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Ein Restrisiko bleibt

Rechtsprobleme mit dem Klassiker

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Die Kfz-Versicherung deckt nicht unbedingt jeden Oldie-Schaden ab.

14.01.2007 Klaus Finkenburg Powered by

Kommt es an einem Klassiker zu einem Versicherungsschaden, gelten eigentlich dieselben Bedingungen wie bei einem neuen Auto: Bei fremd verschuldeten Unfällen haftet der Verursacher, genau genommen der Halter des gegnerischen Fahrzeugs. Für Schäden am eigenen Fahrzeug kommt, sofern vorhanden, die Kaskoversicherung auf.

Bei aktuellen Kraftfahrzeugen lässt sich die Höhe eines Schadens sehr leicht durch ein Schadensgutachten ermitteln. Überschreiten die Reparaturkosten nach einem fremd verschuldeten Unfall den „Wiederbeschaffungswert“ des Fahrzeuges um mehr als 30 Prozent, liegt ein wirtschaftlicher Totalschaden vor, was zur Auszahlung des Zeitwertes führt.

Bei klassischen Fahrzeugen, die mit einem H-Kennzeichen ausgerüstet sind oder sich zumindest in einem exzellenten Zustand befinden, können die Grundsätze des wirtschaftlichen Totalschadens aber flexibler interpretiert werden. Hier werden oft also auch Reparaturen übernommen, die mehr als 130 Prozent des Zeitwertes kosten.

Bei Klassikern orientieren sich Versicherungen, ob nun die gegnerische nach einem Unfall oder die eigene etwa nach einem Diebstahl, bei der Ermittlung des Zeitwerts im Zweifelsfall an einem vorhandenen Wertgutachten. Ist dieses schon etwas älter, kann es passieren, dass eventuelle Wertsteigerungen nicht berücksichtigt werden. Hilfreich ist es auf jeden Fall, den Zustand des Fahrzeugs gründlich zu dokumentieren beziehungsweise Rechnungen über eventuelle Reparaturen vorlegen zu können.

Nachbau- statt Originalteile?

Probleme der Wertfestsetzung können bei Youngtimern oder auch "echten"“ Klassikern auftreten, deren Zustand vielleicht nur der Note Drei entspricht. Ebenfalls vom Einzelfall hängt es ab, inwieweit der Besitzer es hinnehmen muss, dass die gegnerische Versicherung nach einem Unfall nur für die Instandsetzung seines Oldtimers mit preisgünstigeren Nachbau- anstatt teuren Originalteilen aufkommt. Tipp: Besteht eine Vollkaskoversicherung, kann der Klassikerbesitzer die Reparaturkosten zunächst über seine eigene Versicherung abrechnen, die sich den Schaden anschließend von der gegnerischen Versicherung ersetzen lässt.

Das kann helfen, unschöne Diskussionen zu vermeiden. Oldtimerversicherungen enthalten oft Klauseln, die der Versicherungsnehmer ernst nehmen sollte, so etwa zur jährlichen Laufleistung, dem Vorhandensein einer Garage oder eines zusätzlichen Alltagsfahrzeugs. Wird hier geschummelt, müssen im Schadensfall Einbußen beim Versicherungsschutz hingenommen werden.

Wer eine günstige Oldtimerversicherung abschließen möchte, sollte sich also gründlich überlegen, ob er die geforderten Bedingungen auch tatsächlich erfüllt.

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