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Eifel Classic 2009

Silverstone auf der Nordschleife

Healey Silverstone Foto: Kai Klauder 10 Bilder

Wilfried Bechtolsheimer startet auf seinem Healey Silverstone bei der Eifel Classic zu seiner ersten richtigen Rallye seit 40 Jahren. Sein Beifahrer ist Johannes Peil - der Sportarzt, der unter anderem Michael Schumacher, Timo Glock und das VW-Dakar-Team betreut. .

01.10.2009 Powered by

Die beiden starten auf einem Healey Silverstone aus dem Jahr 1950, den Bechtolsheimer vor rund drei Monaten erwarb.

"Eigentlich habe ich ihn für meinen Sohn gekauft, der bei der Mille Miglia einmal mitfahren möchte. Wir haben geschaut, welche Autos eine Chance auf die Teilnahme haben und dabei noch erschwinglich sind. Entschieden haben wir uns dann für den Healey Silverstone."

20 Jahre Tiefschlaf für den Silverstone

Das Auto wurde in den Siebzigern von seinem Vorbesitzer, einem Siemens-Ingenieur, restauriert, der kurz vor der Fertigstellung verstarb. Der Schwiegersohn vollendete die Arbeit und startete bei zwei Veranstaltungen mit dem im klassischen British-Racing-Green lackierten Fahrzeug. Danach wurde der Healey Silverstone für mehr als 20 Jahre eingemottet.

 "Nur 105 Silverstone entstanden in den Jahren 1949 und 1950", weiß Bechtolsheimer, "und die Autos sind sehr robust - 85 davon sind noch bekannt."

Den Namen Silverstone hat die zweite Kreation von Rennfahrer Donald Healey von der Rennstrecke, auf der er sein Debüt gab. Healey hatte erkannt, dass es einen Markt für kleine leichte und vor allem günstige Rennwagen gab. Er entwickelte mit dem Silverstone sein erstes Sportauto, das für die Rennstrecke ebenso geeignet ist, wie für den Alltag. Das bewies auch Tony Brooks, der seine Mutter zum Kauf eines Silverstone überredete. Der spätere Vize-Wetmeister lieh sich für seine ersten Rennen den zuverlässigen Silverstone aus und machte sich schnell einen Namen.

Steuervorteil für den Silverstone

Zur Robustheit des Healey Silverstone trägt der 2,5-Liter-Riley-Vierzylinder bei, der seine Kraft mittels Viergang-Getriebe überträgt. In den 50er-Jahren starteten viele Einsteiger und aufstrebende Rennfahrer auf dem günstigen Healey Silverstone. Er blieb mit einem Kaufpreis von 975 Pfund unter der 1.000-Pfund-Marke, ab der ein Steuersatz von 66,7 Prozent galt. Die Käufer mussten nur rund 33 Prozent Steuern abführen.

Mit dem Silverstone von Donald Healey entschieden sie sich für ein sportliches Auto, dass auf  alles Überflüssige verzichtet. Rund 900 Kilogramm wiegt der offene Zweisitzer. Gewicht wurde unter anderem an der hinteren Stoßstange gespart - es gibt sie nicht, die Aufgabe übernimmt das Reserverad, dass aus seinem Schubfach rund 15 Zentimeter heraussteht und Feindberührungen abfedert.

Der in England ansässige Unternehmer Bechtolsheimer fuhr am letzten Wochenende mit dem Silverstone bei einer Oldtimerausfahrt mit: "Das war die Generalprobe - das Auto funktioniert. Jetzt fahre ich seit 40 Jahren zum ersten Mal wieder bei einer kompetitiven Veranstaltung mit." In den 60er-Jahren trieb er einen 850er Abarth bei Bergrennen über die Straßen. "Jetzt fahren wir wegen der Gaudi mit, es soll einfach nur Spaß machen und dafür garantiert ja schon die Nordschleife."

Schumis Arzt kennt sich auch mit Autos aus  



An seiner Seite im engen Cockpit sitzt mit Johannes Peil ein Rennsportexperte der etwas anderen Art: Der Mediziner ist leitender Arzt der Sportklinik Bad Nauheim und betreut neben anderen Hochleistungssportlern auch seit neuen Jahren den siebenfachen Formel 1-Weltmeister Michael Schumacher sowie das Dakar-Team von VW-Motorsport mit Jutta Kleinschmidt. 

Peil kennt sich also mit den Herausforderungen eines Rennkurses aus - für Mensch und Auto, wie er betont. "Das kann man sich gar nicht vorstellen, was da für extreme Belastungen auszuhalten sind. Zum einen für  Fahrwerk und Bremsen der Autos, aber natürlich auch für die Teams. Alleine der Höhenunterschied von mehr als 300 Metern ist schon enorm. Und außerdem bieten die alten Fahrzeuge meist keine Sitze mit Seitenführung, keine Kopfstützen und keine Sicherheitsgurte."

Der Experte empfiehlt den Teilnehmern, Helme aufzusetzen. Vor allem den Teams der offenen Fahrzeuge. "Schon alleine wegen der Gefahr eines Steinschlags." 
Johannes Peil bringt auch die Schwierigkeiten des Kurses auf den Punkt: "Gerade in Bezug auf die Gleichmäßigkeit sollten sich die Leute hier keine Illusionen machen. Auf dem Nürburgring ein gleichmäßiges Tempo zu fahren, ist verdammt schwer."

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