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5. Internationales Eisrennen Krumbach

Glatteis-Driften für Fortgeschrittene

Eisrennen Krumbach Foto: Anna Matuschek 47 Bilder

Minus 7,5 Grad und eine 30 Zentimeter dicke Eisschicht - das sollten vorerst die wichtigsten Eckdaten des Wochenendes sein - kurz: "Super Wetter." Und genau die richtigen Voraussetzungen um Spike-bestückte Boliden in Mad Max-Optik beim 5. Internationalen Eisrennen im österreichischen Krumbach übers Glatteis zu peitschen.

20.01.2010

Drei Wochen lang rollten vier schwere Traktoren jede Nacht - insgesamt etwa 150 Stunden - über die 800 Meter lange Strecke, um mit Hilfe von tausenden Litern Wasser aus einem Acker eine Eisrennbahn zu machen.

Das Starterfeld beim Eisrennen ist groß

Steigt die Temperatur über null Grad Celsius war alle Mühe vergebens. Roman Fink ist Clubvorstand der "Off Roader", die an dem vergangenen Wochenende eines der wenigen Eisrennen veranstaltet haben. "Das ganze war eine sehr wackelige Sache". Wäre es zu warm geworden, wäre das Rennen im Wasser-Matsch versunken. Doch beim fünften internationalen Eisrennen in Krumbach standen die Chancen auf ein gelungenes Rennwochenende gut. 80 Starter mit Motorrädern, seriennahen Rennautos, Quads, Auto-Cross-Fahrzeugen, oder wie sie in Österreich heißen "Buggies" hatten sich im Vorfeld gemeldet.

Manche Auto-Crosser beim Eisrennen sind fast Oldtimer

Doch der Ansturm auf den Nennungs-Stand ist an diesem Morgen mindestens ebenso stark, wie die Kleidung der angereisten Motorsportler dick ist. Für viele geht es hier hauptsächlich um den Spaß am Fahren, wenn sich die motorisierten Fun-Maschinen mit den vorgeschrieben Spikes im Drift über das Eis fräsen lassen. Viele Starter nehmen im Sommer an Auto-oder Motocross-Veranstaltungen teil und sehen die Hatz durch die weiße Pracht als willkommene Abwechslung. Zu den Alteingesessenen gehört auch der 62 Jahre alte "Rosti". Seit 30 Jahren ist er dabei, seit 25 Jahren mit seinem VW Polo 1-Umbau. Von dem einst praktischen Kleinwagen sind heute nur noch grobe Konturen zu erkennen. Wo früher eine Bank Platz für Passagier drei, vier und vielleicht fünf bot, schreien heuer zwei Yamaha R1-Triebwerke á 160 PS.

Mit dem 320 PS-Polo auf Eis

"Sechs mal habe ich das Auto neu aufgebaut und einige der etwa 500 Pokale im Slalom, Rallye-Cross, Autocross und natürlich beim Eisrennen mit ihm erkämpfen können", schmunzelt der sympathische Österreicher stolz, bevor er mit 320 PS im Kleinwagen Richtung Eisfläche rollt. Auch der Drittplatzierte des in der Szene hoch anerkannten "Drei-Nationen-Cups" im Auto-Cross ist heute in Krumbach mit seinem 325er BMW am Start. So wie es aussieht wird "Stöby Thomas" hier den Sieg in seiner Klasse - den seriennahen Fahrzeugen - einfahren können. "Ich sehe das ganze als Training für den Sommer", erzählt der 34-Jährige im blauen Renn-Overal.

Am schnellsten sind die Auto-Crosser
 
Doch welche Fahrzeug-Kategorie auf dem Platz die besten Rundenzeiten schaffen wird, da ist man sich einig. Die "Spezialer", Cross-Autos oder Buggies legen hier Zeiten unter 30 Sekunden aufs Glatteis - vorausgesetzt Fahrer und Technik harmonieren so gut wie Josef Vögel mit seinem 200 PS starken Einsatzgerät. Der Motorradmechaniker ist seit etwa 13 Jahren mit von der Partie, wenn es darum geht, möglichst schnell durch Dreck oder über das Eis zu fegen. Die Anreise hat sich gelohnt, denn heute kann der 34-jährige mit dem 1.200 Kubik Kawasaki-Crosser seinen Pokal-Bestand um ein weiteres Exemplar erweitern.

Vor dem Rennen muss jedes Fahrzeug durch die technische Abnahme

Doch bevor es überhaupt an den Start geht, müssen Fahrer und Fahrzeuge auch beim Eisrennen die technische Abnahme bestehen. Ohne die richtigen Spikes läuft hier gar nichts - und auch die Rennautos selbst mögen für Laien abenteuerlicher aussehen, als sie es wirklich sind. "Die technische Abnahme und die komplette Rennleitung geben wir beim RRCV - dem Renn und Rallye Club Voralberg - in Auftrag. Hier fährt kein Fahrzeug das nicht sicher ist", unterstreicht Clubvorstand- und Orga-Mann Roman Fink." Auch das Fahren ohne Führerschein ist unzulässig.

Beim Eisrennen passieren sehr wenig schlimme Unfälle

Die Kombination Eis und schnelle Fahrzeuge lässt in Normalfall alle Unfall-Alarmglocken läuten. Wobei besonders die Gruppe der Cross-Motorräder Böses erahnen lässt. Die Sturzgefahr ist zweifelsohne sehr hoch und die Wahrscheinlichkeit  von der mit Spikes-bestückten Konkurrenz überrollt zu werden ebenso. Bisher gab es während den vier vorangegangenen Rennen aber nur einen Verletzten, versichert uns der Veranstalter. Und auch an diesem Wochenende stehen die Chancen gut, dass den Sanitätern mangels Bewegung die Finger einfrieren. Ganz im Gegensatz zu den Ersthelfern auf der Strecke, zwölf von 76 Autos mussten sie von der Piste schleppen. Und die Traktoren sind auch weiterhin schwer gefragt, denn die Aufräumarbeiten werden den 38-köpfigen "Off-Road"-Club noch einige Stunden warm halten. Falls das überhaupt nötig ist, denn gegen Ende der Veranstaltung zeigt das Thermometer Plusgrade an und auf der Piste lugen schon die ersten grünen Grashälmchen hervor.

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