilkonzern bedeutete.

Folgerichtig wurde er 1993 Chef beim ältesten Pkw-Bauer der Welt. Zwar erfüllte sich seine damalige Prognose "Mercedes-Benz wird bis zum Jahr 2005 die Nummer Eins in der automobilen Welt in punkto Qualität, Innovation, Image und Profitabilität sein" nicht, aber Werner stand für den Weg, vergleichweise preiswerte Automobile zu entwickeln und nach Nischen zu suchen. Dies reichte von der Idee, einen Roadster wie den "SLK" zu entwickeln, bis hin zum gewagten Projekt des zweisitzigen "Swatch-Autos", aus dem nach einigen Krisen der erfolgreiche Smart wurde. Als goldrichtig erwies sich der in der Ära Werner getroffene Beschluss, in den USA ein Pkw-Werk zu bauen. Die große Krise bei Mercedes Anfang der 90er Jahre bewältigte er vergleichsweise schnell: Aus einem Milliardenverlust wurde 1995 wieder ein Überschuss von 2,3 Milliarden DM (1,26 Milliarden Euro), allerdings strich er auch 35.000 Jobs.

“Schrempp oder Werner" hieß es, als Edzard Reuter die Konzernspitze 1995 verließ. Als sich dann Schrempp durchsetzte und Vorstandschef der Daimler-Benz AG geworden war, setze sich Werner vergeblich für die weiterer Eigenständigkeit von Mercedes-Benz ein. Als Schrempp die Führung zentralisierte, verließ er folgerichtig das Unternehmen. Der sportliche Vater zweier Kinder war fortan als Berater weltweit ein begehrter Partner. Ob bei der Zusammenführung der Stahlkonzerne Thyssen und Krupp-Hoesch, in der Formel 1 oder bei der deutschen Sporthilfe - Werners Rat war überall gefragt. Von 1998 bis 2003 leitete er den Aufsichtsrat der Frankfurter Metallgesellschaft und der daraus hervorgegangenen MG Technologies. Als eher undankbar erwies sich der Job der Aufsichtsratsvorsitzenden bei der Expo 2000 in Hannover.

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