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Einsteiger-Tipps zum Oldtimerkauf

Jetzt bloß keinen Fehler machen

Rolls Royce, Auktion Foto: Archiv 9 Bilder

Steht der Entschluss fest, einen bestimmten Klassiker zu kaufen, bieten sich hierfür mehrere Strategien an. Dabei sollte das Objekt der Begierde nicht zu teuer, aber auch keine Technik-Ruine sein. Hier die wichtigsten Tipps.

03.03.2014 Franz-Peter Hudek Powered by

Wo kaufe ich meinen Klassiker?

Es gibt nur drei Varianten - Privatkauf, Händler und Auktion. Das Internet mit mobile.de, ebay.de und ähnlichem dient eigentlich nur der Suche und als Kaufvermittlung, denn eine persönliche Besichtigung des Wunsch-Klassikers ist Pflicht. Eine Ausnahme bildet die Sichtung durch einen Vertrauensmann. Das kann ein persönlich bekannter Fachmann oder auch der Vertreter eines renommierten Händlers sei.
 

Muss ich zur Besichtigung einen Experten mitnehmen?

Das empfiehlt sich auf jeden Fall. Zum einen weiß ein Fahrzeug-Experte, auf welche Schwachstellen man bei der Besichtigung zu achten hat. Dies gilt für die Technik wie auch für die Karosserie. Zweitens kennt sich der Experte mit der spezifischen Ausstattung und Optik von Automobil-Baureihen aus und kann erkennen, wenn nicht-originale Bauteile (Lenkrad, Sitze, Räder, Vergaser und mehr) montiert sind.

Drittens ist der Experte bei einer Probefahrt hilfreich. Gerade bei Oldtimern ist es für Fahrzeug-Neulinge schwierig, die Funktion von Lenkung, Schaltung und Bremsen einzuschätzen. Hier muss der Fachmann ran, der mit den Fahreigenschaften des Wunschautos vertraut ist.

Einen neutralen Experten findet man bei den Markenclubs. Oder man lässt den Wagen bei einem der einschlägigen Prüfdienste durchchecken und ein Wertgutachten erstellen.

Was ist ein H-Kennzeichen, und wie kann ich einen Oldtimer sonst noch zulassen?

Mit dem H-Kennzeichen betritt jeder Oldtimer-Besitzer ein irdisches Paradies. Der einheitliche Jahres-Steuersatz liegt bei 192 Euro pro Auto. Und es gibt ohne Abgasreinigung freie Fahrt in den Umweltzonen. Allerdings muss der Wagen zuvor von den Prüfstellen (TÜV, Dekra, GTÜ und andere) ein Oldtimer-Gutachten erhalten, das immer eine Haupt- und Abgasuntersuchung miteinschließt. Dazu spielt der originale, noch gut erhaltene Zustand des Klassikers eine große Rolle. Näheres hierzu auf www.tuev-sued.de, Suchfeld "Oldtimer".

Wer sich einen Youngtimer anschafft, der die 30-Jahres-Grenze noch nicht erreicht hat und deshalb unter Umständen extrem hoch besteuert wird, der sollte sich für ein Saisonkennzeichen entscheiden. Damit wird der Nutzungszeitraum festgelegt, zum Beispiel April bis Oktober. Und nur dafür müssen KFZ-Steuer und Versicherung entrichtet werden.

Gibt es eine Garantie?

Bei Privatkäufen ist der Veräußerer von einer Gewährleistung befreit, was in der Regel im Kaufvertrag festgehalten wird. Bekannte Schäden dürfen jedoch nicht arglistig verschwiegen werden. Ein Händler muss bis zu zwei Jahre für Mängel geradestehen - aber nur bei unsachgemäß durchgeführten Reparaturen. Er kann jedoch die Gewährleistung vertraglich auf ein Jahr kürzen. Eine Mängeldokumentation mit Gutachten ist oft kompliziert. Viele Händler treten deshalb nur als Vermittler auf ("in Kommission") - der Deal findet als Privatverkauf statt.

Brauche ich finanzielle Rücklagen?

