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Briten für Einsteiger

Austin Healey Sprite, MG B GT, Triumph 2000

Foto: Archiv 12 Bilder

Kein anderes Land bietet so viel vorsintflutliche Automobiltechnik fürs Geld wie Großbritannien. Für Einsteiger ideal, findet Hans-Jörg Götzl.

27.09.2007 Hans-Jörg Götzl Powered by

Britische Klassiker sind für Einsteiger nahezu ideal

Zynische Zeitgenossen behaupten gern, die britische Automobiltechnik habe sich seit den dreißiger Jahren nicht mehr sonderlich weiterentwickelt. Vermutlich haben sie damit sogar recht. Und für Liebhaber klassischer Fahrzeuge ist dieser Sachverhalt ein wahrer Segen.

Denn wer sich für automobiles Altmetall begeistert, hat sich längst aus der Gedankenwelt des Höher-Schneller-Weiter verabschiedet. Er möchte möglichst viele Emotionen pro Kilometer erleben, das Wunder der selbstbestimmten Fortbewegung mit Hilfe eines Zerknalltreiblings ständig aufs Neue bestaunen und sich immer wieder an der einfachen und begreifbaren Technik erfreuen.

Austin-Healey Sprite - der Sprinter

Nehmen wir zum Beispiel den Austin-Healey Sprite, der sich allein schon deshalb anbietet, weil er offen ist und die meisten Oldtimer-Frischlinge Wert auf möglichst viel Frischluft legen. Mit stumpfem Lack und kleinen Kratzern im Chrom lässt sich ein technisch ordentliches Exemplar aus den späten Sechzigern für weniger als 7.000 Euro erwerben; selbst auf Hochglanz polierte Autos erzielen selten mehr als 10.000 Euro. Deutlich teurer ist nur der allererste Sprite mit dem Froschgesicht, der bis zu 15.000 Euro kosten kann.

In jedem Fall gibt es für das eingesetzte Geld einen waschechten britischen Roadster, der einem bei jeder Geschwindigkeit vorgaukelt, viel schneller zu sein, als die Polizei jemals erlauben würde. Tatsächlich ist vor allem die spätere Version Mk IV mit ihren 65 PS (der erste Sprite musste sich mit 42,5 begnügen) bei einem Gewicht von 721 Kilogramm keinesfalls langsam und rennt bei Bedarf gut und gern 150 km/h.

Generell erscheint die vierte Variante des kleinen Roadsters am empfehlenswertesten - er besitzt neben dem starken Motor bereits ein Klappverdeck sowie Kurbelfenster. Wer es altertümlicher mag, greift zum Mk II (56 PS) mit Zeltverdeck und Steckfenstern. Und wer lieber mit dem MG-Logo herumfährt, nimmt eben den ansonsten baugleichen, aber mit mehr Chrom verzierten Midget Mk III.

Interessenten sollten eine Sitzprobe vornehmen: Manche Menschen über 1,80 Meter Körpergröße neigen im Sprite zu Anfällen akuter Platzangst. Andererseits sieht man immer wieder lange Kerls, die sich voller Begeisterung im Cockpit zusammenfalten, das Lenkrad zwischen die Knie klemmen und jede Menge Spaß haben.

MG B GT - Der Praktische

Wenn es mit der Größe nun gar nicht geht oder offene Autos ohnehin nicht auf der Wunschliste stehen (weil es sowieso entweder regnet oder die Sonne zu sehr brennt), wäre der MG B GT eine gute Wahl. Die Coupé-Version des beliebtesten aller britischen Roadster verfügt über den gleichen, 95 PS starken und unverwüstlichen 1,8- Liter-Vierzylinder, das gleiche knackige Vierganggetriebe und das gleiche zielgenaue Fahrwerk – sie bietet somit auch dieselbe Fahrfreude. Dazu findet sich eine Menge Stauraum hinter der Heckklappe, und das Ganze kostet selten mehr als 10.000 Euro.

Triumph 2000 - Das Familienauto

Wer noch mehr Platz als im MG B GT benötigt oder gleich seine komplette Familie mit einer Ausfahrt im Klassiker beglücken möchte, kommt um eine Limousine nicht herum, empfehlenswert ist etwa ein stilvoller Triumph 2000. Die elegant-skurrilen Viertürer sind zwar schwer aufzutreiben – neben Händlern am ehesten in der Schweiz oder den Benelux- Ländern, andererseits bieten sie bereits ab 5.000 Euro einen seidenweichen Sechszylinder, ein knorriges Vierganggetriebe (Kenner raten von der Automatik ab) und ein wohnliches Kaminzimmer-Interieur. Und, wie zu erwarten: perfekte Ersatzteilversorgung zu kleinen Preisen.

Zudem verfügt die Triumph-Limousine bereits über ein Fahrwerk mit vier einzeln aufgehängten Rädern. Ganz schön fortschrittlich für ein britisches Auto. 

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