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Elektro-Auto-Gipfel

Merkel will Elektroautos "made in Germany"

Angela Merkel, Elektromobilität Foto: dpa

Mit Milliarden Forschungsaufwand für ein Elektro-Auto "made in Germany" wollen Bundesregierung und Industrie ihren Rückstand gegenüber ausländischen Herstellern aufholen.

04.05.2010

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte am Montag (3.5.) auf dem Elektromobilitäts-Gipfel mit Spitzenvertretern der deutschen Industrie in Berlin, Deutschland in den nächsten Jahren zum "Leitmarkt für Elektromobilität" machen zu wollen. Dabei kündigte sie eine enge Zusammenarbeit mit Frankreich an.

Elektroauto - Forschungsgelder ja, Kaufanreize nein

Politik und Wirtschaft verständigten sich darauf, bisher in der Finanzplanung bis 2013 schon zugesagte Forschungsmittel gezielt in die Entwicklung des Elektroautos zu stecken. Darüber soll aber erst im Herbst nach Vorlage eines Zwischenberichts entschieden werden. Die Automobil-Industrie ihrerseits will einen Großteil ihrer rund 20 Milliarden Euro pro Jahr ebenfalls für das Elektroauto aufwenden.
 
Die Bundeskanzlerin betonte, Elektroautos seien ein Beitrag zum Klimaschutz und zugleich eine Chance für die deutsche Autoindustrie. Sie bekräftigte anlässlich des Startschusses für eine "Nationale Plattform Elektromobilität" das Ziel, bis 2020 eine Million E-Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Für den Kauf eines Elektroautos wird es in Deutschland jedoch keine staatliche Prämien geben.

Elektroautos sollen ab 2013 anrollen

Bei der E-Mobilitätskonferenz, die als Auftaktveranstaltung für die intensivere Forschung auf dem Gebiet verstanden werden soll, begannen knapp 150 Fachleute in sieben Arbeitsgruppen mit der Klärung schwieriger Fragen von der Speicher- und Stromtank-Technologie bis hin zu Fragen der späteren Markteinführung. Dabei geht die Autoindustrie nach bisherigen Angaben der Hersteller davon aus, dass Elektromobile serienmäßig etwa von 2013 an verstärkt auf den Markt rollen.
 
Von dem Treffen in Berlin erwartet die Autobranche ein wichtiges Signal, um die unterschiedlichen Branchen, die für den Bau eines E-Autos nötig sind, unter einen Hut zu bringen. Unter anderem sind neben der Auto-Industrie, die Chemiebranche, die Elektrotechnik und der Maschinenbau beteiligt. Der Chef des Automobilverbandes VDA, Matthias Wissmann, machte deutlich, neben der Industrie sei auch eine gut vernetzte Wissenschaft mit Hochschulen und Forschungsinstituten nötig.

Für Elektroauto-Erfolg Politik und Wirtschaft vernetzen

Alle Teilnehmer der Konferenz unterstrichen die gute Zusammenarbeit zwischen Politik und Industrie. Siemenschef Peter Löscher sagte: "Wir haben heute eine weitere deutsche Leitindustrie des 21. Jahrhunderts in Bewegung gesetzt und die Kanzlerin hat sich an die Spitze der Bewegung gestellt. Elektrotechnik und Energie, Auto und Chemie - kein anderes Land kann seine Industrie-Champions so schnell und eng vernetzt Elektromobilität Realität werden lassen."
 
Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt deutsche Unternehmen bei der Entwicklung von Batterietechnologien. Das Ministerium richtete einen neuen Förderschwerpunkt "Speicher" ein, der die gesamte Bandbreite der unterschiedlichen mobilen und stationären Stromspeichertechnologien abdeckt. Ressortchef Rainer Brüderle (FDP) sagte: "Hier ist der Industrie- und Innovationsstandort Deutschland mit seinen klugen Köpfen in kleinen, mittelständischen, aber auch großen Unternehmen gefordert. Ich bin sicher, dass wir gemeinsam Erfolg haben werden."

Autoindustrie wehrt sich gegen Vorwurf,  E-Autos verschlafen zu haben

Die deutsche Auto-Industrie setzte sich gegen den Vorwurf zur Wehr, die Entwicklung des Elektroautos verschlafen zu haben. Die Chefs der Konzerne Daimler und BMW, Dieter Zetsche und Norbert Reithofer, sagten im ZDF, die Hersteller hätten die Entwicklung alternativer Antriebe keineswegs schleifen lassen. Es sei mittlerweile eine Art Volkssport, der Autoindustrie "Schlafmützigkeit" vorzuwerfen, klagte Zetsche.
 
Audi-Chef Rupert Stadler sagte dem Fernsehsender n-tv: "Im Bereich der Elektromobilität bewegen wir uns natürlich auf einem Langstreckenrennen. Wir wollen und wir müssen Geschwindigkeit aufnehmen und deshalb finde ich es sehr gut, dass wir jetzt einen Schulterschluss üben zwischen Politik, den Elektro-Betreibern, der Automobilindustrie, auch den Gewerkschaften, aber auch den Forschungsbereichen" - ungeachtet des immensen Konkurrenzdrucks in der Autoindustrie.

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