Auf jeden Fall. Weil der Kaufpreis Ihres Wunschklassikers auch von dessen Zustand abhängig ist, gilt: Je weniger Sie investieren wollen, desto höher ist das Risiko, mit Reparaturen oder dem Austausch von Verschleißteilen konfrontiert zu werden. Aber auch bei top gewarteten oder erst kürzlich restaurierten Oldtimer können Schäden entstehen, für deren Behebung ein Notgroschen verfügbar sein sollte.

Kann ich auf Auktionen Schnäppchen machen?

Die Chancen sind nicht schlecht. Bisweilen kommen Autos unter den Hammer, welche die (anonymen) Besitzer auf jeden Fall los werden wollen - Sammlungs-Auflösungen aufgrund von Insolvenzen oder Verkäufe aus einer Erbengemeinschaft. Der in den Auktionskatalogen aufgeführte Estimate(-Preis) gibt die vom Auktionshaus erwartete Preisspanne für den Zuschlag an, die stets etwas über dem vom Besitzer festgelegten Mindestpreis (Reserve) liegt. Manche Oldtimer kommen jedoch ohne Mindestpreis (No Reserve) in die Auktion und sollen auf jeden Fall verkauft werden.

Natürlich hängt eine Versteigerung auch von den angebotenen Modellen ab. Begehrte Mainstream-Klassiker erzielen immer ihren Preis, doch manchmal verirren sich in die Auktionen für Kenner interessante Exoten, Youngtimer oder Rennwagen, die dann mangels Interesse für kleines Geld zu haben sind.

Lohnt es sich, ein Auto zu importieren?

Es kommt darauf an. Innerhalb der EU lohnt es sich durchaus, in südlichen Ländern nach rostfreien, unrestaurierten Klassikern zu fahnden - sei es bei Händlern oder Privatleuten. Hier fallen keine Zusatzkosten durch Zoll und Einfuhrumsatzsteuer an. Der Transport ist auf eigener Achse möglich. Ein noch zugelassenes Fahrzeug kann nach Rücksprache mit dem Verkäufer sofort in Richtung Heimat fahren. Ist es abgemeldet, benötigt man ein vor Ort zu besorgendes nationales Ausfuhrkennzeichen. Für Importe aus der Schweiz und den USA (beide nicht-EU) müssen jedoch jeweils 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer und zehn Prozent Zoll entrichtet werden. Bei USA-Käufen kommen noch die Übersee-Transportkosten im Container mit rund 1.500 Euro (ohne Versicherung) hinzu.
Nicht mitgerechnet sind die Kosten für die Hinreise und die Überführungs-Fahrt zum Überseehafen. Eine persönliche Besichtigung des Wunschautos ist dringend erforderlich. Diese kann auch durch einen vertrauenswürdigen und sachkundigen Agenten vor Ort erfolgen.

Gibt mir meine Bank einen Kredit?

Es gibt keine speziellen Angebote für den Oldtimer-Kauf. Wie bei jedem anderen Bargeld-Kredit bewegt sich der Zinssatz je nach Bonität des Kreditnehmers und Angebot der Bank zwischen fünf und zehn Prozent. Beträge zwischen 10.000 und 20.000 Euro müssten leicht möglich sein. Ein Kredit-Kauf ist dann sinnvoll, wenn der Wunschklassiker besonders günstig angeboten wird und/oder ein starker Wertzuwachs stattfinden kann.

Sind Autos vom Händler immer teurer?

Sie sind in der Regel tatsächlich etwas teurer, bieten aber den Vorteil einer gewissen Qualitäts-Sicherung und die Möglichkeit zur Nachbesserung von Mängeln, wenn eine Werkstatt zum Betrieb gehört. Seriöse Händler, die sich ihren guten Ruf bewahren wollen, lassen nur ordentliche Ware in ihre Schauräume. Darunter können auch Schnäppchen sein, wenn der Vorbesitzer unbedingt und zu fast jedem Preis verkaufen wollte (aus familiären Gründen oder weil er heiß auf einen anderen günstigen Klassiker ist), und der Händler den niedrigen Preis weitergibt. Manchmal passt ein angebotener Typ nicht in das Portfolio (Ford Mustang beim Mercedes-Spezialisten) oder es ist derzeit nicht in Mode.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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