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Eifel Classic 2010

Mit 31 PS über die Rennstrecke

Eifel Classic 2010 - Etappe Eifel-Rennen Foto: Hardy Mutschler 11 Bilder

Niedlich ist sie, und etwas schwach auf der Brust, doch Startnummer 40 kann trotz eines eklatanten Leistungsdefizits im Vergleich zu den meisten Fahrzeugen im Feld der Eifel Classic mithalten - dank 15 Minuten Bonus pro Tag.

02.10.2010 Powered by

„Wenn wir uns nicht verfahren, kommen wir gut mit. Außerdem bekommen wir pro Tag 15 Minuten Bonus“ - Karin und Horst Musial haben kein Problem damit, das untere Ende der Leistungsskala bei der Eifel Classic 2010 zu bilden.

Vier klassische Renault im Fuhrpark

Die beiden sind seit Jahrzehnten eingefleischte Renault-Fans und fahren in diesem Jahr schon ihre 11. Oldtimerrallye. Für Karin Musial hat die Eifel Classic ihren ganz besonderen Reiz: "Meine Großeltern kommen aus der Eifel und ich bin mit Erzählungen über die Region groß geworden. Jetzt ist besonders schön, die Gegend nochmal hautnah zu erleben."

Die Musials sind die 600 Kilometer auf eigener Achse angereist. „Das geht ohne Probleme, wir klemmen uns einfach zwischen zwei Lkw und schwimmen dann auf der Autobahn mit“, bechreibt Horst Musial die Anreise. „Eigentlich wären wir lieber mit unserem Cremeschnittchen gekommen, denn die ist noch viel komfortabler", sagt seine Frau, "doch da wären wir im Feld nicht mitgekommen, die hat nur 21 PS." So haben sich die Musials in ihrem kleinen Renault-Fuhrpark umgesehen, und sich für die Dauphine entschieden. Die beiden besitzen derzeit vier klassische Autos mit dem Rhombus auf der Haube. Zwei Cremeschnittchen-4CV, eine als seltene Cabrio-Limousine aus dem Jahr 1951, ein R4 von 1965 und eine Dauphine, auf der karin Musial ihre Fahrschule absolviert hat.

"Die Dauphine haben wir 1970 gekauft, da war sie schon zehn Jahre alt, und anschließend zehn Jahre gefahren, bevor wir sie aus dem Verkehr gezogen haben", erzählt der in Solingen geborene Horst Musial, der seit mehr als 40 Jahren in der Schweiz lebt. "Der TÜV-Prüfer hatte damals zu viel gefunden, die Reparatur lohnte sich nicht, und so wurde die Dauphine eingemottet." Erst zwölf Jahre später, als in der Schweiz der Veteranenstatus eingeführt wurde, begannen die Musials die Restaurierung ihrer Daphine. Die Technik wurde überholt, die Bremsen komplett neu gemacht.

Dabei half auch die gute Ersatzteilversorgung: "Teileprobleme gibt es bei der Dauphine eigentlich nicht, viele Gleich-Teile können von der weit verbreiteten 4CV übernommen werden." Und mittlerweile haben sich Bastler auch ein Teilelager angeschafft. Dabei half ein Zufall: Vor ein paar Jahren tankten die Musials an einer Tankstelle im Elsass und wurden von einem Franzosen angesprochen. "Der hatte früher eine Renault-Werkstatt, und so sind wir ein paar Wochen später in einem Transporter vom Genfer See aus zu ihm rund 900 Kilometer in die Bretagne gefahren. Und der Transporter war auf dem Rückweg gut gefüllt", grinst Musial.

Mit der Dauphine schon 6,5 Mal um die Erde gefahren

Der Tacho weist bei der kleinen Dauphine 273.000 Kilometer aus, was man ihr nicht ansieht. "Der Vorbesitzer hatte sie schon sehr gut gepflegt, und bei uns war sie auch immer in guten Händen", freut sich Karin Musial. Die hohe Laufleistung kommt durch viele Auslandseinsätze als Dienstwagen. "Mit ihr bin ich oft dienstlich in den Ostblock gereist, nach Polen und Rumänien. Dabei habe ich auch ihre Hotelqualitäten kennengelernt, zusammengefaltet kann man recht komfortabel in ihr schlafen", erinnert sich Musial an eine Begebenheit, als er das geforderte Bakschisch des Hotelportiers nicht zahlen wollte. "Da waren dann plötzlich alle Zimmer belegt, darunter auch meines."

Und auch die Technik ist robust, getreu dem Motto wo nichts ist, kann auch nichts kaputt gehen. "Sogar als die Lichtmaschine ausfiel konnten wir mit der Batterieladung noch eine Woche ohne Probe fahren. Per Kurbel wurde der Motor angelassen", erzählt Horst Musial.

Die Liebe zu Renault sitz tief, zwischendurch gab es allerdings schon ein paar Fremdmarken-Ausflüge. "Ich hatte mal einen Lada, der rostete aber schneller als er fuhr. Dann gab es noch einen Saab 900, aber der war bald auch wegoxidiert. Dann kamen wieder die zuverlässigen Renaults."

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